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Vegane Ernährung bei Kindern + Buchempfehlungen

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Immer mehr Menschen ernähren sich vegan und ganz selbstverständlich auch ihre Kinder. Schließlich möchte man seine Wertvorstellungen an den Nachwuchs weitergeben. Aber nicht immer sind es die Wertvorstellungen, die einem (zumindest am Anfang) zu der veganen Ernährung führen.

Kind beim Essen

Oft sind es gesundheitliche Probleme (eigene oder der Kinder), wie z.B. Unverträglichkeiten oder Allergien, die einen zum Umdenken bringen. Immer häufiger tritt Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz oder Neurodermitis auf. Noch vor einigen Jahren hat man immer wieder gehört, dass eine vegane Ernährung für Kinder nicht empfehlenswert, sogar ungesund sei. Heute - hört man zwar immer noch hier und dort, dass sie nicht optimal wäre - aber immer seltener. Denn die Fakten sprechen für sich: Eine vegane Ernährung für Kinder ist genauso möglich, wie für Erwachsene jeden Alters (inkl. Schwangere). Das ist wie mit jeder Ernährungsform: Macht man etwas falsch, können Mängel entstehen. Bei jeder Ernährung sollte man also gewisse Grundkenntnisse mitbringen, um gesund zu bleiben. Ich spreche aus Erfahrung: Ich lebe bereits einige Jahre vegan (davor über 10 Jahre vegetarisch), hatte eine vegane Schwangerschaft und meine Tochter wächst seit ihrer Geburt vegan (und bis auf ein-zwei Monate auch glutenfrei) auf. Sehr positiv ist mir die Entwicklung auf dem Bücher-Markt aufgefallen. Es gibt nicht nur sehr viele vegane Koch- und Backbücher, sondern auch verstärkt mehr Literatur zum Thema "Vegane Kinderernährung". Zwei neue Bücher habe ich mir näher angeschaut und finde sie empfehlenswert.

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Vegane Eltern, junges Gemüse

Das Buch Vegane Eltern - junges Gemüse von Corinne Matzka und Jonas Engelmann ist ein Handbuch für den veganen Familienalltag. Es ist im Ventil Verlag erschienen.

Vegane Eltern - junges Gemüse

Das handliche Buch-Format kann man überall gut lesen (z.B. auf dem Spielplatz), während die Kids toben. Inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit diversen Themen, die unabdingbar bei der Umstellung auf eine vegane Lebensweise mit Kindern sind. Es ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um die Vermittlung von Werten, Vertrauen, Verantwortung, die Frage "Warum" und den "eigenen Kopf" der Kinder. Im zweiten Teil wird stärker auf den Familienalltag eingegangen. Zum Beispiel, wie man Konflikte mit Großeltern löst, mit Kinderärzten, Kindergärten und Kitas umgeht und wie Kindergeburtstage ohne Schwierigkeiten gefeiert werden können. Der dritte Teil behandelt eine gesunde vegane Ernährung und verschiedene Lebensumstände. Schwangere und Stillende finden dort ebenso Informationen wie junge Eltern, die mehr über die optimale Nährstoffversorgung ihrer Sprösslinge wissen möchten. Von Beikost für Babys über das Essen für Kleinkinder bis zum Jugendalter - all das wird auf wissenschaftlicher Basis erläutert. Dabei wird auf die wichtigsten Nährstoffe eingegangen, ergänzend auf Symptome bei Mangelernährung und es gibt sogar wissenswertes über Nahrungsergänzungsmittel. Sehr spannend beim Lesen war für mich die Tatsache, dass das Buch nicht nur ein "Ratgeber" ist, sondern sehr viele Interviews bietet. Diverse Experten kommen zu Wort, somit werden die Information sehr menschlich und einfach vermittelt. Das Buch ist keineswegs belehrend oder dogmatisch, es ist erfrischend offen und flexibel. Es zeigt, dass es nicht immer einfach ist vegan zu leben. Durch viele Beispiele in den Interviews bekommt man einen guten Eindruck, wie man eine goldene Mitte finden kann. Es ist nicht nur eine Meinung im Buch vertreten, es ist eine gute Mischung verschiedener Tipps und Tricks. Es bereichert sicherlich jede vegane Familie und hilft im Alltag.

Vegane Kinderernährung

Gutes Essen für gesunde Kinder ohne Allergien

Auf das Buch Gutes Essen für gesunde Kinder ohne Allergien von Simone Vetters und Ruediger Dahlke war ich sehr gespannt, denn ich habe sehr unterschiedliche Meinungen darüber gehört. Es ist im Schirner Verlag erschienen. Besonders gut fand ich die Tatsache, dass es nur vegane und glutenfreie Rezepte beinhaltet. Das Buch hat mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Es vermittelt mit viel Gefühl die Vorteile einer gesunden vegan-glutenfreien Kinderernährung. Auf den ersten Seiten (neben der Einführung) findet man interessante Informationen über die pflanzlich-vollwertige Kost aus ärztlicher Sicht, die erste Fremdnahrung und Geschmacksbildung, Muttermilch und Kuhmilch im Vergleich, anschließend vieles über Laktoseintoleranz, Glutenintoleranz, generell über Gluten und die Alternativen. Spannend finde ich auch die Einblicke, warum bestimmte Wildbeeren oder andere Lebensmittel besonders wertvoll sind. Das Buch beschäftigt sich auch mit den typischen Themen wie Salz, Zucker, Eiweißmangel, Vitaminmangel und generelle Nährstoffversorgung. Nach der sehr gut aufbereiteten Theorie beginnt dann der Rezepteteil. Ob für ein Baby oder größeres Kind - alle kommen auf ihre Kosten. Das Buch ist wie das oben erwähnte auch, sehr handlich und passt in jede Handtasche. Trotzdem ist es sehr gut bestückt und bietet eine gute Auswahl an Suppen, Aufstrichen, Frühstücksideen, Salaten, Broten & Crackern, Shakes, Puddings und anderen Leckereien. Nur Hautgerichte mit mehreren Komponenten habe ich nicht gefunden. Aber ich vermute, dass das auch nicht der Schwerpunkt des Buches war. Es geht in erster Linie darum, zu informieren und zu sensibilisieren. Ich habe in diesem Buch einige wichtige Informationen für mich entnehmen können (unsere Tochter ißt seit ca. 2 Jahren vegan und glutenfrei) und finde, dass man nie auslernt und immer Neues entdeckt. Das Buch ist nicht nur für Eltern geeignet, deren Kinder bereits Allergien oder Unverträglichkeiten haben. Es ist ebenso sehr hilfreich für Eltern, die ihre Kinder einfach gesund ernähren möchten.

Das vegane breifrei Kochbuch

Das vegane breifrei Kochbuch

Ich möchte diesen Artikel noch ergänzen und das Buch Das vegane breifrei Kochbuch von Tanja Weisenbach vorstellen. Es ist Ende Juli 2016 im tologo Verlag erschienen. Ich war sehr neugierig auf das Rezensionsexemplar, denn man kann mich immer mit Büchern begeistern. Was bietet uns das Buch? Am Anfang gibt es jede Menge Informationen über wichtige Themen wie Baby-led weaning (Erklärung: dem Baby beim Essen freie Hand lassen), vegane Ernährung, Stillen, Grundregeln der Beikosteinführung, Verschlucken, gute Nährstoff-Versorgung, wo sind welche Nährstoffe drin und noch einige Tipps für einen gut gefüllten Vorratsschrank. Danach geht es auch schon los mit den Rezepten. Zuerst ist das Frühstück dran, grob unterteilt in Brötchen, Pancakes, Couscous, Fladenbrot, Brot, Waffeln und Crêpes. Die Rezepte sind von ihrer Zusammensetzung sehr gesund und bestehen nicht aus hellem Weizenmehl. Ganz im Gegenteil. Es werden hochwertige Mehle oder Flocken bevorzugt (z.B. Dinkel, Hafer oder Hirse) und gesüßt wird möglichst mit Obst oder Zuckeralternativen. Bei den Hauptgerichten findet man unter anderem Rezepte für Pfannkuchen / Muffins, Reis-Puffer, Gemüse-Auflauf, Nudeln, Ofengemüse, Gemüseschnitzel, Bratlinge, Pizzaschnecken & Pizza, Polenta, Pommes, Gemüsespaghetti. Auch hier legt die Autorin großen Wert auf vollwertige Zutaten und verzichtet auf Salz. Für Zwischendurch gibt es diverse Kekse, aber auch Gemüsechips oder Allerlei-Obstteller. Ein Kapitel beschäftigt sich mit Smoothies, Pudding und Aufstrichen. Dort werden einige Grundlagen (wie Mandelmus) erklärt, als auch aufwändigere Rezepte vorgestellt, die nicht nur Kindern schmecken. Der letzte Rezepteteil bietet einiges zum Naschen. Kuchen, Muffins, Pralinen und sogar eine Torte für den 1. Geburtstag ist dabei. Überrascht war ich von den Bonusrezepten, die plötzlich nach dem Kuchen-Kapitel kamen. Dort gibt es Anleitungen für: Zahnpasta, Popo- und Wundsalbe, Feuchttücher, Kälteschutzsalbe und Sonnenschutzsalbe. Am Ende des Buches findet man noch Hersteller-Tipps, die ökologisches Geschirr anbieten und weitere Informationen über die Autorin. Insgesamt hat mir die sehr gute Zutatenwahl gefallen, immer wohl überlegt und gesund. Mir persönlich ist das Buch zu teiglastig, der Gemüse- und Obstanteil tritt eher in den Hintergrund. Sehr vieles wird einfach gebraten oder im Ofen gebacken. Ich hätte mir auch etwas mehr Rohkost-Rezepte gewünscht. Die Fotos wurden von der Autorin selbst gemacht. Einerseits ist das lobenswert, da sie authentisch sind und man merkt, dass viel Mühe drin steckt. Andererseits bieten sie nicht die gewohnte Qualität eines Fotografen, die man sonst aus den Kochbüchern gewohnt ist. Alles in einem ist das Buch eine gute Wahl, um diverse Basis-Rezepte zu erlernen und mit alternativen Zutaten zu experimentieren. Wer die Kinderteller besonders dekorieren lernen möchte und Anregung sucht, wird hier eher nicht fündig, da nur das Cover und ein weiteres Rezept eine kreative Möglichkeit des Anrichtens bietet.

Jede Entscheidung ist sehr individuell

Bücher über vegane Kinderernährung und Kindererziehung

Wir Eltern möchten nur das Beste für unsere Kinder - das ist ganz klar. Bevor ich eine wichtige Entscheidung treffe, mache ich mir sehr viele Gedanken darüber, informiere mich vielseitig und bilde mir eine eigene Meinung. Es spielen viele Faktoren mit ein. Nur, weil etwas gut für mich ist, ist es nicht automatisch gut für mein Kind. Eine Entscheidung für das Kind muss also sehr sensibel und ohne Eigennutz getroffen werden. Unsere Erfahrung mit veganer Ernährung bei unserer Tochter war bis jetzt sehr positiv. Sie probiert gerne neue Dinge, ißt viel Obst und Gemüse, ernährt sich nicht von Süßigkeiten oder Junkfood und entwickelt sich prächtig. Wir achten auf eine vollwertige Ernährung, viel Frischkost und immer selbst zubereitet. Sie wird darüber hinaus noch gestillt und das empfinden wir beide als völlig normal und richtig. Für uns läuft im Moment alles optimal. Was später ist, wird sich zeigen. Wichtig ist mir nur euch zu sagen, dass man sich stehts informieren sollte. Achtet auf die Anzeichen eures Körpers (oder des Kindes), auf euer Bauchgefühl und auf die Wünsche anderer. Wählt die Ernährungsform aus, die für euch passt und die euch gut tut. Es ist so vieles möglich, denn wir haben heutzutage eine große Wahl - man muss es nur wollen.

Eure Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 10. August 2016 veröffentlicht.