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Bin ich ehrlich zu mir? Wer bin ich?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Ich schaue aus dem Fenster. So viele Windräder ziehen an mir vorbei. Sie stehen einfach da und drehen sich. Sie haben eine klare Aufgabe und wirken so unkompliziert. Es ist ganz ruhig im Auto. Meine Tochter schläft, ebenso der Hund. Viele Gedanken, wie Raketen, sausen in meinem Kopf herum.

Wer bist du?

Ich tauche ein in die plötzlich aufflammende Nostalgie und nehme die Zeit dankend an, um meine Gefühle zu sortieren und einfach nachzudenken. Wenn ich ehrlich bin, sehne ich mich sogar danach. Mir wird klar, dass ich in den letzten Wochen kaum Gelegenheiten hatte, mir eine der wichtigsten Fragen zu stellen: Wie geht es dir? Aber auch: Bist du glücklich? Und irgendwie ganz plötzlich taucht eine Frage auf, die mir Angst macht. Wer bist du? Ja, wer bin ich? Bin ich authentisch, lebe ich das, wonach ich mich sehne? Gibt es darauf eine Antwort? Hallo, mein Name ist Lisa Albrecht, ich bin Bloggerin und der Rest, ja, der Rest, was ist eigentlich damit? Von außen betrachtet, werden wir doch alle auf die berufliche Tätigkeit reduziert. Jeder ist aber so viel mehr. Ich bin so viel mehr als nur eine Bloggerin. Alles, was ich erlebt und gemacht habe, zählt. Bei diesem Gedanken spüre ich, dass es noch viele Dinge gibt, die ich sein möchte. Die ich ausprobieren und erleben möchte. Und ich bin dankbar, dass ich, ich bin. Ich weiß, es gibt Dinge, vor denen ich Angst habe, die mich aber unglaublich anziehen. Was ist, wenn ich nicht gut genug bin? Das war der Grund, warum sie auf der Strecke blieben und nie real wurden. Die Angst also. Wie so oft. Ich atme tief ein und aus. Ich spüre, dass meine alten Denkstrukturen wie Popcorn aufploppen, mit einem lauten Knall. Das hätte mich früher ganz schön beeindruckt. Heute bleibe ich gelassen. Ich schaue dem Popcorn zu und probiere sogar ein Stück. Lecker! Ich weiß, ich bin für mein Leben selbst verantwortlich. Angst, nicht gut genug zu sein, bringt mich absolut nicht weiter. Das, was in der Vergangenheit war, ist nicht heute. Ich muss mich nicht beweisen, ich werde bedingungslos geliebt, so wie ich bin. Dafür brauche ich nicht einmal andere Menschen. Es reicht, das ich für mich da bin. Ich beobachte zärtlich meinen Mann, blicke zu meiner schlafenden Tochter. Tiefe Dankbarkeit breitet sich aus. Um all das zu spüren, benötigte ich einige Jahre an Arbeit und Auseinandersetzung mit meinen Erlebnissen und mir selbst. Und auch jetzt bin ich nicht "geheilt". Aber das muss ich auch nicht. Ich bin gut so wie ich bin. Und wie geht es dir? Bist du glücklich? Wer bist du?

Ich wünsche dir eine besinnliche, erkenntnissreiche Weihnachtszeit und Alles Liebe für das kommende Jahr. Deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 20. Dezember 2019 veröffentlicht.