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Ist eine Bambus-Zahnbürste nachhaltig? Experten-Interview

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Immer häufiger sieht man neben den gewöhnlichen Plastik-Zahnbürsten auch welche aus dem nachwachsenden Material Bambus im Handel. Viele stellen sich jedoch die Frage, wie nachhaltig Bambus wirklich ist und ob eine Bambus-Zahnbürste vielleicht sogar noch Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Zahnbürste aus Plastik bietet. Ich habe mit Fabian Fallenbüchel von Lebenskraftpur gesprochen. Er kennt sich nicht nur selbst sehr gut auf diesem Gebiet aus, sondern verfolgt mit Lebenskraftpur die Mission, Menschen über die Themen Gesundheitsprävention, Ernährung und Lebensenergie aufzuklären. Starten wir am besten direkt mit dem Interview und tauchen ein in das Thema Bambuszahnbürsten & Zahngesundheit.

Zahnbürsten aus Bambus - sind sie wirklich nachhaltig?

Bambus ist eine wunderbare Pflanze, keine Frage. Doch wäre es nicht möglich, Zahnbürsten aus unserem heimischen Holz herzustellen, um den weiten Transportweg einzusparen? Warum wird ausgerechnet auf Bambus gesetzt?

Fabian Fallenbüchel: Grundsätzlich ist es wünschenswert, richtig und nachhaltiger auf heimische Materialien und Rohstoffe zurückzugreifen. Doch gerade Bambus bietet den großen Vorteil, dass dieser ein sehr nachhaltiger Rohstoff ist und weitere überaus positive Eigenschaften besitzt.

Bambus ist die am schnellsten wachsende Pflanze auf der Erde. Gleichzeitig ist er sehr fest und ein 100% natürlicher Rohstoff. Folglich ist Bambus komplett biologisch abbaubar und plastikfrei. Gerade der letzte Punkt spielt in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle. Man denke an die Plastikberge, die auf dem Meer treiben oder an die unzähligen Mülldeponien. Wenn man bedenkt, dass die allgemeine Empfehlung besagt, eine Zahnbürste alle 2-3 Monate durch eine Neue auszutauschen, kommt schon jede Menge Plastikmüll zusammen. Und das schon ohne die dazugehörige Verpackung mit Plastikanteil. Nicht aber wenn man eine Bambuszahnbürste im Einsatz hat. Diese lässt sich sogar nach Gebrauch umfunktionieren. Als DIY- („do it yourself“) oder Upcycling-Idee könnte man den Stiel beschriften und im Gemüsebeet zur Pflanzen-Markierung verwenden. Die Borsten kann man vorher mit einer Zange herausziehen.

Zudem produziert Bambus während der Wachstumsphase außerordentlich viel Sauerstoff. Sogar mehr als andere Bäume. Heimische Pflanzen können da nicht mithalten – somit ist die Verwendung diese Pflanze nachhaltig und relativiert dadurch auch den Transportweg. Aus meiner Sicht bietet Bambus aus vielerlei Gesichtspunkten dermaßen überzeugende Vorteile, dass es fast schon fahrlässig wäre, diesen nicht als Rohstoff zu verwenden.

Gibt es neben dem Nachhaltigkeitsaspekt noch weitere Vorteile (z.B. für die Gesundheit), warum man auf eine Bambus-Zahnbürste umsteigen sollte?

Fabian Fallenbüchel: Die gibt es auf jeden Fall! Wenn wir uns die herkömmlichen Zahnbürsten anschauen, bestehen diese in der Regel aus Kunststoff. Diese besitzen oftmals zweifelhafte, wenn nicht gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe wie z.B. BPA (Bisphenol A). Diverse Studien haben BPA eine hormonähnliche Wirkung zugeschrieben. Zudem weist eine Studie im „Journal of the American Medical Association“ darauf hin, dass BPA Diabetes, Leberprobleme und Herz-Kreislauferkrankungen fördern kann. Auch Weichmacher (Phthalate) können sich in gewöhnlichen Zahnbürsten befinden, die als fortpflanzungs- und immunschädigend eingestuft sind. Diese können beim Zähneputzen verdampfen, ausgewaschen oder abgerieben werden. Phthalate und ihre Abbauprodukte sind bei nahezu jedem Menschen im Blut und Urin nachweisbar.

Gerade im ungeschützten Mundraum, wo direkter Kontakt zu den Schleimhäuten besteht, ist es ratsam nicht mit solchen Substanzen in Kontakt zu kommen. Ansonsten kann es sein, dass diese kleinen Plastikpartikel in den Kreislauf gelangen.

Zudem verursachen Plastikzahnbürsten nicht unerhebliche Mengen an schlecht verwertbarem Müll. Wie ich zuvor schon beschrieben habe, ist das sicherlich nicht im Sinne der Nachhaltigkeit.

Bambus-Zahnbürsten - eine gesunde und nachhaltige Alternative

Im kompletten Gegensatz dazu sind Bambus Zahnbürsten frei von Inhaltsstoffen, wie z.B. BPA, Pestiziden oder anderen fragwürdigen und giftigen Stoffen. Bambus ist von Natur aus antibakteriell, wodurch beim Anbau weder Pestizide noch Dünger benötigt wird. Dementsprechend sauber und rein ist der Rohstoff. Keinerlei Gifte können bei Kontakt mit dem Holz in den Körper gelangen.

Zudem zieht Bambus im Gegensatz zu anderen Hölzern kein Wasser. Dadurch bietet er keine Angriffsstelle für Schimmel und Bakterien und bleibt dauerhaft hygienisch im täglichen Einsatz.

Es gibt ja verschiedene Härtestufen der Zahnbürstenborsten. Sollte man einfach nach Gefühl kaufen oder bestimmte Borsten bevorzugen?

Fabian Fallenbüchel: Die Borsten der Zahnbürste sollten so gestaltet sein, dass sie die Zahnzwischenräume gut reinigen und gleichzeitig nicht das Zahnfleisch verletzen. Somit wären eher sanfte und weiche Borsten zu empfehlen. Bei härteren Borsten kann es passieren, dass das Zahnfleisch zu sehr gereizt wird. Im Grunde muss individuell entschieden werden, welcher Härtegrad bei den Borsten Sinn macht und das beste Putzergebnis erzielt sowie das Zahnfleisch schonend massiert und dessen Durchblutung stimuliert.

Elektrische Zahnbürsten sind ja genau das Gegenteil von einer Bambuszahnbürste. Ist eine Bambuszahnbürste nicht eher ein Rückschritt und ein Nachteil für die Zahngesundheit?

Fabian Fallenbüchel: Genau genommen ist es einerlei, weil die Handhabung auch hier sehr individuell ist. Eine elektrische Zahnbürste kann für Zahnputzmuffel eine Alternative sein, wobei auch hier Putzfehler nicht ausgeschlossen sind. Ist der Druck zu hoch, schadet das dem Zahnfleisch genauso wie es bei einer herkömmlichen Handzahnbürste der Fall wäre. Ein weiterer Faktor spielt die Abrasivität (Schleifwirkung) der Zahnpasta (bzw. des Zahnputzmittels), die einen Einfluss auf die Zahnhartsubstanz hat. Wählt man eine Zahnpasta, die einen hohen Abrasivitätsgrad hat und zusätzlich noch harte Borsten bei der Zahnbürste, kann das auf Dauer für Irritationen im Mundraum sorgen.

Aus meiner Sicht ist das Zusammenspiel aus Zahnbürste, Zahnputzmittel, Putzverhalten, Essverhalten (Zucker vermeiden!) entscheidend und nicht die gesonderte Betrachtung eines dieser genannten Elemente.

Wenn es die ideale Zahnpflege gäbe, wie würde sie aussehen? Auf welche Komponenten sollte man nicht verzichten?

Fabian Fallenbüchel: Bei einer idealen, ganzheitlichen Zahnpflege spielt die Wahl der Zahnbürste eine wichtige Rolle – in diesem Fall wären weiche Zahnbürstenköpfe zu bevorzugen.

Beim Zahnputzmittel sollte beachtet werden, dass gewöhnliche Zahnpasta unzählige schädliche Chemikalien enthält, die nicht nötig sind, um die Zähne gesund zu halten, und sie oft sogar aktiv schädigen. Zum einen sind meist Stoffe enthalten, die viel zu abrasiv sind, also den Zahnschmelz beschädigen. Die enthaltenen Tenside, vor allem Natriumlaurylsulfat, reizen die Schleimhaut und das Zahnfleisch. Sie können Allergien auslösen, ebenso wie die hochallergenen Parabene. Oft sind auch Mikroplastik, giftige Zuckerersatzstoffe und Aluminiumsalze enthalten.

Zahnputzpulver ohne Fluorid mit Xylit und hochwertigen weiteren Inhaltsstoffen

Und natürlich enthält gewöhnliche Zahnpasta auch Natriumfluorid – ein gut lösliches Fluorsalz, welches in der Natur nicht vorkommt. In der Natur, also auch in unseren Nahrungsmitteln, liegt Calciumfluorid vor, welches nicht löslich ist und damit völlig andere Eigenschaften hat. In Zahnpasta liegen also freie Fluoridionen vor, welche sehr aggressiv sind. Sie schädigen den Zahnschmelz aktiv, indem sie sich in ihn einlagern und ihn spröde machen, sie verhindern außerdem die sinnvolle Mineralisierung der Zähne mit anderen Elementen, wie z.B. Silizium oder Calcium. Fluorid wird übrigens auch über die Mundschleimhaut resorbiert und ist ein Nervengift.

Darüber hinaus ist eine Zwangsfluorisierung jedoch schlichtweg unnötig, da wir mit Nahrung und Wasser genügend Fluorsalze aufnehmen. Unverständlicherweise verunsichert Stiftung Warentest die Verbraucher indem sie Zahnpflegeprodukte ohne Fluor als mangelhaft bewertet. Dies ist wissenschaftlich nicht haltbar! Warum sollte man sich die Zähne mit etwas putzen, was bei Verschlucken giftig ist? Auch wenn die Zahnpasta zum Großteil ausgespuckt wird, kann nicht verhindert werden, dass kleine Mengen verschluckt werden. Außerdem werden viele giftige Stoffe auch über die Mundschleimhaut aufgenommen und verteilen sich so im ganzen Körper.

Ein Zahnpulver aus natürlichen Inhaltsstoffen, wie z.B. Heilkreide, Natron, Xylit hingegen, ist so natürlich, dass es sogar problemlos gegessen werden kann. Wir bei Lebenskraftpur haben diverse Zahnpulver im Sortiment, die genau diese Reinheit und Natürlichkeit bieten. Auch kann Zahnseide bei sehr eng stehenden Zähnen verwendet werden oder alternativ Interdentalbürstchen, um die Zahnzwischenräume zu säubern. Aber bitte behutsam damit umgehen, um keine Zahnfleischverletzungen zu provozieren.

Zahnkristalle aus Xylit

Weiterhin sind Zahnkristalle aus Xylit zu empfehlen. Bei Xylit bzw. Xylitol handelt es sich um einen Zuckeraustauschstoff, der kariesfeindlich (antikariogen) wirkt. Da Xylit erst nach ca. 8 Minuten im Mundraum eine ausreichende Wirksamkeit entfaltet, sind lutschbare Zahnkristalle das Mittel der Wahl.

Warum empfehlen Zahnärzte eigentlich keine Xylit-Produkte? Xylit und seine antikariogene Wirkung ist doch schon lange bekannt.

Fabian Fallenbüchel: Kurz zur Erklärung für die Leser: Xylit ist wie bereits erwähnt ein Zuckeraustauschstoff, der beispielsweise Zahnpulver nicht nur einen angenehmen Geschmack verleiht, sondern Karies vorbeugt, Karies hemmt und ein alkalisches Milieu im Mundraum schafft. Es alkalisiert den Speichel, was die Grundbedingung dafür ist, dass sich der Zahnschmelz regenerieren und remineralisieren kann. Da Zahnschmelz säurelöslich ist, kann er nur in einem basischen Milieu aufgebaut werden. Außerdem verhindert ein basischer Speichel, dass Zahnschmelz sich überhaupt erst abbaut. Karies entsteht, weil der Zahnschmelz durch Säure, die schädliche Bakterien produzieren, angegriffen wird. Xylit hemmt diese Bakterien, sodass Karies gar nicht erst entstehen kann.

Bisher ist Xylit überwiegend bei ganzheitlich praktizierenden Zahnärzten bekannt und wird von solchen auch empfohlen. Es wäre für die Patienten wünschenswert, dass die Bekanntheit von Xylit und dadurch auch der Einsatz steigt.

Welchen Fehler machen viele beim Zähneputzen, ohne es zu wissen?

Fabian Fallenbüchel: Manche Menschen, die besonders gründlich und gewissenhaft bei der Zahnpflege vorgehen wollen, üben zu viel Druck beim Putzen aus. Dadurch wird das Zahnfleisch gereizt und kann sich im schlimmsten Fall zurückziehen. Hier ist weniger mehr. Mit einer weichen Borste ist man hier auf der sicheren Seite. Hinsichtlich der richtigen Putztechnik kann ein (ganzheitlicher) Zahnarzt weiterhelfen. In Kürze kann man sagen, dass die Zahnbürste im 45 Grad Winkel in Richtung Zahnfleischsaum angesetzt werden soll und dann in kleinen Rüttelbewegungen die Zähne geputzt werden.

Weiterhin sollte beachtet werden, dass nicht unmittelbar nach einer Mahlzeit mit sauren Lebensmitteln (z.B. Zitrusfrüchte) geputzt wird. Finden all diese Punkte Beachtung, steht einer optimalen Zahngesundheit nichts im Wege.

Lieber Fabian, vielen Dank für deine Tipps und Informationen für mehr Zahngesundheit! Unsere gesamte Familie verwendet schon sehr lange sowohl die Zahnkristalle, als auch die Bambuszahnbürsten und die verschiedenen Zahnpulver - wir empfehlen sie gerne weiter, da sie einfach funktionieren und unser Zahnarzt zufrieden ist. Gerne verlinke ich eure Produkte, die für eine ganzheitliche Mund- und Zahnpflege sorgen.

Literatur & Links

Beitrag von Lisa Albrecht am 10. Mai 2020 veröffentlicht.

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