Obst und Gemüse Anbau in Südeuropa

Paul Albrecht
Paul Albrecht

Ich habe die Dokumentation Europas dreckige Ernte gesehen und beschäftige mich seit dem stark mit der Frage, wie gut sind unsere Lebensmittel und deren Anbau wirklich. Die Doku zeigt unter welchen Bedingungen Obst und Gemüse in den südlichen EU-Staaten angebaut wird. Wegen der unmittelbaren Nähe zu Afrika, wird die Notlage vieler afrikanischer Arbeiter ausgenutzt. Sie schuften in den riesigen Gewächshausplantagen für einen Hungerlohn. Die Arbeiter werden krank, da keine Arbeitszeiten eingehalten und ohne Schutzkleidung Pestizide versprüht werden. Sie leben in Slums, ihre Behausungen haben sie aus den alten Folien der Gewächshäuser notdürftig zusammen gebaut. Wehren können sie sich nicht, da sie in der Regel illegal in diesen Ländern leben. Insgesamt ist das eine sehr schlechte Situation.

Tomatenanbau in Gewächshaus

Wir sind Teil des Systems

Und nun gehe ich in den Supermarkt und kaufe frisches Obst und Gemüse und muss feststellen, dass sehr viele Waren aus diesen problematischen Regionen angeboten werden - egal ob bio oder nicht. Und warum? Weil die Supermärkte diese Waren am günstigsten einkaufen können. Schließlich wurde beim Anbau ordentlich an den Lohnkosten gespart. Ich persönlich möchte nicht mehr ein Teil dieser Ausbeutung sein. Also habe ich damit begonnen, auf jedem Etikett das Herkunftsland zu suchen. Aber zu welchem Supermarkt in unserer Nähe ich auch gehe, überall lese ich zum großen Teil nur Spanien, Italien und noch viel weiter entfernte Länder. Bio-Produkte sollte man natürlich bevorzugen, weil der Anbau für die Arbeiter (und Umwelt) weniger belastend ist. Es werden weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt, aber ausgenommen werden die Menschen trotzdem. Da sollte man sich nichts vor machen. Wir als Verbraucher haben keine Möglichkeit die Anbaubedingungen selbst in Augenschein zu nehmen. Ein klein bisschen Hoffnung habe ich, wenn ich in einem unserer Supermärkte Bio-Kartoffeln aus dem Nachbarort kaufe - ich kenne sogar den Erzeuger. Leider ist das aber eher die Ausnahme, regionale Produkte sind in den meisten Supermärkten einfach rar.

Ein Lichtblick

Dass es auch anders geht, haben wir beim Besuch eines Bio-Markts in der nächsten Stadt erlebt. Dort kam das Obst und Gemüse überwiegend aus Deutschland und Nachbarländern wie Österreich. Wir waren ganz schön beeindruckt. Es geht also doch! Dass ich für deutsche Ware manchmal etwas tiefer in die Tasche greifen muss, nehme ich gerne in Kauf. Ich habe für mich beschlossen, möglichst viel Obst und Gemüse (nach wie vor so viel wie möglich in Bio-Qualität) aus Deutschland zu kaufen, denn je näher der Erzeuger, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Anbaubedingungen besser sind. Außerdem kann man sich bei manchen Betrieben direkt vor Ort informieren.

Ich hoffe, dass mir die Supermärkte in Zukunft die Wahl lassen und auch Waren mit kurzen Transportwegen und besseren Arbeitsbedingungen anbieten. Wir als Konsumenten können über unser Einkaufverhalten Einfluss auf das Sortiment nehmen. Dieser Prozess funktioniert nicht von heute auf morgen, aber wenn wir regelmäßig beim Einkauf die Augen offen halten, kann sich auch etwas verändern.

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Dieser Beitrag wurde von Paul Albrecht am 4. August 2018 veröffentlicht.

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Gründer & Programmierer

Ich kümmere mich um alle technischen Aspekte und habe unter anderem das Blogsystem programmiert. Außerdem schreibe ich gerne Artikel, die zum Nachdenken anregen. Wenn ich die Tastatur ruhen lasse, genieße ich Streifzüge durch die Natur mit meiner Familie.

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