Keine faulen Kompromisse mehr

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Ganz vorsichtig fahre ich mit der Fingerspitze die Maserung des Holzes nach. Sie ist so einzigartig und harmonisch zugleich. Ich blicke von meinem Tisch auf und schaue in den Raum hinein, ganz beiläufig. Ein junges Elternpaar sitzt zwei Tische weiter. Sie sind damit beschäftigt, die Aufmerksamkeit ihres Babys zu bekommen, aber es hat nur Augen für einen leuchtenden Bildschirm an der Wand. Ich lächele in mich hinein und schaue zu meiner Tochter, die ihre Wartezeit zum Lesen nutzt. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt! Auch sie war doch erst ein Baby, die 10 Jahre fühlen sich wie 10 Minuten an.

Solche Momente der Ruhe scheint mein Gehirn zu lieben und zum Nachdenken zu nutzen. Denn die letzten Tage habe ich als sehr intensiv erlebt und merke, dass ich sie verarbeiten muss. Dabei ploppt bei mir im Kopf immer wieder das Thema „Kompromisse“ auf, wie die bunten Bilder auf dem Bildschirm.

Keine Kompromisse mehr

Auf der Suche nach faulen Kompromissen

„Keine Kompromisse mehr“, sagte ich zum Jahresanfang zu meinem Mann und er verstand mich sofort. Kompromisse… sie sind so wichtig, für ein gutes Miteinander. Aber geht man zu viele Kompromisse ein, vor allem wenn auch einige faule dabei sind, sägt man doch irgendwie am eigenen Ast. Ich lehne mich ein wenig zurück und gehe, wie in einer Slideshow, die verschiedenen Kompromisse durch, die ich in der letzten Zeit eingegangen bin. Ich bin motiviert, die faule Stelle zu finden.

Ich schaue mir das aufgeploppte Bild genauer an – es war eine Entscheidung mit zwei Optionen. Da die Option „sein lassen“ keine Option für mich war und sich noch schlechter anfühlte, wählte ich die Variante „do it“, aber eben mit dem faulen Kompromiss. Dabei hatte ich bereits ein komisches Bauchgefühl. Aber aus Mangel an Alternativen redete ich mir die Sache schön und hoffte auf bessere Zeiten. Was war geschehen?

Keine Kompromisse mehr
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Was ich mir selbst empfehlen würde

Einige Wochen später, also jetzt, habe ich genug Distanz dazu und merke, mein Bauchgefühl hat sich bestätigt. Ich frage mich, ob solche Kompromisse, die sich nicht gut anfühlen, wirklich gut für mich sind. Und was wäre, wenn ich gar nichts gemacht hätte? Erst durch den faulen Kompromiss lernte ich ganz neue Dinge kennen und stellte fest, was ich definitiv nicht will und was mir absolut nicht guttut. Das ist doch ein Gewinn. Eine großartige Erfahrung für die Zukunft. Gleichzeitig hatte ich mit dem Kompromiss eine schwierige Zeit und auch das Gefühl, wenig Positives ins Leben geholt zu haben. Ich war ständig am Limit meiner Energie. Trotzdem: Einfach gar nichts zu wählen, war auch nicht besser.

Hätte ich einen Zauberstab und könnte eine Zeitreise machen, würde ich meinem jüngeren Ich folgendes ins Ohr flüstern: „Verzweifel nicht, wenn du keine gute Lösung hast. Hab noch ein wenig Geduld. Wenn du genauer hinschaust, findest du noch mehr als nur zwei Möglichkeiten“ Damals hatte ich entweder nicht genug Energie oder aber auch Angst, sie zu sehen. Die Komfortzone zu verlassen, ist nicht immer leicht.

Ich nicke mir zu. In Zukunft und für dieses neue Jahr gibt es keine faulen Kompromisse mehr. Meine Hand wandert automatisch zu meinem Bauch und bleibt dort ganz ruhig liegen. „Ich achte darauf, mehr auf dich zu hören“, sage ich in meinen Gedanken und fühle mich endlich zufriedener. Der faule Kompromiss hat mich ermutigt, mehr Möglichkeiten zu sehen und über meinen Tellerrand hinaus zu schauen. Das fühlt sich gut an. Alleine für diese Erkenntnis hat es sich gelohnt.

Wie ist es bei euch, hattet ihr Situationen, in denen ihr bereits gespürt habt, das kann nicht gut gehen? Und wie habt ihr euch entschieden, habt ihr es trotzdem gemacht? Was ist daraus geworden?

Eure Lisa.

Veröffentlicht am 24. Januar 2024.
Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
Gründerin & Autorin
Ich bin immer auf der Suche nach ganzheitlichen Lösungen für mehr Gesundheit und Balance im Leben. Ich liebe das Meer, veganes Vanille-Eis und unsere Erdbeeren aus dem Garten.
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