Den Kleiderschrank noch radikaler ausmisten!
Wir sind wieder sehr viel am Aufräumen und Aussortieren. Ich habe eine übersichtliche Anzahl an Kleidung, aber trotzdem machte ich große Augen, als ich den großen Sack vor mir hatte. Ich konnte diesmal noch sehr viel mehr aussortieren und vor allem emotional loslassen. Die meisten Sachen sind bei mir in einem Schrank mit Fächern einsortiert, aber zusammen mit Paul teile ich noch einen Schrank mit Stange für Kleiderbügel. Dort hingen Jacken, Kleider und wenige Pullover. Nun, ich habe jetzt beide Schränke radikal ausgemistet. Winterjacken, Sommerkleider, Pullover - alles, worin ich mich nicht mehr wohlfühlte, kam weg. Erstaunlich, wie lange ich Sachen aufgehoben habe, weil ich mit ihnen einfach nur bestimmte Erinnerungen verknüpft hatte. Ich habe sogar überlegt, ob ich mein Brautkleid verkaufen sollte. Ich habe mich im Moment dagegen entschieden. Es ist sehr schlicht, man könnte es als Cocktailkleid tragen - aber es hat auch einen hohen emotionalen Wert.

Nach diesem System habe ich Kleidung aussortiert
Wie bin ich vorgegangen? Vor einiger Zeit habe ich das tolle Buch Magic Cleaning von Marie Kondo gelesen. In diesem Beitrag habe ich darüber bereits geschrieben. Ich habe den gesamten Kleiderschrank leer geräumt. Vor mir lag ein Berg von Klamotten. Das hat schon eine große Wirkung! Ich habe fest beschlossen, wirklich nur die Teile zurück zu sortieren, die ich liebe. Teile, die mir gut stehen. Teile, die bequem sind und mir gut passen. Dabei müssen sie mir nicht nur gut passen, sondern auch gefallen. Das ist wichtig. Ich habe jedes Kleidungsstück anprobiert. Dabei sieht man schnell, ob es wirklich gut passt oder nicht. Wenn ein Teil zwar gut passt, mir aber einfach nicht gefällt - weg damit. Schwer ist mir mit Sachen ergangen, die noch sehr gut sind. Hauptsächlich waren das Kleider, die ich zwar optisch gerne mochte, jedoch in den letzten Jahren kein einziges Mal angezogen wurden. Ich habe mich verändert, mein Stil hat sich verändert. Ich fühle mich in bestimmter Kleidung wohl und bevorzuge sie. Also habe ich die Entscheidung getroffen, mich von bestimmten Kleidern zu trennen. Das gleiche passierte mit Hosen, T-Shirts, Pullis und Röcken. Ich dachte, mein Kleiderschrank war schon recht minimalistisch. Ich habe aber bei meinen früheren Ausmistaktionen wohl nie ganz ehrlich aussortiert.

Es ist auch sehr spannend zu beobachten, wie man sich fühlt, wenn man z.B. eine Hose anzieht, die zwar passt, aber irgendwie nicht richtig sitzt bzw. kein Gefühl von "Lieblingshose" vermittelt. Man fühlt sich komisch und nicht wohl. Man empfindet nicht diese Leichtigkeit und das Gefühl, dass man mit dem Kleidungsstück "verschmilzt". Ich finde, Kleidung muss so sein, dass man sie nicht als Kleidung wahrnimmt. Sie muss bequem, schön und praktisch sein. Sie sollte uns ein gutes Gefühl vermitteln, sowohl für den Körper als auch für den Geist.
Hilfe, ich habe nichts zum Anziehen!
Ich hatte tatsächlich ein wenig Bedenken, dass ich nach so einer radikalen Ausmistaktion nichts mehr zum Anziehen haben werde. Ich habe gefühlt - fast alle Kleidungsstücke - aussortiert. Aber nein, so war es am Ende doch nicht. Zum Beispiel: Ich habe nun insgesamt 4 Jeanshosen. Eine ist meine Lieblingsjeans, die sowohl perfekt passt als auch noch sehr gut in Schuss ist. Vielleicht kann man sie als die "Ausgeh-Jeans" betiteln. Sie wird ein bisschen mehr geschont. Dann habe ich eine Jeans, die mir ein wenig zu weit ist, aber trotzdem passt und bequem ist. Sie ist mir nicht zu schade, auch nicht zum auf den Knien kriechen und im Garten arbeiten. Heute habe ich noch festgestellt, dass ich eine Hose in der Wäsche hatte. Die passt mir auch, ich müsste sie nur etwas kürzen. Das reicht doch? Und die vierte Jeans ist eine alte Jeans, die super bequem ist und zum Renovieren und dreckig werden bestimmt ist. Ich finde, das sind schon mehr als genug Jeans. Es würden auch weniger reichen. Dafür weiß ich, dass ich drei Jeans zur Auswahl habe, die ich ohne Probleme anziehen kann.

Folgende Aussagen sind ein Indiz dafür, ein Kleidungsstück auszusortieren
Ich habe gemerkt, dass Ausreden sehr wichtig sind, um festzustellen, dass das eine oder andere Teil nicht mehr benötigt wird. Sobald ich ähnliche Gedanken hatte, war es an der Zeit, ehrlich zu mir selbst zu sein:
- Wenn ich so viel aussortiere, werde ich kaum etwas zum Anziehen haben!
- Aber für das Teil habe ich doch viel Geld bezahlt!
- Diese Jacke / Hose möchte ich nächstes Jahr tragen, wenn ich zu- oder abgenommen habe.
- Ich trage dieses Kleidungsstück, auch wenn es mir nicht so gut gefällt.
- Ich könnte einfach die Ärmel umkrempeln... dann sieht niemand, dass sie zu kurz sind.
- Aus diesem Kleid könnte man einen schönen Rock nähen.
Ich denke, es ist wichtig, sich klar zu machen, dass wir in der Regel immer nur die gleichen Sachen tragen. Wir picken uns doch immer die Lieblingsteile aus dem Schrank, die restlichen 90 % bleiben liegen. Ab und zu wird vielleicht etwas angezogen, irgendwie aus Mitleid. In der Regel jedoch tragen wir bequeme und schöne Lieblingsteile. Damit ich besser mit dem Gedanken umgehen kann, dass ich ja viel Geld für das eine oder andere Teil ausgegeben habe - und jetzt soll es weg - gibt es eine gute und logische Erklärung. Das Kleidungsstück war wichtig, um für mich festzustellen, dass mir so ein Schnitt nicht gefällt. Oder dass ich in Zukunft mir mehr Gedanken bei der Kleiderwahl machen muss. Es war also Lehrgeld. Und das ist doch genauso wichtig. Natürlich werden die aussortierten Kleidungsstücke nicht weggeschmissen. Sie werden gespendet oder an Freunde und Verwandte weitergegeben. Ich persönlich trage nicht nur neue Sachen, sondern auch gerne Second Hand. Man könnte auch eine Klamotten-Tausch-Party machen, wenn man Lust darauf hat. Da gibt es viele Möglichkeiten. Neue Kleidung kaufe ich nur dann, wenn ich sie wirklich brauche. Dabei achte ich auf gute Qualität, Bio-Materialien und faire Herstellung.
Hier eine kleine Auswahl, wo ich gerne in der letzten Zeit reinschaue, wenn ich etwas brauche:
Mich würde eine Sache doch noch interessieren. An alle Bräute unter euch! Habt ihr noch eure Brautkleider oder was habt ihr mit ihnen gemacht? Eure Lisa.
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