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Haare waschen mit Roggenmehl - meine Erfahrung

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Seit über einem Monat wasche ich meine Haare mit Roggenmehl. Ich wollte endlich selbst diese Erfahrung machen, damit ich weiß, was Roggenmehl tatsächlich kann. Denn es gibt dazu so viele positive als auch negative Erfahrungen im Internet. Ich habe versprochen, dass ich meine persönliche Erfahrung hier auf dem Blog mit dir teilen werde. Hier kommt also mein erster Eindruck zum Thema Roggenmehl-Shampoo und ob meine Haare meine neue Haarwaschroutine auch mögen.

Haare waschen mit Roggenmehl

Meine Haarwaschroutine vor dem Roggenmehl

Vor meinem Experiment mit dem Roggenmehl habe ich ein tolles Lavendel-Shampoo verwendet. Es hat mir sehr gut gefallen und ich war richtig traurig, als die Flasche aufgebraucht war. Ich wollte es schon nachkaufen, dann jedoch fiel mir ein, dass dies ein perfekter Zeitpunkt für einen neuen Versuch ist. Mein einziger Vorrat ist das natürliche Shampoo ohne Tenside von Morrocco Method als SOS-Lösung, das ich sehr sparsam verwende (weil teuer, im Moment eher als Haar-Detox-Kur). Ich hatte kein Roggenmehl zu Hause (da wir glutenfrei leben) und besorgte mir beim nächsten Einkauf eine Packung Bio-Vollkornroggenmehl.

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"Zero Waste geht auch an meinen Tagen."
Lisa Albrecht
Meine Lösung

Wie habe ich mein Roggenmehlshampoo angemischt?

Ich habe ca. 200 ml gefiltertes Wasser mit 4 mittelstark gehäuften EL Roggenmehl mit einem Schneebesen angerührt. Diese Mischung habe ich nicht sofort verwendet, sondern erst 3-5 Minuten stehen gelassen. Fertig ist das Roggenmehl-Shampoo. Zusätzlich habe ich in einem zweiten Behälter 1 Liter kaltes gefiltertes Wasser mit 1 EL Apfelessig bereit gestellt. Das soll dann direkt nach der Haarwäsche auf meine Haare kommen. Jetzt kann die Haarwäsche beginnen.

Haare waschen mit Roggenmehl

So habe ich meine Haare mit Roggenmehl gewaschen

Ich wasche mir die Haare meist separat. Dazu beuge ich mich über den Badewannenrand und mache mir meine Haare mit der Duschbrause nass. Anschließend nehme ich das angemischte Roggenmehlshampoo und verteile es gut auf der Kopfhaut. Es ist gar nicht so einfach, lange Haare kopfüber zu waschen. Oft kommt an meinem Hinterkopf gar nichts an, die Kopfhaut bleibt von der Wäsche verschont! Das Problem hatte ich früher bei der Morrocco Methode (+ meine Erfahrung nach 3 Monaten). Zum Glück habe ich schnell herausgefunden, warum mein Hinterkopf etwas fettiger aussah als der Rest. Also schön darauf achten, dass wirklich überall auf die Kopfhaut das Roggenmehlshampoo aufgebracht wird. Ich mache das mit meinen Fingerspitzen und dosiere die Roggenmehl-Mischung vorsichtig für die richtigen Stellen. Man könnte zur Hilfe ein kleines Fläschchen nehmen und damit präziser arbeiten.

Wenn das angemischte Roggenmehl-Shampoo aufgebracht ist, massiere ich einige Minuten meine Kopfhaut. Auf die Länge und auf die Haarspitzen kommt kein Roggenmehl-Shampoo, das ist nicht nötig. Nach 3-5 Minuten spüle ich sehr gründlich das Roggenmehlshampoo aus dem Haar mit warmem Wasser aus. Das funktioniert erstaunlich gut, es bleiben keinerlei Reste im Haar übrig. Ich habe ja dunkle Haare und "staubige Reste" würden nicht schön aussehen bzw. doch auffallen. Wenn alles ausgewaschen ist, kommt die Apfelessig-Haarspülung auf das Haar. Es kostet mich ein bisschen Überwindung, da das Wasser ja kalt ist. Aber es sorgt dafür, dass die Haarstruktur sich wieder schließt und die Haare nicht nur wunderbar glänzen, sondern sich auch toll kämmen lassen. Anschließend tupfe ich die Haare mit einem Handtuch ab. Ich rubbel sie nicht und laufe auch nicht mit einem großen Handtuch auf dem Kopf herum, bis sie trocken sind. Das sorgt nämlich oft für ein unangenehmes Ziehen und strapaziert umsonst die Haarwurzeln (gegen eine Massage spricht natürlich nichts). Nach dem Abtupfen kämme ich sie durch (geht kinderleicht) mit einem groben Kamm und lasse sie (leider nicht immer) an der Luft trocknen. Zum Bürsten verwende ich anschließend eine Holzbürste. Sie hat den Vorteil, dass meine Haare nicht elektrisch aufgeladen werden und somit nicht in der Gegend herumfliegen.

Haare waschen mit Roggenmehl

Mögen meine Haare das neue Roggenmehl-Shampoo?

Normalerweise habe ich meine Haare alle 5-7 Tage gewaschen. Meine Haare und meine Kopfhaut würde ich im Moment als normal einstufen, sie neigen vielleicht etwas zu Trockenheit. Das Ergebnis nach der Roggenmehl-Haarwäsche war sensationell gut. Ich habe das erste Mal ziemlich fettige Haare gewaschen und ging davon aus, dass sie niemals mit Roggenmehl sauber werden würden. Aber ich wurde überzeugt. Direkt nach der Haarwäsche hatte ich jedoch ein etwas anderes Haargefühl. Meine Haare fühlten sich ein bisschen schwerer und ein bisschen feuchter bzw. fettiger an, also weniger trocken. Die Spitzen sind super gepflegt. Das liegt daran, dass das Roggenmehl die Haare nicht so austrocknet wie ein Shampoo mit Tensiden (deswegen testete ich auch Morrocco Method). Der natürliche Haarfilm bleibt stärker an Ort und Stelle, ohne dass die Haare fettig aussehen. Ganz anders jedoch war das Nachfetten. Eigentlich logisch, wenn das Roggenmehl nicht so stark entfettet, müssen meine Haare schneller fettig werden, so meine Erfahrung. Roggenmehl beinhaltet übrigens viele Mineralstoffe und Vitamine, die das Haar zusätzlich pflegen. Bereits nach 2 weiteren Tagen hatte ich das Gefühl, mir die Haare erneut waschen zu müssen. Am nächsten Tag wusch ich sie mir also noch einmal und hatte wieder ein tolles Ergebnis. So lief das Ganze ab, bis ich merkte, dass die Abstände etwas größer wurden. Ich musste mir die Haare nicht mehr alle 3-4 Tage waschen, sondern kam sogar auf 5-6 Tage. Jedoch fühlte ich mich mit offenen Haaren in den letzten Tagen nicht mehr ganz so wohl.

Zwischendurch musste ich leider auch die Erfahrung machen, dass meine Haare nach der Haarwäsche mit Roggenmehl trotzdem fettig und vor allem strähnig wirken. Das ist natürlich blöd, wenn man etwas wichtiges vor hat. Denn dann muss man sich doch noch mal die Haare waschen. Vielleicht habe ich die Roggenmehl-Mischung zu lange stehen gelassen, denn das beeinflusst die Reinigungskraft. Das muss, denke ich, jeder für sich selbst herausfinden. Denn jedes Haar ist individuell. Ein Problem habe ich auch, wenn ich meine Haare zusätzlich mit Kokosöl (als Haarmaske über Nacht) pflege. Das tut meinen Haaren sehr gut, nur kriege ich sie mit Roggenmehl nicht so richtig sauber. Sie sind dann immer noch etwas fettig, was wieder blöd ist. Am Anfang hat es recht gut funktioniert, danach jedoch waren die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es jedes Mal ein Glücksspiel ist.

Wie sieht meine Haarwaschroutine im Moment aus?

Da ich das letzte Mal nicht sehr zufrieden mit dem Roggenmehl war, habe ich meine Haare zusätzlich mit dem Morrocco Method Shampoo gewaschen. Das ist schon ein krasser Unterschied. Jetzt sind schon fast 7 Tage vorbei und ich werde mir erst morgen die Haare waschen. Ansonsten habe ich weiterhin vor, das Roggenmehl zu verwenden. Ich werde jedoch nicht nur auf das Roggenmehl setzen. Ab und zu möchte ich ein Naturkosmetik-Shampoo verwenden, aber sehr stark verdünnt. Das soll verhindern, dass ich nach der Haarwäsche immer noch leicht strähnige oder fettige Haare habe. Ein Naturkosmetik-Shampoo soll also für zwischendurch sein, als SOS-Lösung. Das ist mein Plan und ich werde weiter experimentieren.

Haare waschen mit Roggenmehl

Ich kräftige seit mehreren Monaten meine Haare

In kommender Zeit werde ich noch über meine Erfahrung mit dem Vitamin D schreiben. Denn ich habe eine spannende Veränderung festgestellt, die sich sehr positiv auf meine Haare auswirkt, obwohl ich aktuell so viel Stress habe. Zur Stärkung für meine Haare nehme ich Haarkraft Plus und veganes Vitamin D mit Vitamin K2 ein.

Fazit - Roggenmehl-Shampoo: Ja oder nein?

Für mich ein Ja, auch wenn nicht jedes Mal. Ich wasche meine Haare damit immer noch sehr gerne, in der Regel funktioniert es gut und macht mein Haar weniger trocken. Im Moment jedoch möchte ich die anderen Waschmethoden nicht ausschließen. Ich werde als Backup trotzdem ein Naturkosmetik-Shampoo da haben. Es gibt diverse Lebenssituationen, in denen sich das Anmischen von Roggenmehl ebenso nur schwer gestalten lässt, wie z. B. im Schwimmbad oder teilweise im Urlaub. Ich möchte jedoch so oft es geht auf das Roggenmehl zurückgreifen, da es die Haare sehr entlastet und unterstützt. Außerdem sollte ich noch erwähnen, dass es es sehr umweltfreundlich ist.

Hast du bereits Erfahrung mit dem Roggenmehl-Shampoo gemacht? Wie reagieren deine Haare auf das Roggenmehl? Ich freue mich auf deine Erfahrung! Bis bald, deine Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 25. Januar 2019 veröffentlicht.

Sophia 7.2.2019 um 20:15
Ich habe es vor zwei Jahren einen Monat lang mit Roggenmehl versucht. Meine Haare waren nur noch schmierig und eklig - das liegt am Kalk im Wasser (hier haben wir Wasserhärte 40+) Vielleicht würde es helfen, Apfelessig mit uns Shampoo zu mischen, mir ist im Moment aber nicht nach ausprobieren.
Lisa von ich lebe grün! 12.2.2019 um 11:29
Liebe Sophia,
ich habe jetzt noch eine Sache rausgefunden: Wenn ich die Roggenmehlmischung länger in meine Haare (Kopfhaut) einmassiere, ca. 4-5 Minuten, werden meine Haare deutlich sauberer! Vielleicht ist das für dich auch ein guter Tipp? Apfelessig (verdünnt auf 1 L Wasser) ist bei kalkhaltigem Wasser super, mache ich hier auch! Weiterlesen Und das hilft.
Liebe Grüße,
Lisa
Anni 27.1.2019 um 13:37
Hallo Lisa,
wenn das Roggenmehl mal nicht die gewünsche die Reinigungswirkung bringt, dann einfach eine Wäsche mit Natron (Haushaltsnatron, Kaisernatron) einlegen. Damit bekommt man fettige und andere Rückstände auf jeden Fall raus. Natronwäsche gilt zwar als sehr austrocknen, aber ich konnte nicht feststellen, wenn man ab und an mal damit wäscht, dass sich das negativ auswirkt. Weiterlesen Das ist wohl eher der Fall, wenn man es bei naherzu jeder Wäsche nutzt. Auch wenn erst 4 Wochen rum sind, Haare brauchen unterschiedlich lang, um sich auf die neue Methode umzustellen. Ich hatte auch nach kurzer Zeit eine Phase, ind er die Haare anfingen zu streiken, durchhalten ist die Devise. ;-) Denn mit jedem Mal Shampoo (auch bei Naturkosmetik und stark verdünnt) macht man einen Schritt zurück in der Gewöhnung. Meistens fällt einem übrigens nur selber auf, dass die Haare irgendwie strähniger sind und andere sehen das gar nicht.
Ich wasche mit Roggenmerl Typ 1150, Vollkorn bekomme ich nicht aus den Haaren raus, habe auch lange dunkle Haare. Über Kopf funktioniert es bei mir übrigens auch nicht gut, ich wasche sie normal unter der Dusche.
Lisa von ich lebe grün! 12.2.2019 um 11:33
Liebe Anni,
dankeschön, das werde ich mir merken! Ich habe jetzt festgestellt, einfach 2 Minuten länger einmassieren sorgt dafür, dass das Ergebnis deutlich besser wird! Juhu! Ich werde weiter experimentieren. :-)
Liebe Grüße,
Lisa
Mona 26.1.2019 um 9:19
Ich habe vor ein paar Tagen zum Thema Hasrwäsche mit Roggenmehl gelesen (weiß nicht mehr genau wo), dass man auf keinen Fall Vollkornmehl verwenden soll. Vielleicht wäre das Ergebnis mit „einfachem“ Roggenmehl noch besser.
Lisa von ich lebe grün! 12.2.2019 um 11:37
Liebe Mona,
sorry, dass ich jetzt erst antworte. Ah ok, interessant! Ich habe immer wieder gelesen, dass man auf keinen Fall nicht-Vollkornmehl kaufen soll. ;-) Weiter oben in den Kommentaren ging es auch um die Mehlsorte. Ich vermute, beides geht, aber muss jeder für sich selbst herausfinden... Weiterlesen Ich wasche gerade noch mit Roggen-Vollkornmehl und im Moment klappt alles richtig gut!
Liebe Grüße,
Lisa