Nachhaltig Vegan Fair

Gründe, warum gesunde Ernährung scheitert

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

"Ich glaube an keine Diäten, sie funktionieren sowieso nicht. Außerdem ist mein Mann der Koch in unserer Familie, da habe ich oft keine Wahl, was auf den Tisch kommt" sagt eine etwas heisere, weibliche Stimme. Während ich im Zug fahre und aus dem Fenster schaue, werde ich Zeuge eines interessanten Gesprächs. Ich kann gar nicht anders, als zuzuhören. Ich würde sogar gerne mitreden, das Thema ist so spannend. Auch wenn bei uns in der Familie immer nur der kocht, der gerade Zeit hat, kenne ich die Argumentation auch bei anderen Themen nur zu gut.

Gesund essen ohne Ausreden

In Wirklichkeit ist die Welt gar nicht kompliziert. Wir machen sie selbst kompliziert. Wir selbst sind dafür verantwortlich, ob wir etwas verändern möchten oder nicht. Es liegt nur in unserer Hand, ob wir uns gesund ernähren oder nicht. Nach dem ich dieses lebensverändernde Buch gelesen habe, sehe ich die Dinge so viel klarer. Mir ist noch bewusster geworden, wie oft ich Ausreden benutze, um etwas nicht zu tun. Ich bleibe am besten beim Thema Essen, das ist für viele ein wichtiger Punkt. Menschen haben den Wunsch, ihren Zuckerkonsum zu reduzieren oder sogar ganz davon wegzukommen. Vielleicht hat man sogar geschafft, einige Tage ohne Nascherei auszukommen. Und was passiert dann? Sehr viele werden rückfällig. Um die gescheiterte Realität anzunehmen, kommen Ausreden zum Einsatz. "Ich brauche Zucker, weil ich gerade eine stressige Zeit habe" oder "Ich wusste doch, dass ich nicht so viel Durchhaltevermögen habe!".

Nur ich und niemand sonst trifft für mich die Entscheidung, wieder zu Naschen. Ebenso kann nur ich die Entscheidung treffen, es sein zu lassen. Die Ausrede, die ich verwende, hat nämlich ein ganz bestimmtes Ziel. Keine Veränderung zuzulassen, Angst vor Veränderung zu reduzieren, die gewohnte Bahn weiterhin leben zu können. Warum? Weil man Angst hat. Angst zu scheitern, Angst vor der neuen Version des Ichs, Angst neue Wege zu gehen. Schließlich wissen wir nicht, was auf uns zukommt, wenn wir ohne Zucker leben. Uns fehlt der Mut. Eine Ausrede ist für uns wie eine Bestätigung, etwas Neues einfach sein zu lassen. Sie ist sogar dafür da, mit etwas Neuem erst gar nicht anfangen zu müssen! Weil wir Angst haben. Jede unserer Handlungen hat ein bestimmtes Ziel. Wenn wir das Ziel unserer Handlung begreifen, können wir die Dinge anpacken. An sich ist es wirklich ganz einfach. Man tut das, was man tun möchte. Ohne Ausrede. Auch wenn man Angst hat oder wenn es schwer ist. Die Zweifel, die man bekommt, wollen einen nur vom Weg abbringen. Und welches Ziel haben sie? Das Leben soll bitteschön genauso bleiben wie bisher. Ohne Mut und Anstrengung ist es doch so gemütlich und einfach.

Ich muss niemandem beweisen, dass ich weniger nasche. Ich mache das für mich. Sobald wir jemandem etwas beweisen möchten, leben wir nicht unser eigenes Leben. Wir schauen, was die anderen wollen, und tun das, um von ihnen Anerkennung zu bekommen. Aber brauchen wir wirklich Anerkennung? Ich bin doch nicht besser oder schlechter, wenn ich keinen Zucker esse. Und auch du bist genauso wertvoll, egal wie dein Zuckerkonsum aussieht. Wenn wir lernen, uns selbst wertzuschätzen, müssen wir unseren Wert nicht durch andere bestätigen lassen. Ich persönlich möchte keinen Zucker essen, weil ich merke, dass mein Körper ohne deutlich fitter ist. Das hat nur etwas mit mir zu tun. Und so lässt sich das Beispiel auch auf andere Themen übertragen.

Wie siehst du das? Bis bald, deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 16. Januar 2020 veröffentlicht.