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Kinderbücher zum Thema "Vegane Ernährung und veganes Leben"

Seit einiger Zeit geht meine große Tochter nun in den Kindergarten. Ich bin sehr froh, dass es ihr dort gefällt und sie den Vormittag immer mit anderen Kindern verbringen kann.

Morgens findet dort ein gemeinsames Frühstück statt, an dem meine Tochter natürlich auch gerne teilnimmt und zudem deutlich mehr isst, als zu Hause. Nun sehe ich mich damit konfrontiert, dass sie mir manchmal erzählt, sie habe im Kindergarten Wurst gegessen und wie sehr sie Wurst liebe.

Nun ja, ich bin bei der Ernährung sicherlich nicht so konsequent, wie ich es manchmal gerne wäre. Ich selbst kaufe und koche ausschließlich vegan. Unterwegs mache ich aber auch Ausnahmen, sodass ich und auch meine Tochter immer wieder mal etwas Vegetarisches essen. Wenn sie am Wochenende bei ihrem Vater ist oder wir meine Mutter besuchen, bekommt sie auch Ei oder Milchprodukte. Wenn sie ein kleines Päckchen Gummibärchen geschenkt bekommt, reiße ich es ihr nicht aus der Hand.

Vegane Kinderbücher

Ich habe vegane Ernährung nie zum Gespräch gemacht, wir haben einfach gegessen, ohne großartige Erklärungen. Ich wollte, dass es für sie völlig normal ist und Fleisch gar nicht thematisiert werden muss. Jetzt stelle ich fest, es geht nicht mehr ohne. Ich habe natürlich mit den Erzieherinnen geredet und sie wollen gerne darauf achten, dass meine Tochter keine Wurst mehr isst. Gleichzeitig habe ich auch gesagt, dass man ihr das Essen nicht wegnehmen soll, wenn sie darauf besteht. Je mehr Dogmen bestehen, desto mehr Raum ist auch für Rebellion. Sie soll ihren freien Willen haben. Aber seit dem rede ich mit ihr ganz offen und konkret über das Thema, warum ich keine tierischen Produkte esse und es auch nicht gut finde, wenn andere das tun.

Normalerweise versteht sie das sehr gut und will selbst darauf verzichten. Wenn es ihr dann aber doch vor der Nase steht, ist die Verführung oder besser gesagt Neugierde doch groß und die Verbindung zu dem eigentlichen Tier fehlt. Um ihr besser erklären zu können, woraus Wurst und Fleisch nun eigentlich besteht und was mit den Tieren passiert (ohne sie zu traumatisieren), habe ich mir literarische Hilfe besorgt. Also habe ich mir direkt mehrere Kinderbücher gekauft, die sich direkt mit der Thematik auseinandersetzen. Drei möchte ich hier genauer vorstellen. Ich finde jedes für sich hat auf jeden Fall seine Berechtigung und gute, sowie negative Seiten.

Warum wir keine Tiere essen

Warum wir keine Tiere essen - geschrieben und illustriert von Ruby Roth - ist im Echo Verlag erschienen und selbstverständlich vegan produziert. Ich bin keine Pädagogin, aber mein Gefühl sagt mir, dieses Buch ist für Kinder ab mindestens drei, aber eher noch für Ältere geeignet. Es ist keine Geschichte, die erzählt wird. Seite für Seite wird erklärt, welches Tier wie lebt, was wichtig für es ist, dass es Gefühle hat. Daraufhin wird beschrieben, wie es ihnen in den "Tierfabriken" ergeht. Dabei wird wohl kaum ein Tier vergessen: Hühner, Puten, Wachteln, Enten und Gänse, Schweine, Kühe, Fische. Außerdem behandelt das Buch Themen wie den Regenwald, die Meere und vom Aussterben bedrohte Tierarten. Alles ist sehr gefühl- und liebevoll erklärt und der Appell geht ganz klar an unsere Empathie.

Vegane Kinderbücher

Die Zeichnungen sind teilweise etwas abstrakt gehalten, die Tiere sind immer in ihrer natürlichen Umgebung wie auch in den Tierfabriken dargestellt. Die Bilder sind eindrucksvoll aber nicht zu grausam. Für meine Tochter war das Buch noch nicht so interessant. Sie möchte Geschichten vorgelesen bekommen. Ich war etwas unvorbereitet, als ich mich mit ihr hinsetzte, um das Buch anzuschauen. Zukünftig werde ich es aber wohl öfter nochmal zur Hand nehmen und langsam mit ihr durchgehen, wenn der Zeitpunkt passender ist.

Die geschenkte Freiheit

Die geschenkte Freiheit von Katja Kaminski mit Illustrationen von Schlunz ist im Fair-Antispe-Fashion Verlag erschienen. Im Klappentext wird darauf hingewiesen, dass das Buch nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet ist. Die Autorin lebt selbst auf einem Lebenshof in der Nähe von Fulda und schrieb bereits Kochbücher. Von den Bucheinnahmen wird ein Teil an Tierrechtsprojekte gespendet.

Vegane Kinderbücher

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kuh Lotti, deren Gatter eines nachts von einer unbekannten Gestalt geöffnet wird. Daraufhin macht sie sich Gedanken, wie gut es ihr eigentlich auf dem Hof geht und ob der Bauer wirklich so nett ist, wie sie immer glaubte. Sie entscheidet sich zu gehen und trifft nach ihrem vor Kurzem entrissenen Kalb noch einige andere Bauernhofbewohner, die sie in die Freiheit begleiten wollen. Die Tiere erzählen sich gegenseitig von den Erlebnissen auf dem Hof und sind überglücklich, frei und zusammen zu sein. Nach einer langen Reise landen sie schließlich auf dem Lebenshof von Lea, die mit den Tieren sprechen kann und sie einlädt, bei ihr zu bleiben.

Die Tiere sind sehr niedlich, aber recht lebensnah dargestellt. Die ersten Seiten sind äußerst dunkel gehalten, fast schon zu dunkel - für meine Tochter kam wohl zu langsam die Spannung auf. Grausam sind die Bilder aber nicht. Sobald die Tiere in Freiheit sind, wird alles sehr bunt und freundlich. Es wird viel gekuschelt und gespielt. Trotzdem steht auch bei diesem Buch die Aufklärung im Vordergrund. Die Handlung könnte mit wenigen Sätzen erzählt sein, doch geht es vor allem um die Gedanken und Gefühle der Tiere. Wie bereits erwähnt, kam bei der Geschichte für meine Tochter wohl zu wenig Spannung auf. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass sie sprachlich nicht ganz so weit wie die meisten ihrer Altersgenossen ist und es ihr vielleicht deshalb schwerer fällt, so viel Text mit wenig Aktion zu folgen.

Wuschel Geschichten

Wuschel Geschichten geschrieben und illustriert von Schlunz ist im GrünerSinn-Verlag erschienen. Wer jetzt denkt, "Schlunz, das habe ich doch schonmal gehört", hat natürlich recht. Ihm sind auch die liebevoll gestalteten Bilder in "Die geschenkte Freiheit" zu verdanken. Mit Wuschel stellt er nun seine eigenen Kindergeschichten vor.

Vegane Kinderbücher

Das Buch "Wuschel Geschichten" enthält direkt drei Erzählungen von dem kleinen Bär Wuschel, der doch eigentlich schon groß ist und auf eigene Faust die Welt entdecken will. Dabei lernt er nach und nach einiges über Tiere, die Natur und Tierhaltung. In der ersten Geschichte will Wuschel einen Fisch fangen - den einzigen, der noch im Teich schwimmt. Natürlich kommt alles ganz anders und nachdem er entdeckt, dass er sogar mehr schaffen kann, als er sich zunächst zutraut, trifft er noch zwei vegane Kinder, die ihm erklären, warum sie Tiere essen richtig blöd finden.

In der zweiten Geschichte "Wuschel lässt die Sau raus" trifft der kleine Bär zufällig auf ein Schwein, das in einem stinkenden Stall lebt. Kurzerhand tauft er es Rosa und lässt es in die Freiheit. Rosa erzählt ihm wie es ihr auf dem Bauernhof ergangen ist und kurzerhand werden die beiden unzertrennlich und Wuschel sorgt für ein wohliges Heim für Rosa bei sich zu Hause.

Vegane Kinderbücher

In der dritten Geschichte "Wuschel im Schnee" hat der kleine Bär keine Lust mehr auf Winterschlaf und trifft im winterlichen Wald auf ein Paar Wölfe, die einen Hasen fangen wollen. Sie erklären ihm, warum es wichtig ist, sich nicht in die Natur einzumischen und warum wilde Tiere Fleisch essen müssen.

Jede Geschichte endet mit ein paar Sätzen, die noch einmal die Moral leicht verständlich zusammen fassen. Diese wird durch Wuschels Erlebnisse ganz nebenher vermittelt. Wuschel Geschichten sind also "richtige" Kindergeschichten, die auch schon meine Tochter spannend findet und die ich ihr gerne immer wieder abends vorlesen kann. Das Buch hat trotzdem einen sehr aufklärerischen Charakter. So geht es viel darum, dass Wuschel ein "moderner Bär" ist, der morgens ein "reichhaltiges Frühstück" ist etc. Neben dem veganen Lebensstil stehen auch Themen wie Toleranz, Respekt und viel zwischenmenschliche (oder -tierische) Liebe im Mittelpunkt. Für mich ein sehr gelungenes Buch, was eventuell auch schon für kleinere Kinder, die gerne zuhören, geeignet ist. Wirklich störend finde ich nur die vielen Tippfehler, die in der nächsten Ausgabe hoffentlich behoben werden.

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Dieser Beitrag wurde von Sandra am 13. Februar 2018 veröffentlicht.

Sandra

Sandra

Gast-Autorin

Ich bin Sandra. Wenn ich meine Zeit nicht gerade draußen verbringe, lese ich so viel es geht. Außerdem schlägt mein Herz vor allem für Tiere und orientalischen Tanz. Ich bin Mama von zwei Kindern.

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