Gefährliche resistente Keime in Gewässern entdeckt - was kann man tun?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Ich bin richtig schockiert. Auf tagesschau.de las ich einen Artikel über neue Funde von multiresistenten Keimen, der alles andere als gut aussieht. An sich ist das Thema nicht neu, fast alle haben schon etwas von den resistenten Keimen gehört. Man verbindet sie u.a. mit Krankenhäusern. Aber dass man sie nun auch in den normalen Gewässern fand, ist keine gute Nachricht. Leider hat man an allen Orten in Niedersachsen, die untersucht wurden, multiresistente Keime festgestellt. Und ich vermute, dass es woanders in Deutschland nicht besser aussieht.

Resistente Keime im Gewässer gefunden

Tierhaltung könnte das Problem verursachen

An fünf der zwölf Probenorten wurde das sogenannte mcr-1-Gen festgestellt. Bakterien, die dieses Gen in sich tragen, sind resistent gegen das Reserve-Antibiotikum Colistin. Es ist als Notfallmedikament eingestuft und wird erst in sehr kritischen Situationen verabreicht, wenn andere Antibiotika versagen. Nun fragen sich natürlich viele, wie solche Keime in unsere Gewässer gelangen konnten? Laut tagesschau.de halten Wissenschaftler es für wahrscheinlich, dass dieses Resistenzgen aus der Tierhaltung stammt. Und jetzt wird es noch interessanter: In der Tierhaltung wird im Gegensatz zur Humanmedizin das Reserve-Antibiotikum Colistin in größeren Mengen eingesetzt.

Jetzt fragen sich natürlich alle, wie so etwas passieren kann. Warum wird so großzügig das Antibiotikum Colistin in der Tierhaltung eingesetzt, obwohl es in der Humanmedizin als ein Notfall-Medikament gilt? Schließlich sollen ja genau Resistenzen verhindert werden. Wie so oft, muss erst etwas passieren, bevor nachgedacht oder gehandelt wird. Resistente Keime kommen vermutlich über die Gülle auf Felder und gelangen somit in die Umwelt. Ebenso können alle Tiere, die damit in Berührung kommen, diese Keime verbreiten - nicht nur Wildtiere, Vögel oder Insekten, sondern z.B. auch Hunde.

Resistente Keime im Gewässer gefunden

Niemand fühlt sich verantwortlich

Leider sieht man die multiresistenten Keime im Wasser nicht. Im Osnabrücker Klärwerk wurden bei einigen Proben auch solche Keime gefunden. Es ist für Kläranlagen in Deutschland aktuell nicht möglich, multiresistente Keime herauszufiltern. Ich finde die Reaktion des Bundesgesundheitsministerium sehr lässig. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Thema Antibiotika-Resistenzen national und international mehr Beachtung finden soll (und dafür setzen sie sich ein). Aber für das Problem mit der Ausbreitung der Keime ist das Bundesumweltministerium zuständig. Deren Antwort an den NDR war jedoch bedeckt. Das Wissen sei nicht ausreichend und es müssen noch mehr Untersuchungen geben. Ebenso räumt das Bundesumweltministerium ein, dass es Handlungsbedarf z.B. in Badegewässern gibt. Ebenso sei in einigen Gebieten eine weitergehende Abwasserreinigung nötig. Natürlich sind dafür die einzelnen Bundesländer verantwortlich. Speziell in Niedersachsen sehen die Landesministerien keinen Handlungsbedarf. Sie sagen, dass sie bislang eine Untersuchung der Gewässer auf resistente Keime nicht als nötig erachtet hätten. Kläranlagen erfüllen die gesetzlichen Vorschriften und eine Verbesserung der Wasserqualität ist nicht geplant. Es wurde vorgeschlagen, den Dünger zu behandeln, damit resistente Keime erst gar nicht in die Umwelt gelangen können. Aber auch diese Maßnahme prallt vom Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen ab und wird nicht als sinnvoll erachtet.

Gutes Wasser trinken

Wir filtern ja unser Leitungswasser. Jetzt war ich mir unsicher, ob unser Wasserfilter auch die multiresistenten Keime filtern kann. Ich bekam eine Bestätigung vom Hersteller, dass der Filter auch mit diesen Keimen kein Problem hat. Denn sie sind größer als Bakterien und können somit die Patrone nicht passieren. Es gibt auch eine Langzeitstudie mit der Universität Bielefeld, die die Leistung des Wasserfilters in Bezug auf Bakterien bestätigt.

Ich finde, es ist ein sehr wichtiges Thema und es wird höchste Zeit, die Augen davor nicht zu verschließen. Es hilft nichts, das Problem von A nach B zu schieben. Ich habe das Gefühl, niemand fühlt sich dafür zuständig, aber niemand möchte seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Man kann dieses Problem mit der Verbreitung der Keime auch noch nicht richtig einschätzen.

Was kann man selbst dagegen tun?

Ich bin mir sicher, dass jeder einzelne durchaus in der Lage ist, die Situation positiv zu verändern. Was könnte man tun?

  • Sich zuerst eine Meinung bilden und für sich eine klare Entscheidung treffen
  • Den Konsum von tierischen Lebensmitteln stark einschränken oder darauf komplett verzichten
  • Sich informieren, ob ein Wasserfilter für Zuhause Sinn macht
  • Sich für mehr Umweltschutz einsetzen und nachhaltiger Leben
  • Sich mehr um seine Gesundheit kümmern und als Ergebnis weniger Antibiotika einnehmen

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 8. Februar 2018 veröffentlicht.

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Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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