Mehr Offenheit statt Ablehnung und Angst

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Über ein Jahr sind die meisten von uns nun mit dem Corona-Virus, den Corona Maßnahmen der Bundesregierung, diversen Ängsten auf allen Ebenen und aus den Maßnahmen resultierenden Folgen wie Pleiten, Arbeitslosigkeit oder schwierigen Familiensituationen betroffen. Es ist wirklich keine einfache Zeit, wir alle sind betroffen.

Was ist das für ein Leben?

Die Menschen sind gespalten, die Meinungen gehen stark auseinander und es herrscht viel Angst und Unsicherheit. Ich möchte so gerne mehr Harmonie und Verständnis. Mehr offene Gespräche, mehr Meinungen. "Ich musste neulich den Corona-Selbsttest machen. Ich wollte nicht, habe mich aber nicht getraut etwas dagegen zu sagen, um meinen Job nicht aufs Spiel zu setzen. Der Chef hätte es sicher nicht gerne gesehen, obwohl der Test freiwillig war.", sagte mir neulich eine Bekannte. Und nicht nur ihr geht es so. Viele Menschen trauen sich nicht mehr etwas zu sagen. Groß ist die Angst, abgelehnt zu werden. Obwohl doch jeder das Recht hat, seine Meinung oder Ängste zu äußern. "Stell dich nicht so an, es ist doch bloß ein Test" sagen viele Stimmen. Wir stecken mitten in der Pandemie, es ist doch wichtig, dass alle am gleichen Strang ziehen. Definitiv. Ich bin für mehr Gespräche, Offenheit und Harmonie. Für mehr Verständnis und Rücksicht. Welche Lösung ist nun richtig? Das ist sicher sehr individuell. Hat die Person, die den Test ablehnt, vielleicht gute Gründe, warum sie ihn nicht machen möchte? Diese Fragen werden aber in den meisten Fällen gar nicht gestellt. Es interessiert kaum jemanden. Alles wird vereinfacht, es öffnen sich ganz automatisch zwei Schubladen mit der Einordnung: richtig und falsch. Etwas dazwischen gibt es kaum. Ich frage mich: Gibt es DIE absolute Wahrheit überhaupt?

Was ist das für ein Leben?

Ich persönlich erlebe aktuell so viele Widersprüche wie noch nie in meinem Leben. Es gibt so viele offene Fragen. Nichts scheint so zu sein, wie ich dachte. Sobald ich mehr in die Tiefe bohre, gibt es tausend Fragezeichen. Jede Information, die ich heute bekomme, überprüfe ich doppelt und dreifach. Dabei stelle ich fest, dass vieles nicht zu hundert Prozent stimmt, was ich zuerst dachte. Es gibt nämlich mindestens zwei Seiten einer Wahrheit (und oft mehr) und die Lösung liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.

Was ist das für ein Leben?

Nehmen wir zum Beispiel wieder den Corona-Selbsttest, das ist ja gerade ein hochaktuelles Thema. Mehrfach die Woche soll er durchgeführt werden. Bei sehr vielen, Kindern und Erwachsenen. Die einen vertrauen auf seine Sicherheit, die anderen bezweifeln die Ergebnisse oder haben Angst vor Nebenwirkungen. An sich soll so ein Test mehr Klarheit bringen, das Infektionsgeschehen eindämmen bzw. die Ansteckungskette unterbrechen. Ein Werkzeug mit einer guten Intention. Oder ein Werkzeug für mehr Kontrolle? Es kann sowohl positiv als auch negativ eingesetzt werden. Ohne Test kommt man nicht mehr weit. Wer den Test ablehnt, gehört zu den Verlierern. Man könnte meinen - so ein kleiner Test, mit so vielen Vorteilen, kann doch gar nicht so viel Unmut anrichten. So wie es weiß gibt, gibt es auch schwarz. Und die Grautöne dazwischen. Ich möchte alles gerne verstehen, im Detail ansehen. Lese ich mehr darüber, finde ich auch negative Berichte. Menschen reagieren mit Nasenbluten, einem Brennen in der Nase, Nasennebenhöhlenentzündungen bis hin zum Auge, einem langanhaltenden metallischen Geschmack nach dem Test im Mund, mit Schnupfen, Krazten, Taubheit oder Halskratzen nach dem Test. "Ach, stell dich nicht so an!" höre ich wieder. Corona ist viel schlimmer! Ich möchte mir aber die andere Seite anschauen, auch die Sorgen derjenigen, die den Test kritisch betrachten. Ethylenoxid, kurz EO, beunruhigt viele Menschen. Das ist ein Gas und wird in der Medizinbranche sehr viel eingesetzt, als Desinfektionsmittel. Auch bei den Einwegprodukten findet es Anwendung, damit alles steril ist. Zum einen möchte jeder, dass alles sicher ist, das steht vermutlich außer Frage. Zum anderen ist Ethylenoxid auch nicht so ohne, zumindest wenn man darüber liest. Wikipedia schreibt: "Ethylenoxid ist giftig und krebserregend beim Einatmen. Symptome einer Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit/Erbrechen. Mit zunehmender Dosis kommt es zu Zuckungen, Krämpfen und schlussendlich zum Koma. Es ist für die Haut und die Atemwege reizend. Die Lunge kann sich Stunden nach dem Einatmen mit Flüssigkeit füllen (Lungenödem)."

Was ist das für ein Leben?

Verständlich, dass man dann Angst bekommt. Da frage ich mich auch automatisch, wie viel Ethylenoxid auf dem Teststäbchen wirklich ist? Kaum jemand möchte freiwillig ein bisschen Gift zu sich nehmen. Ab und zu ein Test, ist vielleicht nicht so schlimm. Was ist, wenn man mehrfach die Woche den Test durchführt? Ist das auf Dauer irgendwie ungesund? Und was ist mit den Kindern und ihren sensibleren Schleimhäuten? Bei Wikipedia steht weiter: "Bei Tieren hat es zahlreiche Fortpflanzungsdefekte wie Mutationen oder Fehlgeburten ausgelöst. Der Einfluss auf die menschliche Fortpflanzung ist noch nicht genau untersucht, es ist aber wahrscheinlich, dass die gleichen Effekte wie im Tierversuch auftreten." Sehr viel habe ich darüber im Internet nicht gefunden, nichts, was richtig konkret ist. Weder die Menge, noch ab wann es problematisch werden kann. Ich hätte einfach gerne mehr gewusst. Spannend ist es schon. Beim ZDF stand folgendes: "Tatsächlich wird Ethylenoxid im Gefahrstoffinformationssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung als krebserregend angesehen. Auch die US-Umweltschutzbehörde kommt zu diesem Ergebnis. Es ist auch korrekt, dass Ethylenoxid zum Sterilisieren von Tupfern verwendet wird. Die Schlussfolgerung, dass die Tupfer im fertigen Produkt damit "beschichtet" seien, trifft allerdings nicht zu." Es klingt gut, dass die Tupfer nicht "beschichtet" sind. Aber wie stark sind sie nun behandelt und ist da noch was drin? Ist so ein Test nun völlig harmlos oder nicht? Die Frage nach der Menge auf dem Teststäbchen ist nach wie vor offen. Folgende Aussage ist noch interessant, die ich auf der ZDF-Seite gefunden habe: "Eine Studie aus dem Jahr 2017 über Rayon- und Wattestäbchen zur Entnahme von DNA-Proben hatte gezeigt, dass die Rückstände drei Wochen nach der Behandlung mit Ethylenoxid-Gas nicht mehr nachweisbar waren." Ich würde gerne mehr wissen. Werden die Wattestäbchen nun irgendwie von dem Gas wieder befreit, bevor sie in die Plastikverpackung wandern? Liegen sie noch irgendwo mindestens drei Wochen oder kann man das beschleunigen? Die Schnelltests sind doch recht neu, also schnell produziert - hatten die Zeit, "auszulüften"? Falls jemand von euch aus dieser Branche kommt und mir mehr darüber erzählen kann, freue ich mich über eine Email an lisa@ichlebegruen.de - ich bin ganz offen und finde das Thema spannend.

Was ist das für ein Leben?

Warum ich so intensiv auf dem Test herumreite. Ich könnte eigentlich auch etwas völlig anderes nehmen, das spielt keine große Rolle. An diesem Beispiel möchte ich zeigen, dass alles seine Licht- und Schattenseiten hat. Und es macht durchaus Sinn, Dinge zu hinterfragen, man entdeckt sehr viele interessante Aspekte dabei. Dann kann man eine gut überlegte Entscheidung für sich treffen, mit einem guten Gewissen. Es hilft ungemein, andere Meinungen zu verstehen oder zu akzeptieren, ohne Streit oder Spaltung. Jemand, der zum Beispiel den Test nicht machen möchte, hat sich möglicherweise informiert oder bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Er hat genauso Gründe, warum er den Test nicht machen will, wie jemand, der für den Test ist und ihn gerne macht. Es wäre schön, wenn an dieser Stelle mehr Rücksicht und Verständnis da wäre. Das gilt doch für alles. Ist jemand einer anderen Meinung, könnte man einfach neugierig fragen, was er denkt. Jede Meinung hat das Recht auf ihre Existenz. Lasst uns gemeinsam offener werden und mehr hinterfragen. Statt einem Zusammenhalt erlebe ich sehr viel Spaltung, sowohl im engen Familienkreis als auch in der Gesellschaft. Das muss wirklich nicht sein, wenn wir uns dem Gegenüber mehr öffnen und beide Seiten zu Wort kommen lassen.

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Beitrag von Lisa Albrecht am 2. April 2021 veröffentlicht.