OP - ja oder nein? Vorbereitung auf die Vollnarkose

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Wie du vermutlich schon in früheren Blog-Beiträgen gelesen hast, hatte ich meine OP am Eierstock. Bei mir wurde eine Dermoid-Zyste entfernt. In diesem Artikel möchte ich dir erzählen, was ich alles gemacht habe, um zum einen die Entscheidung für oder gegen die OP zu treffen und zum anderen wie ich meinen Körper auf die OP vorbereitet habe. Denn man kann durchaus einiges tun, um gestärkt in die Vollnarkose zu gehen und auch den Prozess der Genesung zu unterstützen.

Den Körper auf eine OP vorbereiten - physisch und psychisch

Diagnose: Mehrere Meinungen einholen

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Eine OP ist keine Kleinigkeit, sie muss gut überlegt sein. Meine Frauenärztin bestand sogar selbst darauf, dass ich ihre Diagnose noch mit einem weiteren Frauenarzt bespreche. Außerdem führt sie selbst keine Operationen durch. Das ist an sich ein gutes Zeichen, denn somit kann man ihr auch kein "eigenes Interesse" unterstellen - wobei ich hier sehr vorsichtig sein möchte - die meisten Ärzte operieren wirklich nur dann, wenn sie es auch wirklich für nötig erachten. Aber man hört auch manchmal, dass Geld als Motivation für eine OP im Vordergrund stehen kann. Also einfach vorsichtig sein und eine zweite Meinung einholen - alleine um eine falsche Diagnose auszuschließen. Ich suchte einerseits einen Chirurg, dem ich vertrauen kann und brauchte eine zweite Meinung. Beim ersten Termin in einem Krankenhaus (in der Gynäkologie) zur Bestätigung der Diagnose traf ich leider den Chirurg gar nicht, obwohl ich bei ihm das Gespräch haben sollte. Seine Vertretung war da. Sie hat zwar die Diagnose bestätigt, jedoch konnte mir keiner genau sagen, wer mich am Ende operieren wird. Das war mir alles zu schwammig, ich fühlte mich dort auch nicht sehr wohl und ernst genommen. Dank einer Empfehlung suchte ich eine weitere Arztpraxis auf. Der Frauenarzt war sehr nett und wirklich menschlich. Er wusste nichts von meiner Diagnose. Ich wollte ihn nicht beeinflussen und war gespannt, was er sagt. Auch er bestätigte die Diagnose und riet mir zu einer OP. Er hat mir in einer sehr unaufgeregten Art und Weise alles erklärt und mich keineswegs bedrängt. Ich hatte sehr viel Zeit, mir meine Gedanken zu machen. Er führt auch selbst solche Operationen seit vielen Jahren durch. Mir war das Vertrauen sehr wichtig, im Gespräch konnte er mir alle meine Fragen beantworten. Ich fühlte mich sehr wohl bei ihm und in der Praxis. Mit meiner Entscheidung ließ ich mir noch viel Zeit, schließlich entschied ich mich für eine OP.

Den Körper auf eine OP vorbereiten - physisch und psychisch

Meine Ernährung vier Wochen vor der OP

Eigentlich ernähre ich mich in meinen Augen ziemlich gesund. Ich esse keinen Haushaltszucker, verzichte auf glutenhaltige Lebensmittel (weil es mir damit deutlich besser geht), bereite unser Essen immer frisch zu. Auf den Tisch kommt nur pflanzliche Kost - zum Teil aus dem eigenen Garten. Damit geht es mir sehr gut, sonst würde ich das so nicht machen. Vor der OP war ich viel mit meinem Führerschein beschäftigt und hatte jede Menge Stress. Und was passiert, wenn man Stress hat? Ja. Man isst doch mehr Süßigkeiten. Auch wenn meine Nascherei generell recht gesund ist, rutschte trotzdem ab und zu mal ein Eis mit Haushaltszucker dazwischen. Das habe ich mir ganz bewusst gegönnt. Und genauso bewusst reduzierte ich wieder die Zuckermenge deutlich. Das tut dem Körper sehr gut, das merke ich sehr schnell. Ich achtete auch auf mehr gesunde Fette und frisches Obst und Gemüse (soweit das im Winter geht, denn die Regionalität ist mir ebenfalls wichtig).

Keine radikalle Ernährungsumstellung, die den Körper belastet

An dieser Stelle möchte ich betonen: Bitte keine radikale Ernährungsumstellung kurz vor der OP! Das belastet den Körper oft mehr als es ihm gut tut. Aber du kannst ein wenig optimieren. Beginne damit rechtzeitig, denn auch die Reduktion von Zucker ist gar nicht so einfach und bringt den Körper erst einmal durcheinander. Je früher du weißt, wann deine OP ist oder dass überhaupt eine in der kommenden Zeit geplant ist, umso mehr Zeit hast du, etwas für deinen Körper zu tun und ihn langsam an eine gesündere Ernährung zu gewöhnen.

Den Körper auf eine OP vorbereiten - physisch und psychisch

Psychische Belastung durch eine OP reduzieren

Für mich war das die erste OP und ich hatte auch nie eine Vollnarkose. Ich hatte sehr große Angst davor. Anstatt die Angst von mir wegzuschieben, habe ich mich damit beschäftigt. Ich schaute genau hin und fragte mich, was mir besonders viel Angst macht. Je bewusster man hinschaut, umso kleiner wird die Angst. Mir ist zum Beispiel sehr schwer gefallen, die Kontrolle abzugeben. Ich kann mich nun mal nicht selbst operieren und ich bin auf die Hilfe anderer angewiesen. Auch wenn ich Vertrauen hatte, war das trotzdem ein schwieriger Punkt. Sehr geholfen haben mir Momente der Dankbarkeit. Ich habe mir klar gemacht, wie dankbar ich sein kann, in so einer Position zu sein. Ich bekomme nicht nur die medizinische Behandlung, die ich aktuell brauche, ich kann mir sogar meinen Arzt frei wählen. Mir wurde klar, wie privilegiert ich bin und dass ich die ganze Sache völlig freiwillig mache. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Ich treffe freiwillig die Entscheidung für die OP. Klar, mein Körper hatte eine Dermoidzyste und ich fühlte mich irgendwie von ihm gezwungen, sie loszuwerden. Aber wenn man die Sache ganz nüchtern betrachtet: Ich kann mich auch gegen die OP entscheiden. Von daher: Ich habe mich dafür entscheiden und diese Entscheidung mit Dankbarkeit angekommen. Ich bin froh, diese Möglichkeit zu haben. Das hat mir auf der psychischen Ebene sehr geholfen.

Den Körper auf eine OP vorbereiten - physisch und psychisch

Gute Musik und Gespräche für die Seele

Abends im Bett, immer wenn es mir danach war oder ich eine innere Unruhe in Bezug auf die OP verspürte, sprach ich in Gedanken mit mir selbst. Ich habe meinen Körper getröstet, die Hände auf die Stellen aufgelegt, die später aufgeschnitten werden müssen und mir selbst erklärt, was ungefähr passieren wird und warum. Ich habe auch wieder sehr viel mit Dankbarkeit gearbeitet. Sehr gut half mir die Musik. Ich erstellte mir eine Playlist mit Liedern, die mich motivieren, den Körper mit guter Energie und Hoffnung zu versorgen. Kennst du das? Man hört ein Lied und es löst in einem sofort sehr viele gute Emotionen aus. Genau solche Lieder sind meine Rettung, wenn ich emotional eine zusätzliche Stütze brauche.

Den Körper auf eine OP vorbereiten - physisch und psychisch

Zusätzliche Hilfe von außen

Ich habe mich auch mit meiner Heilpraktikerin in Verbindung gesetzt und sowohl über die Ursachen einer Dermoidzyste, als auch über eine unterstützende Behandlung vor und nach der OP gesprochen. Da jedes Problem und jeder Mensch individuell ist, kann ich hier keine Empfehlung aussprechen. Für mich war das eine gute Hilfestellung von außen, die mir zusätzlich gut getan hat. Vielleicht könnte dich ein Heilpraktiker ebenfalls auf verschiedenen Ebenen zusätzlich unterstützen.

Natürlich ist es sehr schön, in der Familie aufgefangen zu werden, wenn es einem nicht gut geht. Ist das nicht möglich, sollte man sich nicht schämen, bei Freunden oder Bekannten anzuklopfen und über seine Sorgen zu reden. Denn das Reden hilft! Wenn man sich alleine schon über das Problem austauscht, geht es einem besser und der Druck lässt nach. Auch das Weinen kann heilsam und tröstend sein. Lasse deine Emotionen zu, das ist völlig normal und in einer schwierigen Situation sehr sinnvoll.

Wenn du Fragen hast, melde dich gerne bei mir. Kennst du schon meinen Newsletter? Dort bekommst du alle Updates aus dem Blog kostenlos per Email zugeschickt. Ich freue mich von dir zu hören! Bis bald, deine Lisa.

Beitrag von Lisa Albrecht am 5. Mai 2021 veröffentlicht.