Individuelle Mobilität - Verschwendung von Energie und Resourcen

Paul Albrecht
Paul Albrecht

Wir sind vor fast zwei Jahren hier aufs Land gezogen. Mit Hilfe von Carsharing konnten wir vorher auf ein eigenes Auto verzichten, doch hier brauchten wir eins um von A nach B zu kommen. Wir konnten eine VAN übernehmen. Er war uns von Anfang an eine Nummer zu groß, aber mangels Alternative fuhren wir ihn eine Weile. Wenn möglich wichen wir auf andere Verkehrsmittel wie Tretroller, Fahrrad und Bus aus. Nun bekamen wir die Möglichkeit günstig an einen gebrauchten Kleinwagen zu kommen: Ein Modell, das uns schon vor vielen Jahren optisch angesprochen hatte. Wir nutzten die Gelegenheit und kauften das kleine Auto, unter anderem weil Lisa gerade ihren Führerschein macht und dann als Fahranfänger mit einem überschaubaren Wagen deutlich entspannter unterwegs sein kann.

Autoverkehr

Als ich die erste Probefahrt in dem Kleinwagen machte, spürte ich erst richtig, wie unterschiedlich große und kleine Autos sind. Das neue Auto ist übersichtlicher, schmaler und kürzer (toll um Parklücken zu nutzen) und vor allem - es ist leichter! Das Gewicht wird heute vollkommen unterschätzt. Das Straßenbild wird von SUVs beherrscht, die sich in Sachen Gewicht gegenseitig übertrumpfen wollen. Doch was bedeutet das für die Nachhaltigkeit? Um mehr Masse zu bewegen, braucht man mehr Energie und diese Steckt im Benzin. Das heißt, je schwerer das Fahrzeug, desto mehr Bezin wird verbrannt und belastet somit die Atomsphäre stärker. Um das Gewichtsproblem der Fahrzeuge zu verdeutlichen, habe ich ein Diagramm angefertigt auf Basis von aktuellen Zahlen großer Fahrzeughersteller.

Gewicht von Fahrzeugen im Vergleich

Möchte nun ein Mensch mit 60 kg Körpergewicht irgendwo hin fahren, steigt er in seinen SUV, der ein Gewicht von 2185 kg hat. Nun müssen insgesamt 2245 kg bewegt werden, obwohl nur die 60 kg Mensch bewegt werden sollten. Entscheidet sich der Mensch für einen Kleinwagen, dann müssen nur 987 kg bewegt werden, was weniger als der Hälfte entspricht. Und ist nun der Mensch bereit auf ein Zweirad umzusteigen, dann ist die Gesamtmasse im Vergleich zu den Autos verschwindend gering.

Es wird Zeit, dass sich jeder Gedanken darüber macht, ob es wirklich Sinn macht, riesige Massen herumzufahren, und somit unsere Umwelt unnötig zu schädigen. Übrigens bedeutet mehr Masse auch einen höheren Resourcenverbrauch bei der Herstellung und dem Transport, was meist vergessen wird.

Ich kann nur sagen, dass ich mit einem deutlich kleineren Auto sehr glücklich bin und mich auch jedes mal freue, wenn ich kürzere Strecken mit dem Tretroller fahren kann.

Beitrag von Paul Albrecht am 22. November 2020 veröffentlicht.

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