Warum mir die Tränen kullern und ich Alkohol trinken darf

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
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Mir kullern die Tränen. Vor Anspannung, Freude und Stolz! Ich beschleunige meinen Schritt, auch wenn die Knie noch zittern und ich nicht richtig realisiert habe, was wirklich passiert ist. Mein Mann und meine Tochter kommen mir entgegen und wie auf Knopfdruck muss ich doch grinsen. Es fühlt sich unwirklich an, aber ich halte meinen Führerschein in den Händen.

Probezeit vorbei - Führerschein machen mit 36, geht das überhaupt?

Das war vor zwei Jahren. Und nun ist auch meine Probezeit vorbei. Ich kann also ab sofort Alkohol saufen, so zumindest ein Kommentar von einem Bekannten. Das steht bei mir nicht auf der To-Do-Liste, aber zur Feier des Tages möchte ich dir einige Geschichten aus meiner Probezeit erzählen. Denn was man erst später merkt, ist, dass nach der Fahrprüfung das wahre Leben beginnt.

Denn ich wusste nicht, was ich tat

Bewaffnet mit dem nagelneuen Führerschein in meinem Geldbeutel, fahre ich zu meinen Eltern. Die Strecke ist nicht besonders kompliziert, viel Landstraße und ein bisschen Autobahn. Auch wenn ich mich überwinden muss, möchte ich doch den nächsten Schritt wagen und zusammen mit dem Navi in die Welt hinausfahren. Ich schalte zur Beruhigung meiner bereits gespannten Nerven ein wenig Musik an und versuche, die Schultern hängenzulassen. Unglaublich, wie schnell sie hoch zucken, wenn man Auto fährt! Die beruhigende Navi-Stimme, ich nenne sie liebevoll Sabine, scheint mit meinen Fahrkünsten zufrieden zu sein. “Na, geht doch!”, sage ich begeistert und sehe das erste Hinweisschild für die nächste Autobahn. Wie aus dem Nichts höre ich die Stimme meines Fahrlehrers im Kopf, während ich versuche auf die Autobahn aufzufahren. Gib Gas, gib Gas! Und wenn es frei ist, rüber! Okay. Aber… nichts ist frei! Mein Herzschlag bricht jegliches Tempolimit, ich bekomme Schweißausbrüche und versuche zu funktionieren. Hinter mir ist ein riesiger LKW, neben mir ein weiteres Auto und keine Lücke weit und breit. Aber es passiert ein Wunder. Das Auto neben mir wechselt die Spur, ich rutsche sofort in die Lücke und höre auf meinen Fahrlehrer – ich gebe Gas. Aber sowas von. Schließlich will ich nicht von einem LKW zur Briefmarke gemacht werden.

Probezeit vorbei - Führerschein machen mit 36, geht das überhaupt?

Wird es eigentlich besser? Fährt man irgendwann auch völlig entspannt auf der Autobahn? Ich bin bis heute noch nervös, wenn ich drauf fahren muss. Aber auch das Überholen auf der normalen Landstraße hat es in sich. Sogar auf der recht kurzen Strecke zur Schule meiner Tochter ist es manchmal eine Slalom-Fahrt. Es gibt da eine Kurve. Und wie verhext fährt natürlich entweder ein Fahrradfahrer oder Tracker vor mir. Manchmal sind sogar direkt auf der Fahrbahn Gassi-Gänger unterwegs, natürlich dunkel gekleidet und völlig unerwartet.

Ach ja… wenn man denkt, dass das viele Sitzen während einer Autofahrt für mehr Hüftgold sorgt, würde ich dem sofort widersprechen. Zumindest nicht während der Probezeit. Mist, alles voll! Ich fahre langsam in einer kleinen Ortschaft und suche nach einem Parkplatz, um meine Tochter bei einer Freundin abzuliefern. Natürlich, heute sind meine Lieblingsplätze besetzt und ich suche nach einer Alternative. Ich biege in eine kleine Seitenstraße ein, die gefühlt mit jedem Meter schmaler wird. “Mama, bist du dir sicher, dass du hier fahren willst?”, fragt mich meine Tochter. “Das hilft mir jetzt auch nicht”, presse ich heraus und beiße mir auf die Lippe. Ich überlege, kurz auszusteigen und zu schauen, ob nach der Kurve nicht auch noch eine Sackgasse ist. Wie soll ich hier nur wieder rauskommen? Ich muss dringend wenden. Etwas panikartig schaue ich mich um. Ist da nicht eine Einfahrt? Ich fahre weiter und sehe eine kleine Einbuchtung. Ich wünsche mir eine Verkleinerungspistole, wenigstens nur für eine Minute. Aber mir bleibt nichts übrig. Da ich nicht zaubern kann, versuche ich zu wenden. Fast auf der Stelle, ständig vor- und zurück, komme ich aus der Zwickmühle. Einige Kilo bzw. Schweiß leichter, freue ich mich, das Gesicht meiner Bekannten zu sehen. Meine Tochter ist glücklich und hüpft ins Haus ihrer Freundin. Später erfahre ich, dass ich noch Glück hatte. Die Straße wird tatsächlich noch enger und eine Wendemöglichkeit, zumindest für unseren Bus, ist kaum vorhanden.

Ich will dir nur Angst machen, oder?

Aber warum erzähle ich dir das alles? Ich möchte dir keineswegs Angst machen. Auch wenn ich in diesen Situationen nichts zu lachen hatte, hoffe ich, dass wenigstens du ein wenig lachen konntest. Ich habe jede Situation gemeistert. Und bin mindestens 3 cm größer geworden – vor Stolz. In der Probezeit gehört Mut und Ausdauer dazu, aber auch regelmäßiges Training. Der größte Fehler ist, gar nicht zu fahren. Die Angst bekommt dann einen Ehrenplatz und der Teufelskreis beginnt. Lass dich gar nicht darauf ein, schalte deinen Kopf aus und hab Vertrauen, dass du jede Situation meisterst. Das fühlt sich richtig gut an!

P.S.: Lese auch weitere Artikel zum Führerschein-Machen mit 36!

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Veröffentlicht am 24. März 2023.
Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
Gründerin, Autorin, psychologische Beraterin
Ich bin Autorin und Gründerin des Online-Magazins „Ich lebe grün!“, das sich einem bewussten, nachhaltigen und gesunden Lebensstil verschrieben hat. Als zertifizierte psychologische Beraterin für hochsensible Frauen begleite ich meine Klientinnen in akuten Krisensituationen und bei persönlichen Lebensveränderungen – hin zu mehr Leichtigkeit, Klarheit und Wohlbefinden. Mehr über meine Arbeit findest du auf www.lisa-albrecht.de. Ich liebe das Meer, veganes Vanille-Eis und die Erdbeeren aus unserem Garten – kleine Alltagsfreuden, die mein Herz höherschlagen lassen.

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