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Stoffbinden und Stoffslipeinlagen im Test - meine Erfahrungen

Lisa Albrecht
von Lisa Albrecht / 31. März 2016

Bevor wir direkt zu den Binden als Monatshygiene kommen, möchte ich gerne auf das Thema "Warum überhaupt Binden" eingehen. Ich kenne einige überzeugte Tampon- oder Menstruationstassen-Benutzerinnen, die noch nie in ihrem Leben Binden benutzt haben. Sie finden sie doof, ohne sie wirklich ausprobiert zu haben. Jeder macht es natürlich, wie er mag. Es gibt aber auch Frauen, die nicht so gerne etwas im Körper haben möchten. Manchmal nur an bestimmten Tagen, manchmal während der gesamten Periode. Die einen mögen den Gedanken einfach nicht, die anderen fühlen sich unwohl und die dritten können vielleicht auch nicht - die Gründe sind sehr individuell. Also greift man zu den Binden. Das ist eine sehr alte und erprobte Methode, um ohne Zwischenfälle gut durch den Tag zu kommen, wenn man seine Periode hat. Es gibt nicht nur DIE EINE ultimative Binde. Es gibt sehr viele auf dem Markt und jede Frau sollte für sich die passende finden, um sich richtig wohl zu fühlen.

Stoffbinden

Welche Binden gibt es?

Grob kann man sagen, dass es drei Typen von Binden für die Monatshygiene gibt. Einmal die klassische Wegwerfbinde, die aus einem Plastik-Baumwoll-Gemisch besteht (da gibt es diverse Nuancen), dann die Öko-Wegwerfbinde aus einem recht hohen Teil Bio-Baumwolle und dann die Stoffbinde. Diese gibt es ebenso in diversen Material-Ausführungen.

Stoffbinden

Stoffbinde oder Wegwerfbinde?

Beide Binden müssen hergestellt werden und benötigen Recoursen. Im Vergleich zu einer Wegwerfbinde, können Stoffbinden ganz unproblematisch gewaschen und wiederverwendet werden. An dieser Stelle werden vermutlich einige die Nase rümpfen. Aber es ist nicht so, wie man es sich ausmalt! Die Wegwerfbinde wird weggeworfen und erzeugt jede Menge Müll und schont auch nicht wirklich den Geldbeutel. Mag sein, dass sie ziemlich praktisch ist und gut funktioniert. Aber! Stoffbinden funktionieren ebenso ziemlich gut. Die meisten haben einfach keine ausprobiert. Mir ging es ähnlich. Bis vor kurzem wusste ich auch recht wenig von deren Existenz. Man kann sie genauso verwenden wie eine Wegwerfbinde und nach der Benutzung waschen. In der Anschaffung sind sie erstmal teuerer, aber mit der Zeit lohnen sie sich schon. Mit einer Stoffbinde ist man übrigens auch ziemlich unabhängig, wenn man seinen monatlichen Vorrat angelegt hat. Einmal waschen und die nächste Periode kann kommen! Wer gerne näht, kann sich seine Stoffbinde ebenso selbst nähen. Aus eigener Näherfahrung weiß ich aber, dass Produkte, die auf den ersten Blick "ganz einfach" aussehen, nicht immer ganz einfach selbst herzustellen sind. Das nur mal am Rande. :-) Ich habe für meine Tochter mal Stoffwindeln genäht und fand diese Arbeit doch zeitintensiver, als ich zuerst dachte. Ebenso hat man nicht immer die passenden Materialien zur Hand. Spaß macht es natürlich trotzdem.

Stoffbinden

Persönliche Erfahrung mit Stoffbinden

Ich kann euch so viel Theorie wie ich will erzählen, aber eine praktische Erfahrung ist viel wert. In Kooperation mit Erdbeerwoche habe ich zwei Stoffbinden-Typen zum Testen erhalten. Einmal waren es die Stoffbinde aus Biobaumwolle für eine mittelstarke Blutung oder für die Nacht und die Ellas Bio-Stoffsplipeinlage für jeden Tag oder eine leichte Regel. Vorher hatte ich keine Erfahrungen mit Stoffbinden, ich verwende eine bunte Mischung aus Wegwerfbinden und einer Menstruationscup. Ich habe also auf den Zeitpunkt sehnsüchtig gewartet, um mit dem Testen loslegen zu können. Was soll ich sagen? Insgesamt bin ich von den Stoffbinden sehr positiv überrascht. Ich kann euch jetzt schon sagen, dass ich nur im Notfall Wegwerfprodukte kaufen werde. Die Stoffbinden bestehen fast nur aus Bio-Baumwolle (fast, weil in den Binden noch ein Wäscheschutz integriert ist, damit garantiert nichts durchgeht) und fühlen sich sehr gut an. Sie sind ein wenig dicker als die Wegwerfbinde, aber weicher. Die Saugkraft war in Ordnung, ich habe die Binde einfach nach Bedarf und Gefühl gewechselt. Durch die Druckknöpfe an den Flügelchen kann man die Binde gut befestigen und bei mir ist nichts verrutscht. Man spürt die Druckknöpfe beim Sitzen nicht. Bei den Stoffbinden hatte ich ein wenig das Problem, dass sie mir trotz zweiter Breitestufe (es gibt zwei Knöpfe, um die Breite anpassen zu können) ein wenig zu breit waren. Ich bin aber ein recht zierliches Exemplar, also ist das vermutlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Die Stoffslipeinlagen habe ich ebenso für meine Periode benutzt und kam mit ihnen besser zurecht, weil sie kleiner sind. Wenn die Binde voll ist, kann man sie zu einem Rechteck falten. Das ist eine gute Idee und sieht gut aus. :-) Nach der Benutzung habe ich einmal die Binden im kalten Wasser ausgewaschen (wie der Hersteller empfiehlt) und dann später in die Wäsche gegeben. Sie wurden sauber, ohne Rückstände!

Stoffbinden

Beim zweiten Mal war ich zu faul und habe die Stoffbinden (beide Sorten) ohne sie vorher auszuwaschen, in die Waschmaschine gegeben (da befand ich mich schon in der Mitte der Periode). Das gleiche: Sie sind komplett sauber geworden! Ehrlich gesagt, würden mich aber auch leichte Verfärbungen nicht stören. Das sind ja meine Stoffbinden und nur ich sehe, was da los ist. Die Idee, bunte Stoffe zu verwenden, finde ich aber trotzdem besser. Bei hellen Stoffen hat man automatisch die Angst, dass das Blut nicht rausgeht. Gewaschen habe ich beide Stoffbinden-Typen bei 60 Grad. Sie strocknen recht schnell, auf der Heizung noch schneller. Die Form war auch nach dem Waschen gut. Ich habe die recht wenigen Binden mehrfach gewaschen, damit ich sie komplett für meine Periode benutzen und testen konnte. Es wäre aber deutlich angenehmer, wenn man sich gleich einen Vorrat zulegt und erst später eine große Wäsche machen kann. :-) Wieviele Stoffbinden man wirklich im Monat benötigt, ist natürlich sehr individuell. Ich kann von mir sagen, dass mein Stoffbinden-Verbrauch um ca. 1,5 mal höher war als bei der Wegwerfbinde. Einfach ausprobieren. Die Anschaffungskosten sind natürlich deutlich höher als bei Wegwerfbinden, aber ich denke nach ca. einem Jahr fängt man dann an zu sparen. Stoffbinden sollen ja länger halten und man hat ein ganz anderes Bewusstsein mit so einem Produkt.

Stoffbinden

Fazit: Stoffbinde - ja oder nein?

Ich bin froh, die Stoffbinde für mich entdeckt zu haben. Sie funktioniert in meinen Augen fast genauso gut wie eine Wegwerfbinde. Der Arbeitsaufwand ist bei der Stoffbinde zwar etwas höher (weil man noch waschen und aufhängen muss), aber das Tragegefühl und das gute Gewissen überzeugen mich. Toll wäre es, wenn sie ein wenig günstiger wären. Ich denke aber, dass eine Stoffbinde einige Jahre hält und sich die Investition dann auch lohnt.

Habt ihr Erfahrungen mit Stoffbinden?

Eure Lisa.

Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Redakteurin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und mit zwei Hunden ist unsere Familie aktuell komplett. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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NeueWelt 23.6.2017 um 2:41
hi leute,
ich wills jetzt auch wissen :)
möchte mir die slipeinlagen aber selber nähen..
muss sowieso die tage stoff bestellen und wollte gleich was für die einlagen mitbestellen!
nur weiß ich nicht genau was.. ich habe nur noch leicht meine tage,wenns mal doll ist, ist es sehr kurz...soll heißen vil. grad mal ne halbe stunde xD
ich kann mir nicht vorstellen das ne lage altes handtuch und baumwollstoff oben und unten ausreichen wird? und molton ist mir zu teuer, bei guter qualtität...
bin da ziemlich verzweifelt, was ich nehmen soll!
von den PUL beschichteten kram möchte ich absehen,da ich gerade versuche so gut es geht aus jeglicher art von plastik zu verzichten und ich es für unnötig ansehe, da ich so oder so regelmäßig die dinger wechsel!
wäre euch sehr sehr dankbar für eure hilfe :) !!!
lg
↑ Antworten
Vagi 26.5.2017 um 8:51
Hallo ihr Lieben,
Ich denke auch über Stoffbinden nach. Benutze schon Menstruationstassen aber in den ersten Tagen ist die Periode bei mir stark und ich muss zusätzlich zum Schutz wenn ich unterwegs bin eine Binde reinmachen. Der Sinn einer Tasse ist es ja nicht mehr so viel Abfall zu produzieren was ich ja mit den herkömmlichen PlastikBinden dann trotzdem mache. Das ärgert mich. Deshalb trage ich die dann auch nur unterwegs und wechsel nicht so oft (weil ich ja eh die Tasse drin hab). Allerdings gefällt mir da der Tragekomfort überhaupt nicht. Gerade bei Temperaturen wie heute ist es super schnell schwitzig. Außerdem habe ich zusätzlich sehr häufig mit Blasenentzündungen zu kämpfen, weshalb der umstieg komplett auf Stoffbinden bei mir glaube ich sinnvoll wäre. Aber ich habe bedenken wegen meiner Menstruationsstärke. Gerade an einem Tag wie heute. Ich muss den ganzen Tag in einem sehr warmen Raum non stop stehend körperlich arbeiten. Und dann die Hitze. Ich hätte Angst dass ich mit den Stoffbinden auslaufe. Hat da jemand Erfahrung? Also mit starker Menstruation und nur Stoffbinden als Schutz?
Vielen Dank schonmal :)
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 27.5.2017 um 17:50
Liebe Vagi,
ich würde sagen, dass für unterwegs in Kombination mit einer Menstasse ist die Stoffbinde super. Sonst weiß ich nicht, wie lange du unterwegs bist und wie oft du wechseln kannst. Stoffbinden halten genauso viel aus wie Plastikbinden, ich merkte kaum einen Unterschied. Was ich auf jeden Fall sagen kann: Stoffbinden schwitzen nicht so! Echt deutlich angenehmer. Wenn du also mehrere dabei hast (kannst ja in eine Tüte verschwinden lassen), lohnt sich der Umstieg auf Stoffbinden. Plastikbinden haben eigentlich nur den Vorteil, dass man sie sofort entsorgen kann und sich nicht um die Wäsche kümmern muss. Aber das ist ja eine andere Sache. Sonst haben sie in meinen Augen nur Vorteile. Auslaufen wirst du nicht - es gibt welche mit Wäscheschutz! Probier doch einfach einige aus und du wirst dann schnell merken, welcher Hersteller dir zusagt.
Liebe Grüße von
Lisa
↑ Antworten
Vagi 27.5.2017 um 19:06
Liebe Lisa,
Danke dir für die Antwort. Desweiteren beschäftigt mich: die Aufbewahrung dieser Stoffbinden. Stinkt das nicht
Lisa von ich lebe grün! 27.5.2017 um 19:28
Liebe Vagi,
nein, damit hatte ich bis jetzt keine Probleme. Es gibt ja auch solche Beutel für nasse Sachen (oder Zipper-Beutel). Einfach ausprobieren! :-)
Liebe Grüße,
Lisa
↑ Antworten
Dorothea 16.2.2017 um 23:24
Ich benutze in der Zwischenzeit seit über zwei Jahren nur noch waschbare Binden. Meine Tage sind recht schwach, ich habe trotzdem den Bestand von neun Faltbinden (die kann man einfach umdrehen wenn man eine frische Oberfläche braucht) auf elf aufgestockt und ich bin begeistert. Ich werfe meine Binden ohne sie auszuspülen in einen Wäschesack, reibe die groben Flecken dann mit pflanzlicher Gallseife ein (gibt es bin Drogerien im Karton) und wasche sie bei 60 Grad mit selbst gemachtem Kastanienwaschmittel und etwas Soda. Auf der Arbeit (wo ich der Ökonazi bin. ;-) ) hat mich letztens eine Kollegin ausgelacht als ich keinen Tampon für sie hätte und sie wissen wollte was ich als Öko denn nehme, aber damit kann ich gut leben. Für mich überwiegen die Vorteile bei den Stoffbinden einfach. Kein jucken im Intimbereich mehr, kein Geruch nach einer Fischfabrik in der die Kühlung ausgefallen ist, weniger Einkäufe zu schleppen und kein Mülleimer mehr um den die Fliegen kreisen..
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 21.2.2017 um 9:26
Liebe Dorothea,
dankeschön für dein Feedback und deine Erfahrung! Ich bin ganz bei dir!
Liebe Grüße von Lisa
↑ Antworten
Vagi 27.5.2017 um 19:12
Hey Doro,
Das hört sich ja toll an.
Aber worin lagerst du die benutzten Binden unterwegs?
Und welchen Anbieter kannst du empfehlen?
Kastanienwaschmittel? Klingt spannend. Meine Mitbewohnerin nutzt so ein öko waschmittel von dm. Ich finde die Kleidung riecht danach immer noch nach schweiß...leider.
Liebe Grüße
↑ Antworten
doro 06.6.2017 um 17:16
Ich rolle sie zusammen und betätige die druckknöpfe. dann kommen sie in ein seitenfach meiner handtasche. durchsuppen tut da nichts.
gegen den schweißgeruch empfehle ich einen teelöffel reine soda (gibt es beim waschmittel) mit in die waschmaschine zu geben. das neutralisiert gerüche und killt keime.
wegen des kastanienwaschmittels schaue einmal hier:
http://www.zerowastefamilie.de/DIY-_-Kastanienwaschmittel.htm
bei den binden habe ich keine speziellen empfehlungen, die faltbinden habe ich gebraucht (wurden ja gewaschen) bei ebay gekauft, hersteller ist imse vimse. weitere habe ich auch bei ebay in neu gekauft, peinlicherweise aus china, wer der hersteller ist weiß ich auch nicht mehr. die in neu gekauften sind keine faltbinden sondern "am stück", wie wegwerfbinden. das gefällt mir doch besser weil einem nicht ständig alles auseinander fällt. :-)
Steffi 08.1.2017 um 21:39
Hallöchen, da ich der Umwelt etwas gutes tun und natürlich meinen Geldbeutel zu schonen möchte, überlege ich auch wiederverwendbare Slipeinlage zu kaufen bzw selbst zu nähen. Aber Damenbinden kann ich mir noch gar nicht vorstellen. Die Einwegprodukte haben ja diesen gewissen Suprasorb, der Flüssigkeit in Gel umwandelt- wie fühlt sich das mit den Baumwollbinden an? Fühlt sich das nicht nass an? Werd mich mal in den Menstruationstassen probieren. Ist schon mal ein Anfang was für die Umwelt beizutragen. Liebe Grüße Steffi
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 11.1.2017 um 9:46
Liebe Steffi,
ich hatte auch die gleichen Bedenken, aber Stoffbinden fühlen sich überhaupt nicht nass an, ganz im Gegenteil. Ich bin schneller genervt, wenn ich Einwegbinden benutze (musste ich mal im Urlaub) und war froh, wenn ich meine Stoffbinden wieder hatte. Das Tragegefühl ist einfach ganz anders. Und die gekauften Stoffbinden sind nicht wirklich viel dicker - kaufe dir doch einfach 1-3 Stück und teste sie. Du wirst schnell einen Eindruck bekommen.
Liebe Grüße von
Lisa
↑ Antworten
Elfe 11.1.2017 um 10:00
nein, fühlt sich nicht naß an, man darf aber keinen weichspüler zum waschen verwenden weil sonst weniger saugkraft da ist. ich find sie wesentlich angenehmer als alle herkömmlichen binden, sie riechen auch im sommer kaum im gegensatz zu den wegwerfdingern, weil eben kein plastik drinnen ist, und man schwitzt dadurch auch nicht
↑ Antworten
Tina 23.12.2016 um 11:10
Hallo zusammen,
ich bin 37 Jahre alt und benutze seit 4 Jahren auschließlich Stoffbinden.
Wie es dazu kam:
Vom Tag meiner allerersten Periode benutzte ich Tampons und fand es super. Bis ich dann Probleme mit Scheidentrockenheit bekam und das Einführen der Tampons weh tat. Ich hatte mit der Zeit auch immer stärke Regelschmerzen und laß, dass als Auslöser u.a. Rückstände von Chemikalien in Wegwerfprodukten in der Diskussion sind. Außerdem fühlte ich mich in den koventionellen Wegwerfbinden scheußlich (Saunafeeling und Geruch). Mit den Bio-Binden aus dem Bioladen (ich hatte die von Natra*Care) war ich dann schon ziemlich zufrieden. Gleichzeitig wurde ich aber immer ökiger in meinen Überzeugungen, u.a. versuchte ich, meinen Abfallberg zu verringern. Nach Küchenrolle, Papiertaschentüchern und einem Teil des Klopapiers (stattdessen Schwamm- und Stofftaschentücher sowie Bidetbrause am Klo) flogen auch die Wegwerf-Monatshygieneartikel aus meinem Leben raus.
Meine erste Wahl sind Stoffbinden zugegebener Maßen nicht, doch komme ich mit Levantiner Schwämmchen, Baumwolltampons und Menstassen nicht zurecht. Macht mir aufgrund meiner engen Bauart und meiner Schleimhautempfindlichkeit Probleme beim Einführen/Entfernen. Doch sind sie meines Erachtens tausend Mal angenehmer, als Wegwerfprodukte.
Vorteil: Trockenes Tragegefühl (ich lieeebe es!), kein Geruch (fantastisch!), leichte Reinigung, wiederverwendbar.
Nachteil: Sie sind dicker, aber daran hab ich mich gewöhnt. Nimmt man reine Baumwollprodukte ohne Wäscheschutz (PU-Beschichtung), müssen sie an starken Tagen und/oder wenn man unterwegs ist sehr dick sein. Das mag ich nicht, weil ich mich wie gewindelt fühle. Deshalb verwende ich außer Haus die mit Wäscheschutz. Nur im Hochhochhochsommer werden diese schwitzig mit Geruchsbildung. Entweder häufig wechseln und sich nach Möglichkeit auch bißchen waschen (bidetartig mit einer Wasserflasche oder so) oder gleich die ohne Wäscheschutz nehmen, ist luftiger.
Neutral: Insgesamt wechselt man Stoffbinden häufiger, weil die saugfähigkeit nicht so groß ist wie die von Wegwerfprodukten. Das mag lästig erscheinen, doch finde ich es zweifelhaft, wie angenehm es ist, stundenlang das alte Blut im Höschen zu sammeln. Der erhoffte Effekt, dass die Regelschmerzen weniger werden, trat nicht ein.
Wieviel ich davon brauche? Ich halte mich die ersten beiden starken Tage durch meine extrem starken Regelkrämpfe max. 3-4 Stunden außer Haus auf. Außerdem gehe ich in kurzen regelmäßigen Abständen zur Toilette (1-2 Std.) und lasse das Blut direkt ablaufen. So reichen mir pro Tag 2-3 dünne Stoff-Slipeinlagen mit Flügeln und 1-2 mit Wäscheschutz an den ersten drei Tagen, danach wird es weniger. Ab dem 4. Tag trage ich nachts gar nichts mehr, denn ab dem 4. Tag und generell nachts habe ich nur Schmierblutung. Insgesamt also so 3-6 Wäscheschutzbinden und 6-10 Slipeinlagen maximal.
Mit oder ohne Flügel? Immer mit, die ohne verrutschen bei mir trotz enger Baumwoll-Unterwäsche und engen Hosen.
Slipeinlagen für jeden Tag: bei Unterhosen mit Baumwollzwickel und enger Hose geht ohne Flügel, ich stecke sie in den Zwickel. Bei Unterhosen ohne Zwickel und/oder Rock brauche ich Flügel, um sie an Ort und Stelle zu halten.
Die Reinigung gestalte ich denkbar einfach: unterwegs zusammengefaltet in eine simple Plastiktüte packen (immer dabei und seit 4 Jahren die selbe) oder stilvoller in ein schickes, waschbares Täschchen aus PU-beschichtetem Stoff. Zuhause geöffnet zum Trocknen in ein Wäschenetz (als Sichtschutz), bis ich eine Maschine 60 Grad-Wäsche zusammen habe. Waschen, aufhängen, trocknen, fertig. Vorbehandlungen wie Einweichen oder bis zur Wäsche in Wasser lagern, von Hand ausspülen, Gallseife, o.ä. habe ich ausprobiert und finde es überflüssig. Ist viel Blut dabei, empfiehlt sich ein Vorwaschgang. Helle Binden behalten auch mit Bleichmittelzusatz bräunliche Flecken, macht mir aber nichts.
Für den Mann war es gewöhnungsbedürftig, er hat sich anfangs geekelt. Benutzte Binden in SEINER Wohnung? Seine Unterbuchsen mit meinen "vollgesauten Surfbrettern" in EINER Wäsche? Das gab sich aber mit der Zeit, nachdem er das www zur Recherche bemüht hat und merkte, dass nichts stinkt, er keinen Ausschlag bekam und seine Wäsche normal sauber rauskommt ;-)
Anstecken lassen wollte sich bisher noch niemand in meinem weiblichen Umfeld, die Mädels, denen ich bisher davon erzählt habe, konnten damit nichts anfangen. Jeder darf für sich entscheiden. Ich für mich bin damit höchst zufrieden und kann nur empfehlen, es mal auszuprobieren und dann das zu wählen, was am angenehmsten ist. Also nur Mut :-)
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 25.12.2016 um 11:14
Liebe Tina,
wow, ich bedanke mich ganz herzlich für deine ausführliche Meinung zu diesem Thema. Ich bin ganz bei dir und bei mir funktioniert auch alles so ähnlich wie bei dir. Vielleicht motiviert dein Kommentar, die Stoffalternative doch noch mal zu probieren. Ich bin ebenso absolut überzeugt!
Liebe Grüße und schöne Weihnachten!
Lisa
↑ Antworten
Tina 31.12.2016 um 10:36
Gern geschehen :o)
Und einen guten Rutsch heut Abend!
Tina
Nadine 25.10.2016 um 22:18
Hallo Lisa,
danke für deinen Erfahrungsbericht. Das Thema interessiert mich auch sehr und ich habe auch schon Stoff-"Slipeinlagen" getestet.
Ich habe mal ausgerechnet ab wann sich Stoffbinden finanziell lohnen:
- eine Stoffbinde kostet ca. 5€ (z.B. von ImseVimse)
- eine vergleichbare Wegwerfbinde von einer teuren Marke kostet ca. 0,11€ (Quelle dm.de) pro Stück
- Bei einer durchschnittlichen Zyklusdauer von 28 Tagen hat man nach ca. 3,5 Jahren den Preis wieder drin. (Ich bin dabei davon ausgegangen, dass man erst am Ende des Zyklus alle Binden auf einmal wäscht, d.h. eine Stoffbinde wird nur einmal pro Zyklus benutzt.)
- oder anders: eine Binde rechnet sich nach 45 Mal benutzen
Neben dem finanziellen Aspekt spielt natürlich der eingesparte Müll eine große Rolle.
Viele Grüße
Nadine
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 27.10.2016 um 12:07
Liebe Nadine,
oh super, vielen Dank für die tolle Rechnung! Daumen hoch! Wie viele Binden hast du durchschnittlich pro Zyklus als Verbrauch geschätzt? Ich denke mit 25 Stück ist man super bedient. Und ja, alle dann zum Schluss waschen. Ich hatte bis jetzt nie Probleme, selbst wenn alles eingetrocknet ist.
Liebe Grüße von Lisa
↑ Antworten
Elfe 11.1.2017 um 10:04
nein, fühlt sich nicht naß an, man darf aber keinen weichspüler zum waschen verwenden weil sonst weniger saugkraft da ist. ich find sie wesentlich angenehmer als alle herkömmlichen binden, sie riechen auch im sommer kaum im gegensatz zu den wegwerfdingern, weil eben kein plastik drinnen ist, und man schwitzt dadurch auch nicht. außerdem sind meine tage schneller durch (früher immer eine woche, jetzt max. 3 tage starke blutung und ein, zwei tage ganz leichte) und ich hab wesentlich weniger regelschmerzen
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