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Nach Bananenverzehr bitte Hände waschen!

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Bananen sind super praktisch, wenn man unterwegs Obst essen möchte. Kindern wird gerne einfach eine Banane in die Hand gedrückt, man muss sie vorher nicht waschen und es gibt keine Sauerei. Aber: Nach dem Bananenverzehr sollte man lieber die Hände waschen! Genau genommen dann, wenn man Nicht-Bio Bananen angefasst hat. Warum? In der Januar-Ausgabe 2018 des Magazins ÖkoTest wurden 22 unterschiedliche Bananen getestet. Auch heute sind diese Ergebnisse sicherlich nach wie vor aktuell, denn es gibt jede Menge konventionell angebaute Bananen im Handel. Mehrmals pro Woche werden die Bananenplantagen mit Pestiziden behandelt. Öko-Test bemängelt nicht nur die hohe Belastung der Bananen durch Pestizide, sondern auch die Anbau- und Arbeitsbedingungen. Weitere Kritikpunkte sind die Plastikverpackungen, die schlechte Bezahlung der Mitarbeiter und fehlende Schutzkleidung während der Behandlung mit Pestiziden. Es gab Händler, die sich weigerten, einen Nachweis über die Arbeitsbedingungen einzureichen.

Bananen sind stark mit Pestiziden belastet

Wenn man auf bekannte (konventionelle) Bananenmarken setzt, ist man trotzdem nicht besser dran - sogar im Gegenteil. Das Ergebnis war wirklich ernüchternd. Es wurden auch Bananen aus dem Bio-Anbau untersucht. Sie bekamen insgesamt eine sehr gute Auszeichnung.

Wir essen normalerweise sehr gerne Bananen. Früher haben wir jede Woche Bananen gekauft, immer bio. Es gehörte zu unserem Standard-Obst. In der letzten Zeit hat sich unser Konsum verändert. Wir würden zwar gerne regelmäßig Bananen essen (sie schmecken uns sehr gut), haben uns jedoch gebremst. Bananen sind kein regionales Obst. Jetzt, wo uns doch so viel Obst aus der Region zur Verfügung steht (oder zumindest aus Deutschland), fragten wir uns einfach, ob es wirklich gut ist, auch noch Bananen zu kaufen. Sie kommen von weit her und sind doch so selbstverständlich. Jetzt gibt es bei uns eher selten Bananen, und wenn es sie gibt, ist es was besonderes. So schätzen wir sie wieder mehr und genießen mal den Luxus.

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Warum noch überlegen?

Ich frage mich schon lange, warum Menschen eigentlich konventionell angebaute Bananen kaufen. Es ist mir schon so oft passiert, dass ich im Supermarkt vor bio und nichtbio Bananen stand und jemand neben mir zu den nichtbio griff. Der Preis für gute Bio-Bananen ist nun wirklich nicht sehr hoch. Manchmal kosten sie sogar genauso viel wie die konventionellen. Ja, und dann landen sie noch in der Plastiktüte. Es ist falsch von mir, die Leute zu verurteilen. Ich selbst handelte vor einigen Jahren ähnlich in vielen Bereichen und auch heute mache ich nicht alles richtig. Trotzdem habe ich oft das Bedürfnis, zu den Menschen zu gehen und ihnen zu erklären, dass es auch ohne Plastiktüte wunderbar geht und Bio-Bananen für alle besser sind.

Wenn Bananen kaufen, dann bio

Denn nicht nur die Bananen selbst sind belastet. Das Gift, mit dem sie behandelt werden, zerstört die Böden und das Grundwasser. Aber nicht nur. Neulich im Greenpeace Magazin habe ich eine Dokumentation über die Folgen des massiven Einsatzes von Pestiziden im ländlichen Nordosten Argentiniens über den Zeitraum von 20 Jahren gelesen. Der Fotograf Pablo Piovano rüttelt mit seiner Gänsehaut-Fotostrecke wirklich jeden wach und macht auf schlimme Auswirkungen von Pestiziden auf die Menschen und ihre Umwelt aufmerksam. In seiner Fotodokumentation zeigt er den todkranken (jetzt bereits verstorbenen, mit nur 53 Jahren) Pestizidgegner Fabián Tomasi. Er hat als junger Mann jahrelang Pestizide verstreut und vermutet, davon krank geworden zu sein. Im Jahr 1996 erlaubte die argentinische Regierung den Anbau von transgender Sojabohnen und den Einsatz von verschiedenen Pestiziden auf genetisch modifizierten Nutzpflanzen. Laut Greenpeace Magazin werden dort besonders viele Pestizide versprüht.

Jetzt ist die Lage dort sehr schmerzlich und die Auswirkungen spürbar. Menschen, die in gespritzen Bereichen lebten, bekamen verstärkt gesundheitliche Probleme. Die Häufigkeit von Fehlgeburten ist angestiegen, Krebs bei Kindern hat sich verdreifacht. Geistige Behinderungen nahmen zu. Aber auch Atemwegs- und Hautkrankheiten waren stark ausgeprägt.

Eigentlich waren wir doch nur bei der konventionellen Banane. Aber das ist die Realität und ein Bio-Einkauf würde schon viel verändern. Ich bin mir sicher, dass du bereits bio kaufst. Aber nicht jedem ist diese Problematik überhaupt bewusst. Ich hoffe sehr, dass dieser Beitrag dazu beiträgt, Menschen zu informieren und inspirieren, auf eine gute Lebensmittelqualität zu setzen und Ja zu Bio-Landwirtschaft zu sagen. Das ist ein wertvoller Beitrag für die Zukunft unserer Kinder.

Bis bald, Deine Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 30. Juli 2019 veröffentlicht.

Franzi 28.10.2019 um 16:29
Schöner Artikel, aber die Sojabohnen in Argentinien sind sicher nicht „transgender“ sondern eher genetisch verändert...oder was war da gemeint?
Lisa von ich lebe grün! 18.11.2019 um 10:57
Hallo Franzi,
Als Transgene Sojabohne bezeichnet man mit Verfahren der Grünen Gentechnik veränderte Sojapflanzen. Wie bei anderen gentechnisch veränderten Pflanzen werden artfremde Gene in die Sojabohnen eingeschleust und damit Eigenschaften erreicht, die durch herkömmliche Pflanzenzucht nicht oder nur sehr langfristig erzielt werden könnten. Weiterlesen Quelle: Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Transgene_Sojabohne
Viele liebe Grüße,
Lisa