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Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen - was tun?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Vermutlich habt ihr schon gehört, dass nun auch Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen wurde. So traurig es auch klingt, aber das wundert mich nicht. Trotzdem ist es keine gute Nachricht und muss uns alle - so finde ich - spätestens jetzt zum Nachdenken und vor allem Handeln anregen. Das Ergebnis ist eine Bestätigung schwarz auf weiß, dass unsere Welt völlig zugemüllt ist.

Es gab eine Studie des Umweltbundesamts von Österreich und der Medizinischen Universität Wien, die bestätigt, dass nun zum ersten Mal kleine Plastikpartikel im Stuhl von Menschen nachgewiesen wurden. Es war eine Pilotstudie mit 8 Teilnehmern (fünf Frauen und drei Männer im Alter von 33 bis 65 Jahren), die aus unterschiedlichen Ländern kamen (Finnland, den Niederlanden, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Japan und Österreich). Eine Woche lang haben sie ein Ernährungstagebuch geführt und in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke (PET-Flaschen) konsumiert. Sie waren Mischköstler. Bei allen 8 Teilnehmern wurde Mikroplastik im Stuhl nachgewiesen, im Schnitt 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Stuhl. Es konnten neun verschiedene Kunststoffarten in der Größe von 50 bis 500 Mikrometer nachgewiesen werden. Diese Studie ist nun die Grundlage für weitere Untersuchungen, die im größeren Umfang stattfinden könnten. Alle Eckdaten zur Studie könnt ihr unter umweltbundesamt.at nachlesen.

Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt

Mikroplastik im Stuhl - ist das gefährlich?

Niemand kann zur Zeit eine Aussage machen, ob die kleinen Mikroplastik-Partikel in unserem Körper auf Dauer einen Schaden anrichten können. Dazu sind weitere, langfristige Studien notwendig. Andere Studien, bei denen in Tieren sehr hohe Mikroplastikkonzentrationen nachgewiesen wurden, besagen, dass auch kleinste Plastikteilchen im Blut, Lymphe und Leber zu finden waren. Wir dürfen jetzt nicht in Panik geraten, aber wir können nicht mehr so weiter machen. Es ist außerdem sehr begrüßenswert, dass sich die EU diese Woche für den Verbot von bestimmten Einweg-Plastikprodukten ausgesprochen hat. Wegwerfprodukte aus Plastik, die nur einmal benutzt werden (und durch Alternativen ersetzt werden können), dürften voraussichtlich ab 2021 (je nach Produktart) nicht mehr verbreitet werden. Konkret trifft es zum Beispiel Plastikbesteck, Plastikstrohhalme, Plastikteller, dünne Plastiktüten, Luftballonstäbchen, Wattestäbchen, aufgeschäumte Plastik-Foodboxen oder Rührstäbchen für den Kaffee. Klar gibt es da noch viele Unklarheiten und Lücken, aber es ist ein wichtiger Schritt.

Mikroplastik ist überall

Unsere Nahrung wird nicht nur durch den Kontakt mit Plastikverpackungen verunreinigt. In unserem Leitungswasser und Speisesalz wurden auch schon Mikroplastikteilchen nachgewiesen. Es ist überall. Mikroplastik wird sogar bewusst in Kosmetikprodukten beigemischt, damit sie einen bestimmten Effekt haben. Duschgel, Zahnpasta, Shampoo... alles geht schön in die Kanalisation. Wenn wir eine Waschmaschine mit Polyester-Wäsche befüllen - das beste Beispiel ist ein flauschiger Fleecepulli - lösen sich viele kleinste Plastikpartikel und landen im Abwasser. Unsere Kläranlagen sind nicht in der Lage, Mikroplastik herauszufiltern. Der Kreislauf beginnt (natürlich nicht nur hier). Es ist also wichtig, dass Mikroplastik erst gar nicht in unsere Umwelt gelangt.

Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt

Was machen wir bereits und was könnte man noch tun?

Wir kaufen schon länger keine Kleidung aus Polyester, wir setzen auf natürliche Fasern. Alle, die noch Kunstfaser waschen müssen, könnten mit einem zusätzlichen Beutel arbeiten, der das Mikroplastik aufsammelt. Geplant sind auch Waschmaschinen mit einem Mikroplastik-Filter, aber ich habe noch keine gesehen. Unser Leitungswasser filtern wir mit unserem Wasserfilter, er lässt auch Mikroplastik nicht durch. Wir trinken schon lange keine Getränke mehr aus Plastikflaschen. Unsere Flaschen aus Glas werden täglich mit frisch gefiltertem Leitungswasser befüllt. Es gibt keine Ausreden mehr. Wer sein Wasser mit Kohlensäure anreichern möchte, greift einfach zu einem Wassersprudler. Wir geben uns große Mühe, verpackungsfrei einzukaufen. Unser Einkauf ist noch lange nicht Zero Waste, aber wir konnten bereits jede Menge Plastikmüll verhindern. Bei Kosmetikprodukten achten wir stärker auf Glasbehälter, was leider nicht immer möglich ist. Grundsätzlich ist man mit Naturkosmetik auf der sicheren Seite, dort ist das Beimengen von Mikroplastik verboten. Wer Zero Waste lebt, schützt sich selbst und die Umwelt vor Mikroplastik. Hier habe ich noch einige ältere Beiträge aus meinem Blog verlinkt, die sehr gut zu diesem Thema passen:

Fallen dir noch weitere Tipps ein, wie man Mikroplastik verhindern kann? Schreib unter diesem Beitrag gerne einen Kommentar. Alle profitieren von Ideen, wie man seinen Plastikverbrauch weiter reduzieren kann. Ich bin nicht perfekt. Niemand ist perfekt. Aber jeder kann einen Schritt in die richtige Richtung tun. Liebe Grüße von Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 28. Oktober 2018 veröffentlicht.