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Wer Stress sagt, meint Angst?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

So ein Zufall! Ich habe die aktuelle Podcast-Folge mit dem Namen "Versteckt sich hinter Stress eigentlich Angst?" von Stefanie Luxat (OhhhMhhh.de) gehört und dort war Beata Korioth zu Gast, Buchautorin und Bewusstseinstrainerin, die mit Stefanie über unsere Wahrnehmung gesprochen hat. Am nächsten Tag bringt mir die Post das Buch Goodbye Stress von Beata Korioth. Ich habe mich ziemlich gewundert! Was ich jedoch einfach vergessen habe: Bereits vor Wochen habe ich es für die Rezension vormerken lassen. Doppelt hält besser, jetzt habe ich einen Grund mehr, diesen Beitrag zu schreiben. Denn: Aus diesem Buch und der Podcast-Folge - und ich danke Beata Korioth und natürlich auch Stefanie Luxat sehr - habe ich für mich eine neue Entspannungstechnik gelernt, die mir hilft, Stress und nicht zu Ende verarbeitete Stress-Situationen abzubauen. Beata Korioth geht soweit und sagt, dass wir eigentlich Angst meinen, wenn wir Stress sagen. Das Wort Stress ist schlecht zu greifen, aber mit Angst können wir gut arbeiten.

Goodbye Stress von Beata Korioth
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"Ich schleppe keine schweren Wasserkisten mehr, sondern zapfe mir mein Wasser direkt."
Lisa Albrecht
Meine Lösung

Neurogenes Zittern

Zuerst möchte ich dir von meiner Entdeckung berichten. Beata Korioth erzählt in ihrem Buch vom neurogenen Zittern. Bitte gib dieser Technik eine Chance, mag sein, dass das jetzt komisch klingt, aber sie ist so effektiv. Vermutlich jeder von uns kennt irgendeine Situation, in der wir gezittert haben. Ich zum Beispiel hatte in meinem Leben bereits ziemlich viele Panikattacken. Nach jeder überstandenen Panikattacke setzte bei mir das Gähnen und Zittern ein, das ich in der Regel zuließ und solange "genossen" habe, bis ich ruhig und entspannt wurde. Wenn mein körperlicher Zustand in diesen Modus umgeschaltet hat, wusste ich, dass nun endlich Erleichterung eintritt. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Früher habe ich im Buch von Dr. Isa Grüber Was der Körper zu sagen hat viel über das Körpergedächtnis gelesen (ich habe das Buch in diesem Beitrag vorgestellt). Unser Körper erinnert sich an jede Situation, die wir erlebt haben - egal zu welchem Zeitpunkt. Wenn er die Situation jedoch nicht abschließen konnte, wenn nach einer stressigen Situation (es muss gar nichts schlimmes sein) keine Entladung der aufgeladenen Energie stattfinden konnte, bleibt sie im Körper "stecken". Über das Körpergedächtnis schreibt Beata Korioth auch viel. Sie erzählt ihre persönliche Geschichte, welche unverarbeiteten Situationen bei ihr im Körper stecken geblieben sind. Es gibt nämlich drei Phasen, die wir durchleben (Auszug aus dem Buch von Beata Korioth "Goodbye Stress", S. 141):

  • Überleben: Das Ereignis findet statt. Der Körper reagiert.
  • Entladen: Die Gefahr ist vorbei. Der Körper entlädt die überschüssige Hochspannung.
  • Daraus lernen: "Ich bin in Sicherheit". Entspannung darf einsetzen. Freies und bewusstes Handeln in der Zukunft.

Wir alle hatten Situationen, die nicht optimal liefen. Ich hatte als Kind viele Situationen, die ich nicht zu Ende verarbeiten konnte. Noch heute zeigt mein Körper bestimmten Reaktionen, sobald ich auf einen Auslöser stoße. Ich bin heute viel weiter als noch vor 10 Jahren, ich kenne meine Auslöser gut und arbeite an diesen Baustellen. Beata Korioth sagt: "Wir erleben Gefahren, wo keine sind. Wollen wir Ängste auflösen, müssen wir unbedingt den Körper mitnehmen - es geht nicht anders. Dem Körper ist gleichgültig, ob wir uns den Unfall nur vorstellen oder ihn tatsächlich erleben." Es ist so wichtig, dass unser Körper die Dinge zu Ende bringt, die irgendwann gestoppt wurden. Nicht immer können wir jede Anspannung in unserem Körper mit einer Erinnerung von früher verknüpfen, wer erinnert sich schon an jede Situation. Es ist auch gar nicht notwendig. Wichtig ist, dass der Körper die Möglichkeit bekommt, nach und nach unverarbeitete Dinge zu entladen, Schritt für Schritt, ob von gestern oder von früher. Die Reihenfolge ist egal, hauptsache, er hat ein Ventil dafür.

Goodbye Stress

Unsere Lebensweise heute ist so unnatürlich geworden. Würden wir nach einem unangenehmen Gespräch mit dem Chef plötzlich in aller Öffentlichkeit zittern? Die meisten würden sich nicht trauen, das zuzulassen. Wir haben gelernt, dass wir stark sein müssen. Das Zittern zeigt Schwäche, wir sehen verletzlich und getroffen aus. Wir können das Zittern bei Tieren sehr gut abschauen. Ich habe ja einen Hund. Wenn er angespannt ist oder eine unangenehme Hundebegegnung erfahren hat, schüttelt er sich direkt danach oder fängt kurze Zeit später an zu zittern. Meinen Hund interessiert es nicht, ob jemand sein Zittern merkwürdig findet. Er macht es einfach. Wir Menschen bewerten es gleich negativ und lassen es leider nicht zu. So kann die aufgestaute Energie in dem Moment nicht entladen werden und wird auf später verschoben. Nur, wenn wir ehrlich sind, wann haben wir später die Möglichkeit dazu?

Ich habe gezittert, bis die Wände gewackelt haben!

Ich habe mir jetzt regelmäßig diese Möglichkeit gegönnt. Ich habe mich gestern ziemlich stark in den linken Daumen geschnitten. Mir wurde sehr schlecht dabei, mein Kreislauf spielte verrückt und ich musste mich fast übergeben. Nach dem ich von meinem Mann liebevoll versorgt wurde und mein Kreislauf stabil war, fing ich an zu zittern. Automatisch ging es los, ohne dass ich es wollte. Ich habe es zugelassen. Ich war wieder "sicher" und mein Körper konnte aus dem Überlebensmodus in die nächste Stufe übergehen. Ich habe gezittert, so dass gefühlt die Wände gewackelt haben. Es sieht vielleicht komisch aus, wir sind es einfach nicht gewohnt, so ein Bild von einem zitternden Mensch zu sehen. Aber es ist eine sehr wichtige Reaktion und darf einfach nicht unterdrückt werden. Je mehr ich über meinen Körper lerne, umso verbundener und vertrauter bin ich mit ihm.

Ich kann dir ans Herz legen, dir das Buch Goodbye Stress von Beata Korioth zu besorgen. Ich habe in diesem Beitrag nur das neurogene Zittern unter die Lupe genommen, in ihrem Buch steht noch so viel mehr über das Thema Stress, aber auch über Kopfkino, Daueralarm, der bewusste Atem und mehr. Wie das neurogene Zittern geht, erklärt Beata Korioth sehr gut in ihrem Buch, aber auch in diesem Video. Probiere es in einer ruhigen Minute aus und du wirst sehen, wie gut es dir tut! Ich zittere nun regelmäßig und merke, wie entspannter ich mich insgesamt fühle. Hast du Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht? Darüber würde ich mich sehr gerne mit dir austauschen. Bis bald, deine Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 30. Oktober 2018 veröffentlicht.

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Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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