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Startgewicht: 190kg - Abnehmen mit veganer Ernährung? Erfahrung von Andreas

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Andreas von forumURNATUR hat mich auf seine faszinierende Geschichte des veganen Abnehmens aufmerksam gemacht. Im folgenden Interview gewährt er uns einen Einblick in seine persönliche Geschichte. Seine Leistung ist großartig und sein Wille ist stark. Ich finde es toll, dass er weitere Menschen motiviert und inspiriert. Er lebt jetzt vegan und hat sein Zielgewicht klar vor Augen.

Andreas, wie fing alles an?

Andreas: Etwas pummelig war ich eigentlich schon immer – mal mehr, mal weniger. Doch mein Zustand vor ein paar Jahren ging weit über "ein bisschen zu viel auf den Rippen" hinaus. Über 190 kg brachte ich auf die Waage, gesundheitliche Probleme wie Gelenkschmerzen, Bluthochdruck und chronische Müdigkeit inklusive. "So kann es nicht weitergehen!", entschied ich eines Tages und fing an, meine Ernährung komplett zu überdenken. Von da an begann ich, mich vegetarisch zu ernähren, Sport zu treiben und auch sonst allen unnötigen Ballast aus meinem Leben zu vertreiben. Ich verlor so dutzende von Kilos!

Andreas von Lebensbummler.net

In deinem Blog und Facebookseite schreibst du, dass du mit deiner Ernährungsumstellung begonnen hast und zuerst Vegetarier wurdest. War es ausschliesslich der Wunsch, Gewicht zu verlieren, der dich zu dieser Entscheidung bewogen hat?

Andreas: Nein, nicht nur. Zu dem Zeitpunkt, als ich 190 kg gewogen hatte, litt ich sehr unter gesundheitlichen Problemen, u.a. auch Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Depressionen. Nach einigen Recherchen beschloss ich, die vegetarische Ernährung auszuprobieren, da ich mir hiervon auch gesundheitlich eine Verbesserung versprach. Und es hat tatsächlich funktioniert! Innerhalb von einigen Monaten hab ich mit vegetarischer Ernährung sehr gut abgenommen.

(Facebookseite von Andreas: forumURNATUR)

Wie konkret hast du denn dein Ernährungs- und Bewegungsverhalten verändert?

Andreas: Am Anfang war für mich sehr wichtig zu sehen, was geht. Bewegung war aufgrund der verschiedenen Krankheiten und dem Gewicht nicht so möglich, wie ich es gerne wollte. Ich habe viel über Ernährung und Bewegung gelesen und habe einige Dinge ausprobiert, um für mich zu erkennen, was machbar ist. Zum Glück hatte ich einen sehr guten Arzt. Anstatt mit Medikamenten die Folgen meiner Beschwerden zu therapieren, suchte er nach den Ursachen und unterstützte mich in meinem Vorhaben der Gewichtsreduktion. Ein weiterer Teil der Veränderung war ein auf mich zugeschnittenes Bewegungsprogramm. Dazu zählten am Anfang Radfahren, Ergometer und ein leichtes Gerätetraining. Im Bereich Ernährung achtete ich auf hochwertige Produkte und begann, das ein oder andere Gemüse für mich neu zu entdecken. Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit Bewegung brachte dann den Erfolg. Die Kilos purzelten. Was funktionierte, konnte bleiben, und was nicht ging, wurde konsequent gelassen.

Andreas von Lebensbummler.net

Nachdem du die ersten Kilos abgenommen hast, hörte dein Programm aber noch lange nicht auf. Du hast beschlossen, dich vegan zu ernähren. Warum das?

Andreas: Je mehr ich mich mit Ernährung beschäftigte, je mehr wurde ich neugierig, woher die Nahrungsmittel so kommen und wie die Produktionswege und -methoden sind. Lange Jahre habe ich durch Ignoranz und dem Mainstream folgend Raubbau an meinem Körper betrieben. Im Laufe der Zeit wurde mir immer bewusster, dass das Leiden der Tiere im "Produktionsprozess" unmittelbar einen Einfluss auf meine körperliche und seelische Verfassung genommen hat. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass dieses Leiden in Körper, Geist und Seele Raum nimmt und als Folge davon unmittelbar den Menschen krank machen kann. Der Respekt gegenüber der gesamten Schöpfung hörte lange Jahre auf meinem Teller auf. Wie sollte ich ein gesundes, friedliches und respektvolles Leben führen, wenn ich mich direkt oder indirekt an Mord, Ausbeutung und Quälen von Mitgeschöpfen beteilige? Die Konsequenz war für mich vegan aus tiefster Überzeugung.

Wie sieht dein tägliches Trainings- und Ernährungsprogramm aus? Worauf achtest du?

Im Groben ist meine Ernährung mittlerweile ganz einfach: Sehr hoher Rohkostanteil. Keine Fertigprodukte (die es mittlerweile auch vegan sehr viel gibt) Abwechslungsreiche Ernährung ist genauso wichtig wie die Qualität und Frische, z.B. kaufe ich Obst und Gemüse nur bei einem Bioladen meines Vertrauens. Und eben darauf achten was für Mengen man am Tag so isst. Vegane Ernährung ist KEINE Abnehmgarantie. Man(n und Frau) kann sich auch mit veganer Ernährung rund und knubbelig futtern. Dazu kommt noch viel trinken (Wasser ohne Kohlensäure). Schwimmen, Radfahren, Wandern und viel frische Luft.

Jeder, der schon einmal eine Diät gemacht hat, verbindet das Abnehmen mit Verzicht und vor allem mit Hunger. Würdest du diese Meinung teilen?

Andreas: Diäten sind der Horror und bringen auf Dauer nichts. Hunger, schlechte Laune und Frust während der Diät und der anschliessende Jo-Jo-Effekt sind meiner Meinung nach vorprogrammiert. Wenn man dauerhaft sein Gewicht reduzieren will, ist es erforderlich, mehr zu tun, als sich 6 Wochen z. B. nur von Kohlsuppe zu ernähren oder Punkte zu zählen. Kurzfristige Erfolge sind zwar möglich, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nach einer Diät sehr schnell wieder sein altes Gewicht hat oder sogar noch mehr wiegt. Der Körper versucht halt, Reserven zu schaffen für die nächsten Diättage. Ernährungsumstellung alleine reicht leider auch nicht. Es bedurfte in meinem Fall Veränderung in vielen Lebensbereichen. Das "dicke Fell" hatte ja auch seine Ursachen, die nicht nur vom Essen waren.

Dein Ziel ist es, noch dieses Jahr dein Wunschgewicht von 80 kg zu erreichen. Denkst du, dass du das packst?

Andreas: Ich möchte es erreichen, das ist mein Ziel. In der jetzigen Phase von Fettreduktion und Muskelaufbau verändert sich mein Körper im 3-Wochen-Rhythmus und Muskeln haben ja auch ihr Gewicht. Es kann sein, dass ich Ende des Jahres 90 kg wiege und kaum noch Fett da ist, damit wäre ich auch zufrieden. Bis jetzt stehen aber die 80 kg auf der Zieleliste.

Was ist es, was dich motiviert?

Andreas:

  • Ich habe die Freude am Leben wiederentdeckt, ich möchte viel Zeit in der Natur und mit Freunden verbringen. Wenn ich so, wie ich gelebt habe, weitergemacht hätte, wäre wahrscheinlich mit 50 Jahren Schluss gewesen.
  • Ich bin ich ein spiritueller Mensch. Es ist für mich ein Ausdruck von Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung, dass man mit dieser auch respektvoll umgeht. Dazu gehört sicher auch der eigene Körper. Ich habe wieder ein positives Verhältnis zu mir gefunden und möchte es behalten.
  • Ich habe entdeckt, dass ich mit meiner Geschichte den einen oder anderen Betroffenen begleiten und motivieren kann, selbst Schritte in ein neues Kapitel im Leben zu gehen, und dass es sich lohnt, etwas zu verändern. Dies möchte weiterhin in Seminaren, Vorträgen und persönliche Gespräche weitergeben. Ich sehe es als ein Geschenk an, diesen spannenden Weg zu entdecken und zu gehen.

Was würdest du meinen Lesern mit auf den Weg geben, die gerade abnehmen möchten?

In meinen Seminaren und in den Gesprächen nach Vorträgen sind viele Menschen die mir immer wieder die gleichen Gründe nennen warum es nicht bei Ihnen funktioniert. Diese Gründe kenne ich alle aus meiner eigenen Erfahrung. Ich muss die Zuhörer dann immer enttäuschen, dass ich jetzt nicht der bin mit „DER Patentlösung“ ihres Problems. Ich kann nur von mir erzählen und was bei mir funktioniert hat. Erstmal selbst eine Entscheidung zu treffen es zu tun. Und sich nicht von seinem Umfeld davon abbringen zu lassen. Es bedarf dass gehen eines Weges, der manchmal sehr einsam erscheint. Disziplin ist gefragt und Mut sich von dem gesellschaftlichen Druck nicht abbringen zu lassen. Ich kann jeden der es wirklich möchte nur ermutigen es zu tun. Einfach mal Ego sein. z.B. ins Schwimmbad gehen, obwohl man glaubt alle gucken. Und wenn man dort mal hingeht, wird man feststellen, da ist immer eine/einer der mehr wiegt als man selbst.

Wie können meine Leser mit dir in Kontakt treten?

Gerne bin ich bereit auf Veranstaltungen, die deine Leser organisieren mal mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Ich verspreche keine Erfolgsmethode wie viele andere es tun (gerade jetzt wieder zum Jahresbeginn) aber was ich kann, ist zu motivieren es zu tun und zu ermutigen das es sich lohnt.

Auf meiner Facebookseite forumURNATUR würde ich mich freuen, wenn Menschen mich begleiten und vielleicht der ein oder andere Antworten bekommt auf seine eigene Fragen. Dort kann man mich auch anschreiben. Vielleicht ja auch bei dem ein oder anderen in der Abnehmgruppe, Vegantreff ... u.s.w. persönlich mal treffen.

INTERVIEW ENDE

Ich bedanke mich herzlich bei Andreas für das Interview und wünsche ihm weiterhin ganz viel Erfolg bei seinem Vorhaben. Natürlich bleiben wir im Kontakt!

Beitrag von Lisa Albrecht am 10. Februar 2015 veröffentlicht.