Tipps zum Aussortieren von Erinnerungsstücken - loslassen lernen

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Erinnerungsstücke aussortieren – das ist gar nicht so leicht. Wir haben am Wochenende viel umgeräumt und Regale neu organisiert, da wir unseren Haushalt immer mehr reduzieren. Jetzt bin ich an einer schwierigen Stelle angekommen. Was mache ich mit meinen Erinnerungsstücken? Das sind einige Kisten, die sehr emotional aufgeladen sind. Ich hatte als Kind viele Brieffreundschaften, schrieb Tagebücher, zeichnete und fotografierte gerne und hob den einen oder anderen emotional wichtigen Gegenstand auf. Ich finde, es sind zu viele Kisten, die ich da habe. Deshalb möchte ich gerne reduzieren. UPDATE 2025: Am Ende dieses Artikels habe ich berichtet, wie es bei mir aktuell aussieht.

Erinnerungsstücke aussortieren

Loslassen ist manchmal schwer

Das Aussortieren von Erinnerungsstücken ist deshalb so schwer, weil sie mich emotional sehr berühren. Ich habe mich ziemlich lange vor dieser Aufgabe gedrückt, da alleine das Durchsehen der Dinge sehr aufwühlend und anstrengend ist. Man fängt an, sentimental zu werden und bleibt einfach zu lange an Dingen kleben. Sie sind ein Verbindungsstück zur Vergangenheit. Ich bin auf jeden Fall, was die Kategorie „Erinnerungsstücke“ betrifft, ein emotionaler Archetyp. Dieser Typus ist bei mir grundsätzlich ziemlich dominant, in vielen Bereichen. Es ist hilfreich zu wissen, welchem Typus man angehört, so versteht man sich selbst besser und kann Dinge einfacher loslassen. Ich habe mit der Zeit sehr gut gelernt, Dinge nicht mehr festzuhalten – jetzt traue ich mich an die Erinnerungskisten. Denn ich muss nicht alles behalten, um mich erinnern zu können. Wenn ich ein Erinnerungsstück aufgebe, heißt das nicht, dass z. B. der Kontakt zu einer wichtigen Person oder die Erinnerung in meinem Kopf verschwindet. Da ich einen Landeswechsel erlebt habe und als Kind vieles gezwungenermaßen aufgeben musste, habe ich durch das „Festhalten“ von Dingen natürlich versucht, an meinem neuen Ort Wurzeln zu schlagen. Ich wollte nicht nochmal alles „verlieren“. Ich würde nicht sagen, dass ich übertrieben viel gesammelt habe – die Menge hält sich wirklich in Grenzen, aber dennoch – ich will weniger haben. Wenn man sich der Sache nicht bewusst wird, steckt man mit seinen Erinnerungen immer wieder in der Vergangenheit fest. Ich habe meine Erinnerungsstücke in Kartons, die ich jederzeit „lüften“ kann. Manchmal hat man ja das Bedürfnis, in alte Zeiten einzutauchen. Oder wenn unsere Tochter Fragen stellt, etwas zeigen. Wenn man jedoch die Erinnerungsstücke in der Wohnung dominant verteilt, wird man ständig emotional hin und her katapultiert. Zumindest geht es mir so und das wühlt mich auf. Ich lebe in der Gegenwart und mir würde es schwerfallen, gedanklich in der Gegenwart auch zu bleiben, wenn ich überall Erinnerungsstücke sehen würde.

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Wie arbeite ich mich beim Aussortieren von Erinnerungsstücken vor?

Ich behalte alle meine Erinnerungsstücke, die bei mir sofort ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Diese, ganz bestimmte, positive Kraft eines ganz konkreten Erinnerungsstückes spürt man sofort. Statt alle Briefe aufzuheben, die ich übrigens nur einmal gelesen habe, werde ich radikal aussortieren. Es fällt mir schwer, das ich gebe zu. Die Briefe kamen alle aus meiner alten Heimat und auf jeden einzelnen habe ich sehnsüchtig gewartet. Aber ganz ehrlich: Es würden auch pro Brieffreund 5 Briefe reichen. Die, die mich besonders berührt haben. Ich habe mich von negativen Erinnerungsstücken getrennt. Denn nicht jedes aufgehobene Teil hat bei mir ein gutes Gefühl ausgelöst. So sind z. B. einige Schulsachen in den Mülleimer geflogen. Nicht, dass ich vor unangenehmen Situationen flüchten möchte. Aber es bringt heute nichts, sie zu behalten, die Lektion ist doch schon gelernt und das Leben geht weiter.

5 Tipps, wie du Erinnerungsstücke mit Erfolg aussortierst

  • Mache dir klar: Du musst nicht alles wegschmeißen. Das nimmt den Druck beim Aussortieren.
  • Nehme dir viel Zeit und nicht zu viel auf einmal vor, denn Erinnerungsstücke wühlen emotional auf.
  • Vertraue deinem Bauchgefühl und höre genau hin, was es dir sagt. Fühle dich in jedes Erinnerungsstück hinein, um die richtige Entscheidung zu treffen.
  • Damit das Loslassen möglichst sanft verläuft, bedanke dich bei deinem Erinnerungsstück für die erlebte Zeit oder die besondere Erfahrung.
  • Jeder Schritt zählt. Am ersten Tag fällt es einem ziemlich schwer. Am zweiten und dritten Tag hat man mehr Mut. Finde dein Tempo!

UPDATE: Diesen Artikel habe ich ursprünglich im Jahr 2018 geschrieben. Jetzt ist Mai 2025 – und tatsächlich hat sich sehr viel getan. Ich habe meine Kisten auf zwei reduziert. Kisten klingt irgendwie nach viel, aber nein – das sind diese schwedischen weißen Boxen, die man gerne fürs Büro nutzt. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel reduziert und konnte dadurch wachsen. Es ist mir schwergefallen, manche Dinge loszulassen. Einiges war einfach noch nicht aufgearbeitet. Ich habe gemerkt, dass mich der Loslassprozess innerlich stabiler gemacht hat – ich konnte mit einigen Situationen abschließen und muss sie nicht mehr „festhalten“. Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, wirklich hinzuschauen und loszulassen. Das fühlt sich sehr gut an!

Veröffentlicht am 14. August 2018.
Aktualisiert am 21. Mai 2025.
Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
Gründerin, Autorin, psychologische Beraterin
Ich bin Autorin und Gründerin des Online-Magazins „Ich lebe grün!“, das sich einem bewussten, nachhaltigen und gesunden Lebensstil verschrieben hat.
Als zertifizierte psychologische Beraterin und Stress-Expertin begleite ich Menschen in akuten Krisensituationen und bei persönlichen Lebensveränderungen – hin zu mehr Leichtigkeit, Klarheit und Wohlbefinden. Mehr über meine Arbeit findest du auf www.lisa-albrecht.de.
Ich liebe das Meer, veganes Vanille-Eis und die Erdbeeren aus unserem Garten – kleine Alltagsfreuden, die mein Herz höherschlagen lassen.

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