Streit in der Beziehung: Wie wir damit umgehen

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht
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Überall dicke Luft, die Türen knallen, Wortfetzen fliegen wie scharfe Geschosse um die Ohren. Seit der Corona-Krise ist das Thema Familienstreit bei vielen - leider - ganz schön präsent. Die Situation ist vielleicht eh schon angespannt, und dann muss man plötzlich so viel mehr leisten. Wenn man sich früher aus dem Weg gehen konnte, mehr Luft zum Leben hatte, müssen heute viele mit einer veränderten Lebenssituation umgehen lernen und sich neu sortieren. Muss man arbeiten und gleichzeitig die Kinder betreuen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Streit in der Partnerschaft - wie man eine Lösung findet

Streiten macht keinen Spaß, ist aber wichtig

Ab und zu werde ich gefragt, wie wir konkret mit solchen Situationen umgehen. Herrscht bei uns ebenfalls dicke Luft, streiten wir oft und welche Lösungen haben wir, wenn ein Streit entsteht? Ich bin mit meinem Mann seit 19 Jahren zusammen. Während ich das schreibe, musste ich noch einmal nachzählen. 19 Jahre! Deshalb kann ich behaupten, dass ich doch einiges an Erfahrung in dieser Zeit sammeln konnte.

Wir hassen Streit. Das war schon immer so. Und mussten erst ein wenig lernen, wie das Streiten überhaupt funktioniert. Sich zu streiten ist unheimlich wichtig, damit die Beziehung nicht in eine falsche Richtung läuft. Es wäre kontraproduktiv, wenn ich alles abnicken würde, was mein Mann sagt. Oder andersherum. Auf Dauer wäre das für die Beziehung nicht gesund und ich (oder er) wäre unzufrieden.

Streit in der Partnerschaft - wie man eine Lösung findet

Ja und Amen in der Beziehung

Es ist manchmal ganz gut, die Luft rauszulassen und auf den Tisch zu hauen. Schaut man jedoch genau hin, fängt die Unzufriedenheit bereits früher an. Und genau an dieser Stelle sollte man ansetzen, bevor es den großen Knall gibt. Wenn die Gemüter einmal erhitzt sind, ist es deutlich schwerer, den anderen zu verstehen. Wenn ich merke, es gibt etwas, was mich stört, suche ich das Gespräch.

Überhaupt, damit eine Beziehung funktioniert, muss man miteinander reden. Damit meine ich tiefgründige Gespräche mit mehr Zeit, die man ganz in Ruhe führt. Zum Beispiel am Abend, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn ich mit meinem Mann zwei-drei Tage nicht über unser aktuelles Leben sprechen kann, weil wir einfach mit anderen Aufgaben voll sind, fehlt mir etwas. So können wir zusammen immer schauen, wie es uns geht, wo wir gerade stehen, was uns bedrückt, was uns bewegt, was wir optimieren möchten oder uns für die Zukunft wünschen. Wir reden über alle Themen, die uns gerade bewegen. Das verbindet uns, wir sind nicht nur ein Liebespaar, wir sind auch beste Freunde.

Streit in der Partnerschaft - wie wir damit umgehen

Reden, reden, reden...

Dadurch, dass wir so viel miteinander reden, kennen wir uns unglaublich gut. Es reicht ein Blick, schon weiß ich, was mein Mann denkt oder fühlt. Ich weiß, was er mag, was ihn stört, was er sich wünscht. So kann ich in bestimmten Situationen reagieren und Rücksicht auf ihn nehmen. Bei ihm ist es genauso. Wenn es mal zu einem Streit kommt - und das ist bei uns eher eine Ausnahme - sind meistens mehrere Faktoren beteiligt, warum es dazu gekommen ist:

  • Wir stecken aktuell in einer sehr stressigen Zeit und uns bewegen Themen, die sehr anstrengend und schwierig sind
  • Wir sind mit unserer Kraft am Ende und unser Nervenkostüm lässt zu wünschen übrig
  • Es liegt ein Missverständnis vor - die Kommunikation hat eindeutig ein Hinkebein

Nehmen wir Mal an, es ist zum Streit gekommen. In so einer Situtation wissen wir, dass es absolut nichts bringt, zu diskutieren. Wir lassen das Thema etwas Ruhen und kühlen uns ab. So kann der Kopf wieder klar werden. Ein Spaziergang tut dabei sehr gut. Spätestens am Abend, wenn unsere Tochter im Bett ist, reden wir. Dabei ist es so wichtig, nicht sofort mit dem Vorwurf zu beginnen, sondern dem Partner zu zeigen, dass man eine gemeinsame Lösung sucht. Es gibt weder einen Gewinner oder Verlierer. Es geht doch immer nur um UNS.

Wir schauen, wie unsere letzten Tage waren und was alles passiert ist. Dann fällt uns vielleicht auf, dass viele andere Faktoren beigetragen haben, in eine schlechte Stimmung zu kommen. Unzufriedenheit, schlechte Nachrichten, negative Emotionen und Stress. Dann reicht sogar eine Kleinigkeit für einen Streit. Wir suchen also nach der wahren Ursache. Dabei versetze ich mich immer in die Lage von meinem Mann und schaue auf die Dinge aus seiner Sicht. Das spannende dabei ist, dass fast alle Streitigkeiten auf der Basis von Missverständnissen entstehen. Er hat etwas Falsches gedacht, ich habe etwas falsch kommuniziert. Ich habe mir etwas gedacht, was er sich anders ausgemalt hat. Schon waren wir uns beide sicher richtig zu liegen, obwohl die Wahrheit eine ganz andere ist.

Öffne dich für den ersten Schritt

Im Gespräch finden wir zum Glück heraus, wie wir zum Streit gekommen sind und müssen teilweise über den Blödsinn lachen. Es ist sehr wichtig, die Nase nicht zu hoch zu halten und den ersten Schritt auf den Parner zuzumachen. Denn beide Partner wünschen sich oft zur gleichen Zeit, dass der andere den ersten Schritt Richtung Versöhnung macht und keiner rührt sich somit. Das ist aber Quatsch. Wenn also alles geklärt ist, aber die dicke Luft immer noch da ist, lohnt es sich, über seinen Schatten zu springen und dem Partner zu zeigen, dass man ihn in seine Arme schließen möchte. In diesem Sinne: Ich wünsche dir eine harmonische Zeit mit deinem Partner! Bei Fragen melde dich doch einfach bei mir. Liebe Grüße, Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 15. Juni 2020 veröffentlicht.

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