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Stoffbinden und Stoffslipeinlagen im Test - meine Erfahrungen

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Bevor wir direkt zu den Stoffbinden als Monatshygiene kommen, möchte ich gerne auf das Thema "Warum überhaupt Binden" eingehen. Ich kenne einige überzeugte Tampon- oder Menstruationstassen-Benutzerinnen, die noch nie in ihrem Leben Binden benutzt haben. Sie finden sie doof, ohne sie wirklich ausprobiert zu haben. Jeder macht es natürlich, wie er mag. Es gibt aber auch Frauen, die nicht so gerne etwas im Körper haben möchten. Manchmal nur an bestimmten Tagen, manchmal während der gesamten Periode. Die einen mögen den Gedanken einfach nicht, die anderen fühlen sich unwohl und die dritten können vielleicht auch nicht - die Gründe sind sehr individuell. Also greift man zu den Binden. Das ist eine sehr alte und erprobte Methode, um ohne Zwischenfälle gut durch den Tag zu kommen, wenn man seine Periode hat. Es gibt nicht nur DIE EINE ultimative Binde. Es gibt sehr viele auf dem Markt (unter anderem Stoffbinden) und jede Frau sollte für sich die passende finden, um sich richtig wohl zu fühlen.

UPDATE: Ich habe einen neuen Blogpost zum Thema Stoffbinden verfasst. Dort zeige ich dir meine aktuellen Lieblings-Stoffbinden!

Stoffbinden

Welche Binden gibt es?

Grob kann man sagen, dass es drei Typen von Binden für die Monatshygiene gibt. Einmal die klassische Wegwerfbinde, die aus einem Plastik-Baumwoll-Gemisch besteht (da gibt es diverse Nuancen), die Öko-Wegwerfbinde mit einem recht hohen Anteil an Bio-Baumwolle und dann die Stoffbinde. Diese gibt es ebenso in diversen Material-Ausführungen.

Stoffbinden

Stoffbinde oder Wegwerfbinde?

Beide Binden müssen hergestellt werden und benötigen Recoursen. Im Vergleich zu einer Wegwerfbinde, können Stoffbinden ganz unproblematisch gewaschen und wiederverwendet werden. An dieser Stelle werden vermutlich einige die Nase rümpfen. Aber es ist nicht so, wie man es sich ausmalt! Die Wegwerfbinde wird weggeworfen und erzeugt jede Menge Müll und schont auch nicht wirklich den Geldbeutel. Mag sein, dass sie ziemlich praktisch ist und gut funktioniert. Aber! Stoffbinden funktionieren ebenso ziemlich gut. Die meisten haben einfach keine ausprobiert. Mir ging es ähnlich. Bis vor kurzem wusste ich auch recht wenig von deren Existenz. Man kann sie genauso verwenden wie eine Wegwerfbinde und nach der Benutzung waschen. In der Anschaffung sind sie erstmal teuerer, aber mit der Zeit lohnen sie sich schon. Mit einer Stoffbinde ist man übrigens auch ziemlich unabhängig, wenn man seinen monatlichen Vorrat angelegt hat. Einmal waschen und die nächste Periode kann kommen! Wer gerne näht, kann sich seine Stoffbinde ebenso selbst nähen. Aus eigener Näherfahrung weiß ich aber, dass Produkte, die auf den ersten Blick "ganz einfach" aussehen, nicht immer ganz einfach selbst herzustellen sind. Das nur mal am Rande. :-) Ich habe für meine Tochter mal Stoffwindeln genäht und fand diese Arbeit doch zeitintensiver, als ich zuerst dachte. Ebenso hat man nicht immer die passenden Materialien zur Hand. Spaß macht es natürlich trotzdem.

Stoffbinden

Persönliche Erfahrung mit Stoffbinden

Ich kann euch so viel Theorie wie ich will erzählen, aber eine praktische Erfahrung ist viel wert. In Kooperation mit dem Shop Erdbeerwoche habe ich zwei Stoffbinden-Typen zum Testen erhalten. Einmal waren es die Stoffbinde aus Biobaumwolle für eine mittelstarke Blutung oder für die Nacht und die Ellas Bio-Stoffsplipeinlage für jeden Tag oder eine leichte Regel. Vorher hatte ich keine Erfahrungen mit Stoffbinden, ich verwende eine bunte Mischung aus Wegwerfbinden und einer Menstruationscup. Ich habe also auf den Zeitpunkt sehnsüchtig gewartet, um mit dem Testen loslegen zu können. Was soll ich sagen? Insgesamt bin ich von den Stoffbinden sehr positiv überrascht. Ich kann euch jetzt schon sagen, dass ich nur im Notfall Wegwerfprodukte kaufen werde. Die Stoffbinden bestehen fast nur aus Bio-Baumwolle (fast, weil in den Binden noch ein Wäscheschutz integriert ist, damit garantiert nichts durchgeht) und fühlen sich sehr gut an. Sie sind ein wenig dicker als die Wegwerfbinde, aber weicher. Die Saugkraft war in Ordnung, ich habe die Binde einfach nach Bedarf und Gefühl gewechselt. Durch die Druckknöpfe an den Flügelchen kann man die Binde gut befestigen und bei mir ist nichts verrutscht. Man spürt die Druckknöpfe beim Sitzen nicht. Bei den Stoffbinden hatte ich ein wenig das Problem, dass sie mir trotz zweiter Breitestufe (es gibt zwei Knöpfe, um die Breite anpassen zu können) ein wenig zu breit waren. Ich bin aber ein recht zierliches Exemplar, also ist das vermutlich eine sehr individuelle Angelegenheit. UPDATE: Bei Kulmine gibt es Stoffbinden in sehr vielen Größen und Farben! Jetzt habe ich die richtige Breite für mich gefunden. Die Stoffslipeinlagen habe ich ebenso für meine Periode benutzt und kam mit ihnen besser zurecht, weil sie kleiner sind. Wenn die Binde voll ist, kann man sie zu einem Rechteck falten. Das ist eine gute Idee und sieht gut aus. :-) Nach der Benutzung habe ich einmal die Binden im kalten Wasser ausgewaschen (wie der Hersteller empfiehlt) und dann später in die Wäsche gegeben. Sie wurden sauber, ohne Rückstände!

Stoffbinden

Beim zweiten Mal war ich zu faul und habe die Stoffbinden (beide Sorten) ohne sie vorher auszuwaschen, in die Waschmaschine gegeben (da befand ich mich schon in der Mitte der Periode). Das gleiche: Sie sind komplett sauber geworden! Ehrlich gesagt, würden mich aber auch leichte Verfärbungen nicht stören. (Kulmine hat übrigens eine tolle Lösung und bietet gleich verschiedene Farben zur Auswahl an.) Das sind ja meine Stoffbinden und nur ich sehe, was da los ist. Die Idee, bunte Stoffe zu verwenden, finde ich aber trotzdem besser. Bei hellen Stoffen hat man automatisch die Angst, dass das Blut nicht rausgeht. Gewaschen habe ich beide Stoffbinden-Typen bei 60 Grad. Sie trocknen recht schnell, auf der Heizung noch schneller. Die Form war auch nach dem Waschen gut. Ich habe die recht wenigen Binden mehrfach gewaschen, damit ich sie komplett für meine Periode benutzen und testen konnte. Es wäre aber deutlich angenehmer, wenn man sich gleich einen Vorrat zulegt und erst später eine große Wäsche machen kann. :-) Wie viele Stoffbinden man wirklich im Monat benötigt, ist natürlich sehr individuell. Ich kann von mir sagen, dass mein Stoffbinden-Verbrauch um ca. 1,5 mal höher war als bei der Wegwerfbinde. Einfach ausprobieren. Die Anschaffungskosten sind natürlich deutlich höher als bei Wegwerfbinden, aber ich denke nach ca. einem Jahr fängt man dann an zu sparen. Stoffbinden sollen ja länger halten und man hat ein ganz anderes Bewusstsein mit so einem Produkt.

Stoffbinden

Fazit: Stoffbinde - ja oder nein?

Ich bin froh, die Stoffbinde für mich entdeckt zu haben. Sie funktioniert in meinen Augen fast genauso gut wie eine Wegwerfbinde. Der Arbeitsaufwand ist bei der Stoffbinde zwar etwas höher (weil man noch waschen und aufhängen muss), aber das Tragegefühl und das gute Gewissen überzeugen mich. Toll wäre es, wenn sie ein wenig günstiger wären. Ich denke aber, dass eine Stoffbinde einige Jahre hält und sich die Investition dann auch lohnt.

Habt ihr Erfahrungen mit Stoffbinden?

Eure Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 31. März 2016 veröffentlicht.