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Wurm-Alarm! Warum jeder etwas tun sollte

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

„Auf einem konventionellen Acker finden Sie gerade mal 16 Regenwürmer pro Quadratmeter, bei mir sind es über 350 Würmer“, sagt Bio-Bauer Josef Braun in Schrot und Korn, der auf seinen Ackerflächen und Wiesen auf Mischkultur und sanfte Bodenbearbeitung setzt.

Boah, das hat mich sehr getroffen. Obwohl mir so viele Dinge bereits bewusst sind, werde ich trotzdem immer wieder umgehauen. Diese Zahlen sind so erschreckend! Auf die Frage, warum der Unterschied denn so groß sei, kennen die meisten von uns bereits die Antwort. Richtig, der Einsatz von Pestiziden im konventionellen Bereich. Aber nicht nur das beeinträchtigt enorm die Gesundheit des Bodens und seiner Bewohner. Es ist total verrückt. Der Mensch zerstört sich selbst, in dem er den Boden Schritt für Schritt kaputt macht und anschließend – mit Genuss – die belasteten Lebensmittel verzehrt.

Kaufe Obst und Gemüse in bio

Komisch ist es schon. Die meisten, die selbst ihr Obst und Gemüse anbauen, spitzen weder irgendwelche Gifte auf ihre Pflanzen noch haben sie schwere Maschinen oder Monokulturen im Einsatz. Niemand möchte Gemüse essen, bei dem eine zusätzliche Zutatenliste mit eingesetzten Pestiziden daneben liegt. Wenn man jedoch von außerhalb Gemüse oder Obst kauft, ist die Nähe zum Problem nicht mehr richtig gegeben. Wir achten darauf, ob es gut aussieht und wie viel es kostet. Wo es aber gewachsen ist und wie der Boden misshandelt wurde (denn es ist doch nichts anderes genau genommen), ist kein Thema mehr. Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen zwar wissen, was los ist, aber durch den Abstand zum Anbau nicht handeln. Sie würden selbst nie spritzen, denn sie könnten es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Die Bauern müssen schauen, dass sie liefern und mithalten. So große Flächen müssen irgendwie bewirtschaftet werden. Sie stecken mittendrin und haben ebenfalls jede Menge Sorgen und Ängste. Da wird ein Auge, nein, vermutlich zwei, zugedrückt. Wenn man bereits im Blindflug ist, kann man nur schwer wieder aussteigen. Mir ging es früher genauso. Mein Bewusstsein für dieses Thema wuchs sehr langsam. Mein Kaufverhalten ist heute so anders als früher. Und trotzdem sehe ich noch so viele Punkte, die ich optimieren möchte. Ich mache keineswegs alles richtig! Ich kaufe fast ausschließlich Bio ein, baue im Garten Obst und Gemüse an (früher Balkon) und nutze jede Möglichkeit, die zur umweltfreundlichen Versorgung beiträgt. Ich bin mir sicher, so wie es mir früher ging, geht es vielen Menschen heute. Mit viel Aufklärung könnten wir einiges in eine positive Richtung bewegen.

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"Zero Waste geht auch an meinen Tagen."
Lisa
Meine Lösung

Konventionelle Landwirtschaft vs. Ökologische Landwirtschaft auf einen Blick

Konventionelle Landwirtschaft

  • Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bei Unkraut, Schädlingen und Krankheiten bzw. Pilzen
  • Monokultur (eine Pflanzenart) ist die Regel
  • Einsatz von künstlichen oder leicht löslichen Düngern wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium
  • Schwere Maschinen für die Bodenbearbeitung

Ökologische Landwirtschaft

  • Einsatz von natürlichen Pestiziden nach Bedarf
  • Augenmerk auf resistente Sorten und Mischkultur bzw. Fruchtwechsel
  • Mechanische Bodenbearbeitung zur Unkrautbekämpfung
  • Verwendung von Kompost oder Mist als Dünger (oder Gründüngung, Stichwort Leguminosen)
  • Bewussterer Umgang mit Maschinen und Bodenbearbeitung

Ich weiß, dass jede Bodenbearbeitung die Bodenbewohner stört, selbst die sanfteste. Unsere Umwelt hat leider durch den Menschen so viele Probleme angehäuft, dass es nicht mehr lustig ist. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Kinder haben Angst um ihre Zukunft, das sieht man an diversen Aktionen u. a. die weltweite Bewegung Fridays For Future.

Ist Bio wirklich die beste Lösung?

Im Bio-Landbau wird zum Beispiel häufig Kupfer als natürliches Pestizid eingesetzt. Auch das wird kritisiert und genau unter die Lupe genommen. Kritiker sagen, das Kupfer den Regenwürmern schadet. So einfach ist es jedoch nicht. Dazu gibt es ein spannendes Interview mit Bernd Hommel vom Julius-Kühn Institut. Was macht Kupfer überhaupt?

Kupferionen können Pilzsporen abhalten und bei den Erträgen enorm helfen, vor allem im Wein-, Kartoffel,- und Hopfenbereich, aber auch im Obstanbau. Kupfer kommt im Boden natürlich vor und ebenso unser Körper benötigt es. Nur wie immer: Zuviel davon ist nicht gut. Bei meiner Recherche auf der Seite von Bioland fand ich spannende Fakten: Auch konventionelle Bauern verwenden Kupfer, das ist kein exklusives Thema im Biobereich! Im konventionellen Anbau wurde früher sehr sorgenlos mit Kupfer umgegangen. Im Vergleich, waren z. B. früher 60 Kilogramm pro Hektar und mehr pro Jahr üblich im konventionellen Bereich. Heute ist alles streng geregelt. Für Bio-Bauern ist die eingesetzte Menge klar definiert, die Richtlinie in Deutschland ist sogar noch strenger. Es dürfen maximal 3 Kilogramm pro Hektar und Jahr bei Wein verwendet werden. Für Kartoffeln und Obst ein Kilogramm mehr. Mitte der siebziger Jahre kamen immer mehr synthetische Mittel auf den Markt, die den konventionellen Landbau „bereicherten“. So ging der Kupfereinsatz insgesamt zurück. Probleme, die heute in Verbindung mit Kupfer gebracht werden, stammen also noch aus früheren Zeiten.

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Jeder kann etwas tun, um die Umwelt zu schützen. Und damit es wieder für jeden greifbar wird: Mit dem Schutz der Umwelt schützt man auch sich selbst! Jede Beeinträchtigung unserer Umwelt wirkt sich negativ auf uns aus. Auf unsere Gesundheit, die Zukunft unserer Kinder, auf Alles. Mag sein, dass das irgendwie unsichtbar und schlecht greifbar passiert. Wenn ein Mensch erst nach 10 oder 20 Jahren krank wird, ist es schwer zu sagen, warum die Krankheit aufgetreten ist. Schließlich gibt es so viele Gründe. Aber genau darum geht es! Alles ist wichtig. Irgendwo müssen wir doch anfangen! Wenn wir wirklich hinsehen, merken wir schnell, dass die negative Veränderung doch sichtbar ist. Die Temperaturen draußen sind alles andere als normal und die Fülle an Gesundheitsproblemen nimmt zu. Es ist ein Eigentor, wenn wir nur im hier und jetzt leben. Der Preis dafür ist zu hoch. Schluss mit Ausreden und verantwortungslosem Handeln. Wir hätten vorgestern schon etwas verändern sollen. Die Alarmglocken läuten schon lange. Wenn du ganz konkret Fragen hast, wie du das eine oder andere Problem lösen könntest – schreib mir einen Kommentar. Gemeinsam finden wir eine Lösung! Deine Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 29. Juni 2019 veröffentlicht.

Sigrid 30.6.2019 um 22:15
Ich leide unter Spulwuerm hoffentlich werde ich sie bald