Führerschein mit 36: Oh Gott, meine erste Autobahnfahrt!

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
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Du hast den Vorteil, du hast schon die Überschrift gelesen. Ja, ich hatte meine erste Autobahnfahrt! Als ich jedoch im Auto saß und mich immer näher Richtung Autobahn bewegte, war ich völlig ahnungslos. Meine Reaktion kannst du dir denken, als ich das blaue Schild sah! Aber alles der Reihe nach. Zum Glück konnte ich nach der längeren Corona-Pause wieder Fahrstunden nehmen (während du das liest, befinden wir uns leider wieder im Lockdown). Mein Gesundheitszustand (in diesem Artikel mehr dazu) ist soweit stabil, ich warte noch auf einen Arzttermin und weiß nicht, was auf mich zukommt. OP oder nicht... Aber es tut gut, sich ein bisschen abzulenken. Zum Beispiel mit den Fahrstunden. Meine erste Fahrstunde nach der längeren Pause lief besser als ich dachte. Auch mein Fahrlehrer war sehr zufrieden.

Erste Fahrstundenfahrt: Autobahn

Die Ruhe vor dem Sturm

Zwei Tage später hatten wir wieder eine Doppelstunde. Ich habe mich auf eine gemütliche Überlandfahrt eingestellt, schließlich fehlt mir noch eine Sonderfahrt. Und dann üben wir vermutlich noch ein bisschen in der Stadt. Wir sitzen also im Auto, der Fahrlehrer sagt mir, wohin ich fahren soll. Es läuft gut und die Stimmung ist entspannt. "Hast du vielleicht langsam eine Ahnung, wohin es diesmal geht?" fragt mich mein Fahrlehrer. In seiner Stimme höre ich eine Note heraus, die mich stutzig macht. Alle Alarmglocken schrillen in meinem Kopf. Wie bitte? In dieser Sekunde sehe ich ein Schild und es ist blau. "Dreimal darfst du raten" sagt mein Fahrlehrer und grinst. Das spüre ich, obwohl ich ihn gar nicht sehe, schon gar nicht sein Grinsen unter der Maske. "Nein, ich will gar nichts von dieser Ahnung wissen" sage ich und kann nur noch sprachlos mit dem Kopf schütteln. Dann muss ich lachen. "Oh Mann! Das ist ganz schön gemein!" sage ich und jetzt lachen wir beide. "Oh, Goooott!!" sage ich, atme tief ein und aus und will es nicht glauben.

Erste Fahrstundenfahrt: Autobahn

"Doch, doch!" sagt mein Fahrlehrer. "Hätte ich es dir vorgestern gesagt, hättest du doch nicht ruhig schlafen können!" Recht hat er. Ich hätte definitiv nicht geschlafen. So werde ich einfach ins kalte Wasser geschmissen und nehme die Situation so, wie sie kommt. Habe ich eine Wahl? Während wir auf grün warten, erklärt er, dass ich mir absolut keine Sorgen zu machen brauche. Ich fahre gut, er ist fit, seine Pedalle funktionieren (zum Test drückt er vorsichtig noch einmal und ich spüre, wie sie unter meinen Füßen selbstständig werden) und der Zeitpunkt ist optimal. Was soll ich machen? Irgendwann ist es soweit, also ran an die Herausforderung. Auch wenn ich Angst habe.

Angst und Mut gehören zusammen

Ich atme tief ein und aus und fühle mich bereit. Es geht auch recht schnell los. Schließlich geht es an der Ampel irgendwann weiter und schon bald fängt die Autobahnauffahrt an. Mein Fahrlehrer erklärt mir, was ich wann am besten machen soll. Mein Herz rast. Es ist etwas ungewohnt, so schnell zu beschleunigen, ich drücke weiter aufs Gaspedal. Oh mein Gott! Es gibt zum Glück keine Zeit mehr um Nervös zu werden, ich beobachte nur noch die Autos links und... tatsächlich! Ganz intuitiv fädel ich mich ohne Probleme ein. "Und das Atmen nicht vergessen" sagt mein Fahrlehrer. Ich grinse und atme wieder ein und aus. Juhu! Geschafft! Das Grinsen will gar nicht mehr weg. Ich fahre auf der Autobahn! Die Geschwindigkeit ist kein Problem. Das Überholen ist insofern neu, dass man deutlich weniger lenken muss. Nur wenige Zentimeter, ganz vorsichtig. "Du hast es geschaffst, du fährst auf der Autobahn" sagt mein Fahrlehrer und ist mit Sicherheit genauso stolz wie ich. Wir tragen zwar Masken, aber die lachenden Augen können nicht lügen.

Erste Fahrstundenfahrt: Autobahn

Autobahn-Sonderfahrstunden

Die erste Autobahnfahrt lief also sehr gut. Die nächste Fahrstunde wird auch wieder auf der Autobahn sein. Ich werde zwar etwas nervös, wenn ich daran denke, aber ich habe bereits eine Vorstellung, wie es geht. Zu Hause angekommen, war ich wirklich froh, genau in dieser Fahrschule gelandet zu sein. Ich fühle mich sehr wohl und das ist so wichtig! Solltest du also auch deinen Führerschein machen wollen: Suche dir bitte eine Fahrschule, in der du dich wohl fühst und du dich mit deinem Fahrlehrer gut verstehst. Das ist die halbe Miete! Wer nach der Fahrstunde heulend nach Hause kommt oder der Fahrlehrer schreit, ist definitiv in der falschen Fahrschule. Unter Stress und Angst kann man nur sehr schlecht lernen.

Update: Alle Autobahn-Fahrten absolviert

Ganz stolz möchte ich diesen Artikel ergänzen: Ich bin mit den Autobahnfahrten soweit fertig. Dazu gehörten auch Autobahn-Baustellen, die mein Fahrlehrer extra fahren wollte. Manchmal kann eine Baustelle richtig schmal und kompliziert werden - gut, dass ich jetzt auch ein wenig Erfahrung (oder einen Hauch von Ahnung) habe. Insgesamt klappte das Fahren auf der Autobahn richtig gut und die Angst war fast schon unbegründet. Eine Hürde wird es sein, irgendwann ohne einen Fahrlehrer an meiner Seite selbstständig auf der Autobahn unterwegs zu sein. Jetzt aber bin ich noch nicht soweit, solche Gedanken kann ich mir ja machen, wenn es soweit ist. Sonst kriege ich wieder Gänsehaut.

In meinem Newsletter halte ich dich auf dem Laufenden, wie es mit dem Führerschein bei mir weiter geht. Bis dahin, wünsche ich dir eine schöne Zeit und bis bald! Deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 16. Februar 2021 veröffentlicht.

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