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Allzweck-Reiniger selber machen / gesund putzen

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Wieviel Chemie steht eigentlich in jedem Haushalt in den Schränken herum? Habt ihr euch schon überlegt, was in Putzmitteln alles drin steckt? Vor allem die konventionellen Putzmittel sind manchmal echt der Hammer. Da habe ich nicht immer das Gefühl, dass sie unbedenklich für unsere Gesundheit sind. Die Umwelt freut sich auch nicht unbedingt über die Chemiekeule. Wir haben in letzter Zeit nur Öko-Putzmittel gekauft. Aber der Gedanke, selbst Reiniger herzustellen, lies mich einfach nicht los. Stellt euch mal vor, ein Allzweckreiniger, der praktisch essbar ist. Wie toll ist das denn? :-) Inspiriert von der Karin und ihrem sehr empfehlenswerten YouTube-Kanal Folge dir selbst, fühlte ich mich wieder wie beflügelt, um endlich loszulegen. Denn mein Wunsch, Putzmittel selbst zu machen, ist leider nach der Geburt meiner Tochter vor über zwei Jahren, ein wenig in Vergessenheit geraten.

Putzmittel selber machen

Die meisten Reiniger sind überflüssig

In seltenen Fällen benötigen wir sehr harte Mittel, um etwas sauber zu bekommen. Hand aufs Herz: Meistens sind wir nur zu faul, um ein wenig mechanische Kraft aufzuwenden. Die meisten Verschmutzungen sind normaler Natur und können problemlos mit normalen Mitteln beseitigt werden. Außerdem ist es eine Frage der Gesundheit. Wenn wir alle Bakterien einfach so killen, ist das für unsere Gesundheit überhaupt nicht von Vorteil. Im großartigen Buch Darm mit Charme von Giulia Enders wird im Kapitel "Sauberkeit im Alltag" genau erklärt, was wir alles mit dem Putzen falsch machen (könnten). Bakterien werden vom Menschen eher als schlecht wahrgenommen, weil wir so in den letzeten Jahrzehnten von diversen Seiten "angelernt" oder fast "programmiert" wurden. Sie sind für Krankheiten verantwortlich, sie sind unerwünscht im Haushalt und müssen eliminiert werden. Je höher die Hygienestandards in einem Land sind, desto mehr Allergien und Autoimmunkrankheiten gibt es dort, so Giulia Enders in ihrem Buch. Denn mehr als 95 Prozent aller Bakterien auf dieser Welt sind nicht böse. Wir sollten also beim Putzen darauf achten, nicht einfach alle Bakterien wegzuputzen, sondern einfach nur insgesamt weniger Bakterien zu haben. Denn mit einer kleinen Ladung kommt der Körper wunderbar zurecht - das Immunsystem wird trainiert und somit gestärkt. Vielleicht sollten wir - anstatt zu immer härteren Reinigungsmitteln zu greifen - uns einmal mit dieser Frage beschäftigen und uns von der Angst vor Bakterien ein wenig lösen. Spannend finde ich auch, dass laut heilpraxisnet.de (Artikel von 2012) die Deutschen pro Jahr rund 78.000 Tonnen Universalreiniger und ungefähr 29.000 Tonnen Scheuermittel einsetzen, damit ihre Wohnung blitzeblank ist. Doch ganz einfache Mittel würden völlig ausreichen! Ich kenne viele Menschen, die gerne Desinfektionsmittel einsetzen. Diese haben eigentlich nichts im Haushalt zu suchen, im Normalfall sind sie einfach nicht notwendig.

Putzmittel Allzweckmittel selber machen

Chemie im Körper schadet unserer Gesundheit

Es ist nicht neu, dass unser Körper mit giftiger Chemie nicht so einverstanden ist. Früher oder später - das merkt man vor allem beim Putzpersonal - bekommt man mindestens ein Haut- oder Atemwegsproblem. Die Schleimhäute werden viel zu häufig gereizt und über unsere Haut nehmen wir viele Stoffe auf. Gewiss bleiben auch auf den geputzten Oberflächen Putzmittel-Spuren haften, die wir dann anschließend irgendwie (je nach dem, welche Oberfläche das ist) aufnehmen.

Warum Putzmittel also selber machen?

Es gibt diverse Gründe, die dafür sprechen, Putzmittel wie Allzweckreiniger, Waschpulver, Glasreiniger etc. selbst zu machen. Es ist nicht nur günstiger, sondern deutlich gesünder. Manche Putzmittel könnte man theoretisch essen (aber bitte trotzdem nicht nachmachen, da konzentriert!). Die Umwelt wird geschont, unsere Gesundheit nicht belastet und wir freuen uns sogar auf das Putzen, da die Mittel ja selbstgemacht sind. Außerdem, wenn man ein wenig mehr mechanische Kraft einsetzt, bewegt man sich automatisch mehr beim Putzen und verbrennt somit Kalorien. :-)

Rezept: Allzweckreiniger mit Orangenschalen und Essig

Ein ganz einfaches Rezept - inspiriert wie oben beschrieben von der lieben Karin - habe ich sehr schnell nachgemacht. Die Zutaten hatte ich alle bereits da und konnte somit sofort loslegen. Man benötigt folgendes:

  • leeres Glas (z.B. Gurken-Glas) mit Schraub-Deckel
  • Essigessenz
  • Orangen- oder Zitronenschale (Resteverwertung)
  • Wasser

Nun füllt man auf den Boden des Gefäßes ein wenig Essigessenz, ca. 1 cm hoch. Die Stärke könnt ihr selbst bestimmen, aber man sollte die Essig-Essenz gut mit Wasser verdünnen. Anschließend legt man die Orangen- oder Zitronenschalen hinein und füllt das ganze mit Wasser auf. Deckel drauf und ziehen lassen. Ich ließ das Putzmittel ca. 2 Wochen stehen. Jeden Tag habe ich gemerkt, wie farbintensiver es wurde. Es roch auch immer mehr nach Orange. Die ätherischen Öle aus der Schale duften wunderbar und machen gute Laune! Es beseitigt kalk, man kann damit sehr gut im Bad putzen und den Boden wischen. Ich benutzte es für fast alle Putz-Arbeiten. Wer unsicher ist, ob das Putzmittel für eine bestimmte Oberfläche geeignet ist (wegen der Säure), probiert es erstmal an einer kleinen unsichtbaren Stelle aus. Ihr solltet keine sehr große Menge herstellen, lieber immer wieder eine kleinere Menge neu ansetzen. Ich bin mir noch nicht sicher, wie lange so ein DIY-Putzmittel hält. Aber so ein großes Gurkenglas hält schon eine Weile. Ich komme mit meinem selbgemachten Allzweckreiniger wunderbar zurecht und möchte lieber diese Alternative benutzen, als Putzmittel mit fragwürdigen Zutaten, die man auf dem Etikett eh nicht versteht. Umgefüllt in eine alte Sprühflasche, kann man es ohne Probleme universell einsetzen. Nachtrag: Ich freue mich, dass ottoversand.at meinen Tipp so gut fand, dass er ihn auf seinem Blog vorgestellt hat. Im Beitrag findet ihr noch weitere Tipps, wie man mehr Nachhaltigkeit in seinen vier Wänden realisieren kann.

Eure Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 13. Mai 2016 veröffentlicht.

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