Was tun, wenn mir die Hände gebunden sind?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Manchmal habe ich das Gefühl, mir sind die Hände gebunden. Jetzt ist gerade wieder so ein Moment. Dabei ist es gar nicht wichtig, um was es konkret geht – denn die Situationen können sich extrem unterscheiden. Wichtig ist, was man aus jeder Situation macht. Das Gefühl der Ohnmächtigkeit, Fremdbestimmtheit und gleichzeitig Hilflosigkeit ist alles andere als schön und auf Dauer auch nicht auszuhalten. Früher hätte ich den Kopf in den Sand gesteckt. Eine Panikattacke hätte mich mit Todesangst überfallen. Aber heute ist nicht gestern, ich habe durch viel Arbeit mit meiner Innenwelt Dinge verstanden, die mir helfen, mit solchen Situationen umzugehen. Das, was ich gelernt habe, möchte ich so gerne an dich weiter geben. Früher habe ich mir gewünscht, mich mehr darüber austauschen zu können.

Gefühl der Hoffnungslosigkeit

Was siehst du wirklich?

Jetzt, in der aktuellen Situation, wage ich immer einen Blick nach Außen. Ich merke, dass das Gefühl der Ohnmächtigkeit und Angst erst dann entsteht, wenn ich zu tief in der Sache drin stecke und kaum die Außenwelt wahrnehme. Alles scheint bedrohlich zu sein, nichts ist wie früher. Aber stimmt das wirklich? Und genau diese Frage sollte man sich stellen: Stimmt es wirklich, dass die Situation so auswegslos ist?

Nach dem ersten Realitätscheck merke ich, dass ich zu viel hinein interpretiere. Es gibt durchaus Lösungen, an die man vielleicht noch nicht gedacht hat. Mag sein, dass der Weg nicht einfach ist und ein erfolgreiches Ergebnis gar nicht sicher ist. Aber hat man wirklich alles versucht? Wechselt man die Perspektive und schaut man auf den Wald von oben, merkt man, dass man ihn vor lauter Bäumen doch noch sieht. Steht man mittendrin, sieht der Wald dunkel aus.

Wechsel die Perspektive

Bleiben wir beim Wald: Dort gibt es verschiedene Stellen. Dunkle, schattige Stellen, die man vielleicht sogar ein wenig fürchtet, aber auch lichte, freundliche Stellen, wo die Sonne sogar durchkommt. So ist es auch in jeder Situation, die einem auf den ersten Blick aussichtslos erscheint.

Nach dem mir klar wird, dass keine Situation eine Sackgasse ist, gehe ich den nächsten Schritt. Ich mache einen Spaziergang, lasse es zu, dass mein Kopf auf andere Gedanken kommt. Dabei fallen mir neue Möglichkeiten ein, was man tun kann. Und wenn ich nicht weiter weiß, hole ich mir Hilfe. Meine Energie verändert sich, aus der (gefühlt) kleinen Maus, die sich vor Angst versteckt und nicht mehr aus dem Loch herauskommen will, wird eine starke, neugierige, offene und abenteuerlustige Person, die ihre Situation analysiert und neu bewertet. Ich habe die Verantwortung für meine Situation übernommen und gehe die Dinge aktiv an. Natürlich weiß ich nicht, was in der Zukunft passiert, aber wenn ich in meinem Mauseloch sitzen bleibe, wird sich auch absolut nichts verändern. Ganz im Gegenteil.

Also, wenn du das Gefühl hast, dir sind die Hände gebunden und du kannst nichts mehr tun, probiere die Perspektive zu wechseln. Du wirst sehen, dass einiges möglich ist – wenn man nur endlich aus dem Mauseloch herauskommt. Bis bald, deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 7. Mai 2020 veröffentlicht.