Nachhaltiger Camperausbau – Ökobaustoffe für ein besseres Raumklima
Wir wollten unseren Camper auf jeden Fall mit nachhaltigen Baustoffen ausbauen. Nach einigen Recherchen merkten wir, dass der Camperausbau sehr individuell sein kann. Trotz vieler Vorbehalte aus der klassischen Ausbauszene folgten wir unserem Bauchgefühl. Der nachhaltige Lifestyle sollte sich somit auch in unserem Camper fortführen.
Die Dämmung des Camper-Fußbodens mit Kork
Warme Luft steigt nach oben, deshalb ist der Boden immer am kältesten. Eine gute Fußbodendämmung ist unerlässlich, wenn man mit seinem Camper bei niedrigeren Temperaturen unterwegs sein möchte. Wir entschieden uns für eine Dämmung aus Korkplatten. Der Kork wurde gebacken für ein noch höheres Volumen und kommt ohne Bindemittel / Klebstoffe aus. Als wir das Paket aufmachten, kam uns erst einmal ein leicht verbrannter Geruch entgegen. Das ist ganz normal und zum Glück merkt man im eingebauten Zustand im Camper nichts mehr davon. Mit einem Cutter ging die Verarbeitung der Korkplatten schnell von der Hand. Die Vertiefungen im Bodenblech füllten wir mit Stopfhanf auf. Ursprünglich wollten wir es mit Korkgranulat probieren, aber dieses wurde zu spät geliefert.

Echtholz-Parkett als Bodenbelag im Camper
Wir hatten noch Reste von unserem Eichen-Klick-Parkett. Bevor wir etwas neu kaufen, verbrauchen wir gerne das, was wir schon haben. Und so fand der Fußbodenbelag aus unserem Haus auch seinen Weg in den Camper. Die Verlegung war nicht immer ganz einfach, denn der Boden war nicht ganz plan. Glücklicherweise hatte ich bereits viel Erfahrung mit dem Verlegen dieses Bodens gesammelt. Gemeinsam schafften wir es, dass alle Klick-Verbindungen sauber einrasteten. Beim Bodenbelag sollte sich jeder gut überlegen, ob für ihn Echtholz infrage kommt, denn die Belastungen durch Dreck und Wasser sind doch deutlich höher als normal.

Holz, Holz und nochmal Holz – die Wand- und Deckenverkleidung im Camper
In Libre Office Calc (wie Excel) habe ich mir für verschiedene Materialien Gewichte und Preise berechnet, denn man braucht schon einiges an Material für die Wand- und Deckenflächen. Schlussendlich entschieden wir uns für Fichten-Profilholz. Der große Vorteil: es ist leicht und nicht schwer zu verarbeiten. Bewaffnet mit einer Handsäge und einem Akkuschrauber, verwandelte ich den Camper von einer Blechbüchse in einen Wohlfühlraum. Holz strahlt so viel Wärme aus, sodass man sich gerne im Camper aufhält, trotz des geringen Platzangebots.

Dämmen im Camper geht auch natürlich
Im Internet findet man beim Thema Camperdämmung leider immer nur eine Produktempfehlung, die gesundheitlich doch sehr bedenklich ist. Deshalb haben wir die Wände und Decke mit Stopfhanf gedämmt. Das Material ist sehr leicht zu verarbeiten und passt sich jeder Unebenheit an. Bei gutem Wetter sollte man mit offenen Türen dämmen, damit man nicht so viel Staub einatmet. Leider mussten wir im Dauerregen arbeiten, also nutzen wir einfach Staubschutzmasken. Nach unseren Erfahrungen kommt der Hanf gut mit Feuchtigkeit (Kondenswasser) klar, wenn man ihm die Möglichkeit gibt, wieder zu trocknen. Das Gleiche gilt auch für Holz. UPDATE: Nach wie vor haben wir keine Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel im Camper.

Fazit: Natürlicher bzw. nachhaltiger Camperausbau
Die Kombination aus Kork, Holz und Hanf ließ sich gut verarbeiten, auch an schwierigen Stellen. Aber das Beste ist, dass wir ohne bedenkliche Stoffe auskamen. Keine Erdölprodukte oder Klebstoffe, die ausdünsten. Einfach Natur pur! Unsere alternative Ausbaustrategie ist aufgegangen und wir würden es jederzeit wieder so machen.

Bleibe dran und erfahre, wie es mit unserem Camperausbau weiter ging. Bis bald, dein Paul.
Aktualisiert am 9. März 2023.
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