Tomaten-Aufstrich aus dem eigenen Garten
Unsere Tomatenernte dieses Jahr kann sich wirklich sehen lassen. Wir haben nur Freilandtomaten, die wir selbst Mitte-Ende März auf der Fensterbank vorziehen und bei warmen Temperaturen, ungefähr ab Mitte Mai, im Garten auspflanzen. Dieses Jahr gibt es sowohl gelbe als auch rote Tomaten. Wir haben uns extra für eine kleine Tomaten-Fruchtgröße entscheiden, da sie besonders süß schmecken und sehr aromatisch sind. Daraus haben wir heute viele Gläser leckeren Tomatenaufstrich hergestellt - für später, wenn die Tomatensaison vorbei ist.

Die gelben Tomaten schmecken noch süßer als die roten. Immer, wenn ich im Garten unterwegs bin, muss ich direkt naschen. Roh schmecken sie wunderbar, aber wir haben so viele, das wir nicht hinterher kommen mit dem Essen. Das ist auch nicht schlimm, denn das war unser Plan. Wir versuchen immer mehr von unserer Gartenernte zu leben, deshalb ist das Einkochen und Herstellen von Aufstrichen oder Tomatensaucen besonders wichtig. Ich wiederhole mich gerne: Geschmacklich lässt sich die eigene Herstellung nicht mit den gekauften Produkten vergleichen.

Ich habe die freie Wahl und entscheide, was in den Aufstrich kommt. Paul verträgt kein Sonnenblumenöl und stattdessen greifen wir auf Olivenöl zurück. Die meisten gekauften Tomatenaufstriche beinhalten Sonnenblumenöl, so dass sie für uns leider wegfallen. Endlich kann auch Paul einfach ein Gläschen aufmachen und genießen! Neben dem günstigen Preis sind sie natürlich auch umweltfreundlich. Wir verwenden Mehrweggläschen, die Transportwege fallen komplett weg und zum Einkochen wird ausschließlich Ökostrom verwendet. Dass die Tomaten bio und direkt gepflückt sind, versteht sich von selbst.
Ich lerne täglich dazu. Mit dem Einkochen bin ich noch nicht sehr vertraut, aber alle meine Versuche des letzten Jahres haben gut geklappt. Es ist wirklich nicht kompliziert. Das Internet bietet viele Anleitungen. Jetzt, wo die Tomatenmenge größer ist, kann ich experimentieren. Damit der Tomatenaufstrich später etwas fester ist, haben wir einige Kartoffeln und Karotten eingearbeitet. Vorher wurden sie mit etwas Öl gedünstet und anschließend mit den Tomaten, reichlich Basilikum und Meersalz gekocht. Schade, dass die Menschheit noch kein Geruchsinternet erfunden hat. Ich hätte dir so gerne das Aroma rüber geschickt!

Übrigens, ich enthäute die Tomaten nicht. Uns stört die Schale überhaupt nicht. Außerdem spare ich mir so jede Menge Arbeit, denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden und es gibt viel zu tun. Da der Aufstrich püriert wird, merkt man die Schale kaum.

Ich muss sagen, es lohnt sich wirklich sehr, eigene Tomaten anzubauen und zu verarbeiten. Als wir noch keinen Garten hatten, standen bei mir überall auf dem Balkon Tomatentöpfe. Wir haben schon immer Tomaten geerntet. Sie schmecken aus dem eigenen Anbau viel intensiver und süßer! Bei uns im Garten sind so viele Tomatenpflanzen auch einfach so gekommen, ohne dass wir sie vorher dort gepflanzt haben. Ich war zuerst skeptisch, ob sie noch was werden. Aber es hängen an ihnen bereits grüne Tomaten und es dauert nicht mehr lange, bis auch sie geerntet werden können.

Überhaupt, seit wir uns immer mehr mit dem Thema "Permakultur" beschäftigen, macht das Gärtnern noch viel mehr Spaß. Hat man gelernt, die Natur gut zu beobachten, wird so vieles möglich. Ich habe das Gefühl, dieses Jahr haben wir so viel über die Selbstversorgung im eigenen Garten gelernt wie noch nie. Ich kann dich nur ermutigen, einfach mit dem Gärtnern anzufangen. Es macht so viel Spaß, die Gartenarbeit erdet und lässt einen zur Ruhe kommen. Ob im eigenen Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank - sobald man die ersten Früchte seiner Arbeit erntet, kann man nicht mehr aufhören.
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