Es tut mir weh, nachhaltig zu leben!

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Schon lange brennt es mir auf den Nägeln, über das Thema Weltschmerz zu schreiben. Denn in regelmäßigen Abständen bin ich über sehr viele Dinge, die auf diesem Planeten passieren, enttäuscht, traurig oder wütend. Ich fühle mich hilflos. Rede ich mit jemandem über meinen Weltschmerz, dann höre ich, dass ich ja bereits so viel tue. Alleine mit diesem Blog erreiche ich fast 80.000 Menschen im Monat, inspiriere sie, ein Stück nachhaltiger zu leben. Wisst ihr was? Ich bin so oft hin und her gerissen. Manchmal ist mir gut nicht gut genug. Es gibt so viele Aspekte der Nachhaltigkeit. Je konkreter man hinschaut, umso mehr Baustellen sieht man - auch im nachhaltigen Bereich. Ich weiß auch genau, was ich noch besser machen könnte. Nur ist mir das nicht immer möglich, auch ich bin nicht perfekt und schaffe nicht, 100% nachhaltig zu leben. Und das tut weh. Ebenso tut es sehr weh zu sehen, wie gleichgültig manche Mitmenschen mit Lebewesen, Ressourcen oder der Natur umgehen. Wie leichtsinnig und verschwenderisch deren Lebensstil ist. Es tut weh zu sehen, wie Gift auf Felder gesprüht wird, wie Mastbetriebe ihre Transporter vollladen oder Plastikteilchen überall zu finden sind.

Mein Weltschmerz

Nehmen wir den Lebensmittelbereich. Ich komme nach dem Einkaufen nach Hause und habe jede Menge Plastikmüll eingekauft. Ich bemühe mich, möglichst unverpackt einzukaufen. Okay, mag sein, dass mein Warenkorb weniger Plastik enthält. Trotzdem gelingt es mir nicht so einzukaufen, wie ich es gerne hätte. Perfektionistisch wie ich bin, reicht mir das nicht. Ich will mich weiter entwickeln! Ja, ich kaufe bio ein, ich achte bereits auf so viele Dinge, ich konsumiere kein Fleisch - aber es ist manchmal so schwer, mit dem Bewusstsein von morgen noch im heute zu leben. Versteht ihr, wie ich das meine? Regelmäßig habe ich auch das Problem hier, im Blog, bei meiner Arbeit. Ich schreibe sehr gerne, so gut wie alle Themen finde ich spannend. Bei mir lesen sehr viele Menschen, die erst anfangen, nachhaltiger zu leben. Selbst wenn ich persönlich bereits zwei Schritte weiter bin - ich möchte ihnen den Weg aufzeigen, wie man seine Gewohnheiten umstellt. Es gibt Menschen, die leben Zero Waste. Zumindest schaffen sie sehr viele Bereiche ohne viel Müll zu beschreiten. Das finde ich klasse! Für sie ist das natürlich ein Unding, dass ich Kosmetikprodukte in Plastikverpackung vorstelle. Ich kann nicht sagen, wie oft ich mir Gedanken mache, was am Besten ist. Wenn man genau hinschaut: Der Mensch braucht nicht viel zum Leben. Wir brauchen Luft, Wasser, Nahrung, vielleicht noch etwas Kleidung im Winter - alles andere ist doch Luxus, übertrieben gesagt. Dann denke ich mir, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man konventionelle Pflegeprodukte kauft oder auf Naturkosmetik setzt. Wenn ich Menschen inspiriere, Naturkosmetik zu kaufen, werden keine Tiere mehr gequält, kein Gift mehr verspritzt und das Wasser nicht mehr stark belastet. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht merkt man dann, dass man doch nicht 1000 Dinge im Bad braucht, sondern nur 10. Und diese Entwicklung kann nicht von heute auf morgen passieren.

Mein Weltschmerz

Ich möchte genau an dieser Stelle unterstützen und möglichst viele Menschen erreichen. Wenn ich jedoch den Weltschmerz habe, frage ich mich, ob ich nicht noch radikaler werden sollte. Nur dann kann ich Menschen, die gerade erst beginnen, nicht die Tipps bieten, die sie benötigen. Vielleicht ist genau das meine Aufgabe, an dieser Stelle anzusetzen. Vielleicht muss ich mir das öfters sagen. Die vielen positiven Emails und Kommentare meiner Leser bestätigen mir, dass jede nachhaltige Handlung, selbst die kleinste, eine positive Veränderung bewirkt. Ich möchte so viel mehr verändern. An dieser Stelle möchte ich euch ganz herzlich danken, dass ihr meinen Blog teilt, seien es Rezepte, Anleitungen oder Inspirationen. Es ist manchmal schwer, optimistisch nach vorne zu blicken, wenn man gleichzeitig nach links und rechts schaut und dabei so viele Baustellen sieht. Aber: Jeder Tag ist ein neuer Tag, packen wir es an! Eure Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 5. August 2018 veröffentlicht.

Julia 20.8.2018 um 11:41
Liebe Lisa, ich finde es sooo toll was Du machst und ich kann kann Dich soooo gut verstehen. Erst wenn man sich mit den Dingen beschäftigt, fällt einem auf wie groß der Missstand ist. Wir ernähren uns seit Mai diesen Jahres konsequent vegan, zudem zuckerfrei und nächstes Ziel ist glutenfrei dazu zu nehmen. Dann die Fragen zu unseren Kindern (unter anderem unsere gemeinsame 13 Monate alte Tochter), dann haben wir jetzt angefangen uns mit dem Thema "Zero Waste" zu beschäftigen, mit Sprossen ziehen etc. etc. Es kommt eines zum anderen und manchmal habe ich das Gefühl, dass es immer mehr wird und wir immernoch nicht genug tun. Gleichzeitig sehen wir wie wenig viele andere tun und wieviel Unverständnis zum Teil zum Ausdruck gebracht wird. Auf der anderen Seite aber auch wieviel Möglichkeiten wir haben und was es alles Positives in diese Richtung schon gibt, was vor 20 Jahren so noch nicht da war etc. Wichtig ist, sich selbst nicht unter Druck zu setzen, es ist ein Prozeß, auch für die anderen. Einfach weiter machen :-). Herzlichst, Julia
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Lisa von ich lebe grün! 20.8.2018 um 16:51
Liebe Julia,
ganz genau, wir sind uns da einig. ;-) Ja, es gibt einfach so viele Baustellen - manchmal weiß man gar nicht, wo man als nächtes anfangen soll... Aber wie du schon sagst, es ist ein Prozess und jeder in seinem Tempo, dann klappt es auch nachhaltig. Auch wenn es manchmal schwer ist, man muss sich immer wieder sagen: "Jeder Schritt zählt!".
P.S.: Finde ich toll, dass ihr das jetzt so durchzieht! :-) Und dass du bei uns im Blog ein wenig stöberst.
Liebe Grüße,
Lisa
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Daniela 08.8.2018 um 6:10
Am meisten habe ich damit zu kämpfen, dass man sich tatsächlich dafür rechtfertigen muss, etwas Gutes tun zu wollen oder dafür sogar angegriffen wird. Ich kann einfach nicht verstehen, wie blind oder gleichgültig manche Menschen durch's Leben gehen.
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Lisa von ich lebe grün! 08.8.2018 um 8:18
Liebe Daniela,
stimmt, das habe ich auch schon erlebt! Ich denke, man wird deswegen angegriffen, weil die Menschen (in dem Fall Angreifer) damit nicht klar kommen, dass du dir solche Gedanken machst und sie vielleicht noch nicht soweit sind. Sie schützen sich selbst, in dem sie dich angreifen. Aber eigentlich liegt das Problem bei Ihnen, zumindest bei vielen habe ich das beobachtet. Man muss einfach seinen Weg gehen, egal was die andere sagen.
Liebe Grüße,
Lisa
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Theresa vom Projekt Schminkumstellung 06.8.2018 um 14:32
Liebe Lisa,
ich verstehe dich! Weltschmerz ist etwas, was ich täglich fühle, nicht nur was Umwelt/Tierleid etc. angeht, sondern auch soziale Ungerechtigkeit/Unfälle/Trauer anderer Menschen beschäftigen mich sehr. Was jedoch einen nachhaltigeren Lebensstil angeht gebe ich dir recht: trotz Perfektionismus zählt jeder Schritt und sei er noch so klein. Wenn man Perfektionist ist, muss man sich das insbesonere klar machen, um nicht an seinen Erwartungen zu zerbrechen.
Sei stolz darauf, was du hier schaffst!
Liebe Grüße (: .
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Lisa von ich lebe grün! 06.8.2018 um 16:39
Liebe Theresa,
danke dir für die lieben Worte! Du hast recht, jeder Schritt zählt und genau aus diesem Grund - egal wie die Stimmung gerade ist - mache ich natürlich weiter. :-) Und jetzt denke ich auch, dass die Tiefs sehr wichtig sind, um wieder die Hochs zu spüren und Veränderung zuzulassen.
Liebe Grüße,
Lisa
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Lisa Albrecht

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Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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