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Auf Weizen oder Gluten verzichten - sinnvoll oder nur ein Trend?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Es gibt diverse Gründe, warum immer mehr Menschen auf Weizen verzichten möchten. Die einen wollen weniger weiße Kohlenhydrate zu sich nehmen, die anderen spüren sogar eine Unverträglichkeit nach dem Weizenkonsum. Auch der Begriff Gluten ist heute verbreiteter denn je. Die einen sagen, zu viel Gluten tut unserem Darm nicht gut, die anderen sehen da keine Probleme und stempeln den beliebten Weizen- oder Glutenverzicht als Hysterie oder Trend ab. Ich habe natürlich auch meine Meinung dazu und möchte in diesem Artikel auf einige Punkte eingehen, die mir wichtig sind - denn sie haben mir und meiner Gesundheit sehr weiter geholfen.

Gluten und Weizen - ist das gesund?
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Lisa
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Esse ich Weizen oder Gluten?

Seit über 4 Jahre esse ich weder Weizen noch Gluten. Meiner Tochter habe ich es zu verdanken, dass ich auf dieses Thema aufmerksam geworden bin. Denn sie reagierte mit Hautproblemen u.a. auf Weizen und so war ich gezwungen, mich in diese Thematik einzuarbeiten. Als wir als Familie beschlossen haben, der Einfachheit halber, alle glutenhaltige Lebensmittel wegzulassen, passierte jede Menge bei uns. Meiner Tochter ging es sofort wieder sehr gut und ihre Haut besserte sich in nur wenigen Tagen. Was ich gar nicht dachte: Mein Körper reagierte ebenfalls auf diese Veränderung. Ich hatte bereits als Kind regelmäßige Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme, deren Ursache unklar war und einfach so hingenommen wurden. Nach dem Weglassen glutenhaltiger Lebensmittel war meine Verdauung zuerst ziemlich durcheinander, dann hat sich jedoch alles so normalisiert, dass ich sogar noch heute staune, dass das möglich ist! Ich könnte theoretisch auch jetzt weiterhin Lebensmittel mit Weizen essen, nur hätte ich einige gesundheitliche Probleme mehr. Durch das Weglassen geht es mir deutlich besser. Das ist keineswegs eine Einbildung oder Trend, sondern eine Feststellung. Was hat sich bei mir wieder normalisiert:

  • meine Verdauung ist sehr gut
  • keine Bauchschmerzen mehr
  • mehr Energie
  • viel mehr Konzentration
  • klarer Kopf
  • kein Heuschnupfen mehr
  • weniger Erkältungskrankheiten
  • besseres Hautbild

Vielleicht ist diese Liste nicht vollständig. Mein damaliger Reflux hatte sicher auch mit meiner Ernährung zu tun, ebenfalls die häufigen Blasenentzündungen. Das Problem ist, dass alles schleichend kommt und viele Faktoren Krankheiten beeinflussen. Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, ist der Körper schneller geschwächt.

Ist ein Leben ohne Weizenprodukte oder Gluten möglich?

Einige sind erst einmal überfordert, wenn sie hören, dass ich glutenhaltige Gerichte nicht mehr essen mag. Ich möchte meinen Darm nicht durcheinander bringen, denn es geht mir jetzt endlich wieder gut. Ich könnte zwar sowohl Weizen als auch Gluten essen, das würde mich nicht umhauen. Aber es würde mir einfach nicht gut tun. Ich würde jedem empfehlen, der unter Verdauungsproblemen, Allergien oder grundsätzlich Autoimmunerkrankungen leidet, für mindestens einen Monat auf Gluten oder - wenn das zu viel ist - mindestens Weizen zu verzichten. Unser Weizen von heute ist zu stark verändert und verarbeitet, so dass immer mehr Menschen ihn nicht mehr gut vertragen. Außerdem enthält er sehr viel Gluten. Ältere Getreidesorten werden oft besser vertragen.

Weizenallergie? Glutenunverträglichkeit? Durch das Weglassen testen

Es ist nicht so kompliziert, ohne glutenhaltige Produkte auszukommen. Man muss auch nicht ständig in der glutenfreien Abteilung im Supermarkt einkaufen, um über die Runden zu kommen. Ich backe zum Beispiel unser Brot selbst, sehr selten kaufe ich etwas fertig. Das Mehl wird schnell selbst gemahlen und mit Flohsamenschalen wird der Teig richtig schön fluffig und gleichzeitig "klebrig" (dafür ist normalerweise das Gluten verantwortlich). Ich verwende gerne Buchweizen, Hirse, Vollkornreis, Mais oder andere glutenfreien Alternativen zum Backen. Klar, man kann auch im Supermarkt einkaufen, aber oft gefallen mir die Zutatenlisten nicht und die Preise sind ebenfalls ganz schön saftig. Im Bioladen findet man eine gute Auswahl. Dieses Jahr habe ich noch viel mehr glutenfreie Rezepte auf dem Blog geplant. Hier findest du ein leckeres Brot-Rezept und das ist ein Frühstücksbrötchen.

Sei flexibel, dein Bauch wird sich schon melden

Ist das Weglassen von Weizen oder Gluten ein Trend oder doch eine sinnvolle Maßnahme? Auf diese Frage kannst nur du eine Antwort geben. Ich habe es erst beantworten können, als ich es am eigenen Körper erfahren habe. Große Veränderungen haben sich bei mir erst nach einigen Monaten eingestellt, der Körper benötigt nun mal seine Zeit. Davor kam ich auch zurecht. Aber ich hatte einfach den Vergleich nicht. Erst im Nachhinein kann ich sagen, dass die Veränderung bei mir persönlich richtig groß war. Ich will nicht mehr zurück. Deshalb ich das eine sehr individuelle Sache.

Wenn man schon so eine Aktion durchzieht, würde ich auch gleichzeitig auf Milchprodukte verzichten. Ich weiß, das klingt jetzt nach richtig viel "Verzicht". Eine Glutenunverträglichkeit ist oft mit einer Milch-Unverträglichkeit gekoppelt. Ich kenne so viele Menschen, die diese Kombination haben. Ich gehöre ebenfalls dazu. Das muss nicht sein, kann aber. Wenn man beides gleich weglässt, kann man dann nach und nach wieder die Produkte hinzufügen und schauen, auf was man tatsächlich reagiert. Das ist effektiver. Wenn man nach dem Weglassen gar keine Veränderung spürt, ist das wohl für dich kein großes Thema. Glutenfreie Rezepte gibt es im Internet in Hülle und Fülle, man muss nur kurz suchen. Oder schau einfach in meiner Rezepte-Rubrik vorbei, da findest du ebenfalls jede Menge Inspiration. Unten verlinke ich dir noch einige passende Beiträge zu diesem Thema. Ich freue mich von dir zu hören und bis bald, deine Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 25. März 2019 veröffentlicht.

Biene 26.3.2019 um 14:22
Hallo Lisa,
es könnte sein, dass dein Gesundheitsproblem nicht am Gluten liegt.
Siehe Artikel
http://josef-stocker.de/gluten_oder_ati_antinutritiantien.pdf
Ich backe seit gut 10 Jahren mein Brot selbst, nicht aus der Not der Unvertäglichkeit sondern, weil ich wissen möchte was meine Familie zu sich nimmt. Weiterlesen Immerhin verzehrt jeder Deutsche ca. 75 kg davon im Jahr. Da summieren sich ungewollte Zusatzstoffe und Pestizide, die z.B Frischhaltung, Backfähigkeit und Schimmelbildung reduzieren sollen, um nur ein paar der Stoffe aufzuzählen. Diese finden sich auch in allen verarbeiteten Produkten die wir kaufen, egal ob Müsli oder Vollkornnudeln.
Nur wenn man Bioprodukte erwirbt kann man (hoffentlich) davon ausgehn, dass diese schadstoffreduziert, bestenfalls frei, sind.
Dennoch bleibt das Problem der Getreideneuzüchtungen, mit höherem Ertrag, niedrigeren Kosten aber leider ihren für uns unverträglichen Inhaltsstoffen wie z.B. Phytin.
Im Endeffekt bleibt nur wie bereits erwähnt auf die alten Getreidesorten wie z.B Wildstaudenroggen, der übrigens keine Düngung verträgt und in unserem kalten Deutschland bestens gedeiht, aber leider in
Vergessenheit geraten ist, zurückzugreifen.
Vielleicht erinnern sich manche noch an den Spruch:
Roggenbrot macht Wangen rot. Ein Brot, welches hart wird ja, aber nicht schimmelt auch nach Wochen nicht. Das liegt u.a. an den Essig- und Milchsäurebakterien, des Sauerteigs im Brot. Eigentlich eines der besten Lebesmittel die wir haben (könnten...), da kann kein Industriebrot mithalten.
Nur noch nebenbei bemerkt. Unsere gesammten Schleimhäute sind u.a. mit Milchsäurebakterien besiedelt zu unserem körpereigenen Schutz vor Krankheitserregern wie z.B. Pilzen.
Unser Darm bestimmt unsere Gesundheit!
Mein Fazit an alle mit Unverträglichkeiten:
Besinnt euch auf das was wir früher in den Regalen der Marktstände fanden.
Da gab es kein Joghurt in 15 Geschmacksrichtungen, wenn überhaupt.
Kein Schnellgericht für die Micro und auch keine süße Minimalzeit für Zwischendurch.
Du bist was du isst:
Genug trinken, Wasser, Tee
Keine verarbeiteten Lebensmittel, je kürzer die Deklaration desto besser
Zuckerreduzierung, und keine Ersatzsüßstoffe
Milch in vergorener Form, wie Quark und Käse, Kefir
Nur reine Butter, keine Magarine oder Mischbutter
Jeden Tag Obst und Gemüse
Fleisch selten und von freilebenden Tieren.
Jeder hat es selbst in der Hand was er seinem Körper Gutes tut.
Sorry für den langen Text, doch halte ich es wichtig sich all dies bewußt zu machen und es wäre schön, wenn der ein oder andere sich mehr mit seiner Ernährung beschäftigen würde, auf dass wir alle ohne "Magenschmerzen"
aber mit Freude unser täglich Brot genießen.
Lisa von Ich lebe grün! 28.3.2019 um 14:56
Liebe Biene,
ich backe ja auch das Brot selbst. Ich denke, mit Phytin habe ich persönlich keine Probleme, da ich ja auch jetzt Phytin zu mir nehme, aber kein Weizen oder Gluten. Du hast recht, die Lebensmittel in der heutigen Form, sind so stark verarbeitet, das ist alles andere als gut für unseren Körper. Weiterlesen Ich gebe mir sehr viel Mühe, nur Grundnahrungsmittel zu kaufen und diese selbst zuzubereiten, damit die Zusatzstoffe draußen bleiben. Wir essen keinen Industrie-Zucker, trinken nur Wasser oder ab und zu frischgemachten Saft, essen jeden Tag reichlich Obst und Gemüse. Ich habe vor vielen Jahren mich noch ganz anders ernährt und bin heute sehr froh, dass wir diesen Weg für uns gefunden haben, denn ich merke, dass ich deutlich fitter bin.
Liebe Grüße,
Lisa
Biene 26.3.2019 um 9:58
Hallo Lisa,
ja unsere heutiger Weizen enthält mehr Gluten als früher. Das ist aber nicht das Hauptproblem. Leider muss heute im Herstellungsverfahren von Backwaren alles schnell gehen. Auch du verwendest Backpulver als Triebmittel. Eine lange Gärphase über 8h auch bis zu 48h mit Sauerteig oder z.B Lievito Madre beeinflusst die Umwandlung des Getreides (Stärkeab- und Umbau) und ebenfalls Abbau der Phytinsäure (durch das sich das Getreide vor Fraßschäden schützt und das für viele Menschen das eigentliche Unverträglichkeumitsproblem ist). Weiterlesen Leider ist auch das heute in fast allen Bäckereien, es gibt nur ganz ganz wenige Ausnahmen, verkaufte "Sauerteigbrot" mit Zusatzstoffen, die den Sauerteiggeschmack suggerieren, versetzt und kein echtes Sauerteigbrot. Leider. Das ist gesetzlich legitim, aber eine Verbrauchertäuschung.
Mein Rat an alle: Backt euer Brot selber, mit Sauerteig, das ist keine Kunst und nicht zeitaufwändig, wie oft suggeriert. Man steht ja nicht die ganze Zeit daneben. Nehmt Bio Getreide, Weizen ist dann kein Problem. Wer dem immer noch nicht traut setze auf Emmer, Dinkel, Kammut oder Roggen.
Ein Brot braucht Getreide,Wasser,Salz,Sauerteig....Zeit und sonst gar nichts!
und ganz bestimmt nicht die über 250 zugelassenen Zusatzstoffe, die nicht deklariert wrden müssen und vielleicht auch die Ursache der Unverträglichkeiten ausmachen.
Das wollen viele nicht wahrhaben oder abstreiten... besonders Bäckereien mit Massenproduktion. Schuld an der Misere sind wir Verbraucher selbst. Nur wenn wir bereit sind für traditionell zeitaufwändig hergestelltes Brot anständig zu zahlen, werden wir dieses auch wieder bekommen und die kleinen Bäckereien vom Aussterben bewahren. Für unser aller Gesundheit.
Lisa von Ich lebe grün! 26.3.2019 um 11:11
Liebe Bine,
du hast recht, diesen Aspekt habe ich nicht im Artikel - danke dir dafür! Die lange Gärphase macht Getreide bekömmlicher. Was meinst du zu Nudeln und Co.? Es gibt ja leider nicht nur Brot mit Weizen oder Getreide, sondern auch diverse andere Lebensmittel. Weiterlesen Meine Tochter und ich z.B. reagieren auch auf Vollkornnudeln. Und leider auch auf Hafer.
Ich finde das Backen ebenfalls nicht kompliziert und nicht sehr zeitaufwändig, man muss einfach ein bisschen vorplanen, damit man nicht in die Versuchung kommt, einkaufen zu gehen. Bei den Zusatzstoffen gebe ich dir hundertprozentig recht.
Liebe Grüße,
Lisa