Führerschein mit 36: Krieg ich das Fahren doch nicht gebacken?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
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"Du musst dich etwas mehr rechts einordnen und stärker lenken, sonst gerätst du beim Abbiegen auf die Gegenfahrbahn" sagt mir mein Fahrlehrer, während ich aus allen Poren schwitze, um der aktuellen Situation gerecht zu werden. Eigentlich weiß ich das, aber nicht immer kriege ich alles gleichzeitig gebacken. Blinken, Verkehrssituation beobachten, bremsen, runterschalten, dabei lenken und all das so, dass ich keine Behinderung für andere Verkehrsteilnehmer bin. Ich bin mit dem Auto definitiv noch nicht verschmolzen. Selbst die Schaltung spielt mir noch an mancher Stelle böse mit. Bei meiner letzten Fahrstunde lief gefühlt alles schief. So war zumindest mein Bauchgefühl. Mein Fahrlehrer hat zwar am Ende gesagt, dass ich grundsätzlich gut gefahren bin, aber könnte durchaus entspannter werden und weniger nervös sein.

Fahrschule mit 36: Bin ich doch zu alt, um Neues zu lernen?

Ruhig bleiben, obwohl nichts klappt?

Wie soll ich auch entspannter werden, wenn ich während der Fahrt das Gefühl habe, alles falsch zu machen? So ging es mir zumindest bei der letzten Fahrt. Dagegen war meine vorletzte Fahrt richtig gut, ich bin mit einem super Gefühl ausgestiegen und dachte, die Welt liegt mir zu Füßen. Es hat alles geklappt, was ich mir vorgenommen habe. Ich habe an alles gedacht. Aber jetzt... jetzt bin ich mir gar nicht mehr sicher. Einmal abgewürgt, auf ein Hindernis nicht flüssig bzw. rechtzeitig reagiert (habe die Situation anders eingeschätzt), Probleme beim Abbiegen bekommen und als ich dachte, endlich alles richtig gemacht zu haben, war ich aus Versehen im falschen Gang. Zu Hause angekommen, war es mir nach Heulen zumute. Ich schluckte den ganzen Tag meinen Frust herunter, denn schließlich war es doch nur eine Fahrschulfahrt. Ich wollte mich zusammenreißen. Im Herzen und Bauch hatte ich das Gefühl, ein Messer würde drin stecken. Ich war so richtig von mir enttäuscht.

Fahrschule mit 36: Bin ich doch zu alt, um Neues zu lernen?

Erkenntnisse, um den eigenen Perfektionismus abzulegen

Am Abend, als alle im Bett waren, ließ ich alles Revue passieren. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken und konnte schlecht einschlafen. Dabei ging mir ein Licht auf. Die Erkenntnis ist wirklich nicht neu, aber wenn man so frustriert ist, sieht man vor lauter Bäume den Wald nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, meine Erkenntisse aufschreiben zu müssen. Vielleicht wird mir das helfen, nicht mehr so verletzt und enttäuscht zu sein. Ich schrieb auf:

  • Du darfst Fehler machen, dass ist okay und das ist dein gutes Recht.
  • Fehler machen ist nicht schlimm und hat nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun, sondern nur mit deinem aktuellen Stand des Könnens.
  • Du bist als Mensch nicht weniger Wert, nur, weil du etwas falsch gemacht hast.
  • Fehler sind wichtig, damit du dich weiter entwickelst und daraus lernen kannst. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
  • Fehler machen dich menschlich und authentisch.
  • Wer Fehler zulässt, erkennt und daraus lernt, beweist Mut und Stärke.

Und weißt du was? Das hat mir tatsächlich geholfen. Ich konnte danach einschlafen. Vor allem die zwei Sätze mit dem Mut und der Stärke, und dass ich als Mensch nach wie vor genauso wertvoll bleibe. Das ist bei mir scheinbar untergegangen, in dem ganzen Gefühlschaos.

Fahrschule mit 36: Bin ich doch zu alt, um Neues zu lernen?

Nächste Fahrstunde, neue Möglichkeiten

Also habe ich mir vorgenommen, diese weniger schöne Fahrstunde als eine weitere wertvolle Erfahrung abzuhacken und mich auf die nächste zu freuen. Wie war das bei dir, als du deinen Führerschein gemacht hast? Hattest du auch Fahrstunden, die dich richtig fertig gemacht haben? Ich habe gestern Abend meine Fehler analysiert und werde an ihnen feilen. Das Problem mit dem Schalthebel habe ich nun auch gelöst. Ich weiß jetzt, woran es liegt, dass ich manchmal im falschen Gang bin. Beim Abbiegen halte ich mich stärker links bzw. rechts und lenke stärker. Das hat ja schon zwischendurch gut geklappt. Und ich versuche, entspannter zu werden. Schließlich ist das doch nur Autofahren... ich muss nicht perfekt sein, schon gar nicht während ich es lerne. Perfekt ist man doch nie, auch wenn man schon sehr viele Jahre fährt. Völlig falsch, das ich das jetzt schon von mir verlange. Vielleicht helfen dir ja meine Erkenntnisse weiter, falls du auch gerade in einer (gefühlt) blöden Situation steckst. Wie immer: Um auf dem Laufenden zu bleiben, abonniere doch meinen kostenlosen Newsletter, dann versorge ich dich mit allen Neuigkeiten, die hier auf dem Blog passieren. Ich freue mich auf dich! Bis bald, deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 10. Dezember 2020 veröffentlicht.

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