Minimalismus mit Kindern: Häufige Fehler beim Ausmisten

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
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Minimalistisch zu leben ist gar nicht so einfach. Für viele Menschen bedeutet Besitz gleichzeitig auch Sicherheit. Doch schnell sind die Räume voll und man bekommt das Gefühl, zu ersticken. Das Chaos ist vorprogrammiert. Vor allem mit Kindern. Spielsachen, aber auch benutzte andere Gegenstände, fliegen gerne überall herum. Ist Minimalismus auch mit Kindern möglich?

Minimalismus mit Kindern - warum regelmäßiges Ausmisten gut ist

Wissen deine Kinder, warum regelmäßiges Ausmisten für sie gut ist?

Wir haben zu viel Zeug! Das ist eine häufige Aussage, die aber erst einmal im Raum steht - ohne richtige Vorteile. Vielleicht finden die Kinder es gar nicht störend, dass sie viel besitzen oder das Haus voll ist. Warum sollten auch sie ausmisten? Oft können Kinder deine Empfindungen wie "Mehr Ordnung" oder "weniger Stress" gar nicht so nachvollziehen, denn ihnen sind andere Sachen wichtiger. Erzählt man ihnen aber konkret, was sich für sie verändert, wenn man ausgemistet hat, bekommt die Aktion ein ganz anderes Gewicht. Meine Tochter verkauft ihre nicht mehr benötigten Spielsachen, um sich etwas anderes zu kaufen, was sie aktuell benötigt. Wenn man weniger putzen muss, hat man automatisch mehr Zeit für Ausflüge oder zum gemeinsamen Spielen. Wissen das die Kinder, können sie verstehen, warum solche Aktionen Sinn machen.

Du bist nicht allein im Haushalt

Wenn man gerade Feuer und Flamme ist und gefühlt den halben Haushalt aussortieren möchte, kann dies für andere Familienangehörige ganz schön anstrengend oder sogar belastend sein. Nicht alle sind zur gleichen Zeit "reif" für Minimalismus und möchten Dinge loslassen. Das ist eine Entwicklung, die jeder für sich, ganz individuell, macht. Natürlich, als Familienbande entwickelt man sich oft ähnlich, trotzdem sollte man feinfühlig sein und schauen, ob wirklich alle einverstanden und bereit sind.

Achte auf die Bedürfnisse deiner Kinder

Mit Kindern auszumisten ist nicht immer so einfach. Während kleinere Kinder das große Ausmisten als ein lustiges Spiel wahrnehmen und das vorgelebte Verhalten einfach nachahmen, können etwas größere Kinder die Aktion ganz schön in Frage stellen. Das ist auch gut so, denn solche Entscheidungen zu treffen muss erst gelernt werden. Auf keinen Fall sollte man einfach seinen Willen durchsetzen oder ihre Sachen ohne ihr Einverständnis aussortieren. Das ist doch klar - denkt man. Aber auch Sachen, die schon lange nicht benutzt werden und irgendwo verstaut sind, können nicht einfach so weg. Immer zusammen ausmisten und bei der Entscheidung unterstützend dabei sein. So bleibt das Ausmisten positiv und erzeugt bei allen ein gutes und befreiendes Gefühl.

Minimalismus mit Kindern - nicht zu viel auf einmal

Nicht zu viel auf einmal

Kinder sind beim Ausmisten noch schneller überfordert als Erwachsene. Bei jeder Sache eine Entscheidung zu treffen ist ganz schön anstrengend. Am besten macht man einen groben Plan und macht in der Woche zwei bis drei Ausmistaktionen, die überschaubar bleiben. So kommt man immer weiter und kann die Sache mit Erfolg abschließen.

Entscheidungen akzeptieren lernen

Jeder ist für seine Sachen verantwortlich. Möchte dein Kind etwas nicht ausmisten, obwohl es in deinen Augen wirklich nicht mehr benötigt wird, dränge es nicht dazu. Akzeptiere diese Entscheidung, auch wenn es manchmal schwer fällt. Du wirst sehen, je weniger Druck entsteht, umso besser können sich Kinder (und auch Erwachsene) von nicht mehr benutzten Dingen lösen. Wenn unsere Tochter sich nicht sicher ist, ob sie eine bestimmte Sache endgültig aussortieren möchte, parkt sie sie in einer Kiste im Abstellraum. Vermisst sie den Gegenstand doch, holt sie ihn wieder. In einigen Monaten schauen wir wieder in die Kiste und bei den meisten Sachen stellen wir fest, dass sie endgültig weiterziehen können.

Du bist nicht die anderen

Social Media ist manchmal wirklich ansteckend. Dort können wir verschiedene Stufen des Minimalismus sehen. Sei dir bewusst, dass du nicht die anderen bist. Jeder muss sich in seinen vier Wänden wohl fühlen und zu viel Druck oder falsche Motivation kann das Projekt ganz schön negativ belasten. Also: Einfach ausprobieren und deinem Bauchgefühl vertrauen!

Beitrag von Lisa Albrecht am 17. Juli 2020 veröffentlicht.

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