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Brennholz kaufen, lagern, spalten und richtig anfeuern

Paul Albrecht
Paul Albrecht

Die Wärme durchströmt mich, während ich vor dem Kaminofen sitze. Heute morgen zeigte das Außenthermometer erstmals unter 0 Grad an. Die Übergangszeit ist vorbei und unser Ofen vom deutschen Kaminofenhersteller Hase kann jetzt seine wahre Stärke ausspielen. Nach dem Aufstehen sind in unserem 30 m² Zimmer (Küche und Wohnzimmer) gerade einmal 12 Grad. Ich ziehe mich an und hole Holz für das wichtigste Ritual des Tages - das Anfeuern. Sorgfältig suche ich die passenden Holzscheite aus, dann eines habe ich in den letzten 2 Jahren gelernt: Anfeuern ist eine Kunst, die man durch Erfahrung immer weiter verfeinert. Und wenn das Feuer dann brennt, freue ich mich, dass ich bereits zum Start in den Tag etwas geschafft habe.

Brennholz: Unser Lager für den Winter

Der passende Platz für das Feuerholz

In der letzten Zeit haben wir mit dem Lagerplatz für das Feuerholz experimentiert. Die klassische Empfehlung ist, das Holz an einem sonnigen Platz aufzustapeln und vor Regen zu schützen. So soll es weiter trocknen, denn nur trockenes Holz brennt gut. Da wir hier in einer recht feuchten Gegend wohnen, hat sich für uns eine individuelle Lösung als ideal erwiesen. Neben der Terrassentür haben wir eine Art Zwischenlager, wo die vorbereiteten, also gespaltenen, Holzscheite aufgeschichtet werden. Es handelt sich um die Südseite unseres Hauses und natürlich ist das Holz dort auch unter einer kleinen Überdachung. Die große Ladung Holz vom Holzhändler aus der Region, war bereits 2 Jahre vorgetrocknet. Wir haben sie in unserer Doppelgarage aufgestapelt. Dort kommt garantiert kein Regen an das Holz. Es fehlt lediglich die Sonne, wobei diese im Winter vernachlässigbar ist. Viel wichtiger ist die gute Belüftung. Also haben wir das Holz in der Mitte der Garage aufgestapelt, so dass von vorne und hinten Luft dran kommt. Außerdem haben wir auf der Garagenrückseite zwei Fenster dauerhaft gekippt. Und ein Garagentor haben wir mit einem Keil fixiert, so dass es einen Spalt breit offen steht. Da wir am Stadtrand wohnen, haben wir ordentlich Wind. Dieser sorgt dafür, dass die Garage und das darin gelagerte Feuerholz immer trocken bleibt. Die richtige Lagerung ist eine sehr individuelle Sache. Wir haben gemerkt, dass die Garagenlagerung das Holz trockener hält, als es im Freien der Fall ist. An dieser Stelle kann jeder experimentieren, um eine ideale Lösung zu finden.

Brennholz: Spalten und richtig anfeuern

Welches Holz ist das Richtige für meinen Kaminofen?

Am Anfang standen wir vor der Frage, welches Holz sollen wir kaufen. Zunächst muss geklärt werden, wie lang die einzelnen Scheite sein dürfen. Waldbesitzer sägen die Baumstämme auf 1 m Länge, spalten sie und stapeln sie dann zum Trocknen. Bestellt man dann Brennholz, kann man sich in der Regel zwischen 25 cm und 33 cm Scheitlänge entscheiden. Der Hersteller oder Fachhändler gibt gerne Auskunft über die passende Länge. Unser Ofen von Hase benötigt die kleinen 25 cm Holzscheite. Die zweite Frage ist: Welche Holzart soll es denn sein? Das Holz verschiedener Baumarten ist unterschiedlich hart. Deshalb spricht man auch von Hart- und Weichholz. Wenn man sich mit Holz noch nicht auskennt, reicht es, zwei Holzscheite unterschiedlicher Baumarten in die Hände zu nehmen. Hartholz (z.B. Buche oder Eiche) ist schwer, Weichholz hingegen ist deutlich leichter (z.B. Fichte oder Kiefer). Hartholz erzeugt mehr Wärme, ist aber entsprechend teurer. In unserem ersten Winter haben wir Buchenholz aus regionalen Wäldern bestellt. Da wir nach der Heizperiode noch Buchenholz übrig hatten, haben wir für diesen Winter Fichtenholz bestellt. Das finden viele Menschen verwunderlich, denn sie kennen Weichholz nur zum Anfeuern. Da aber die Fichtenwälder wegen der trockenen Sommer absterben, erschien es uns aus nachhaltiger Sicht nur sinnvoll, Holz zu verfeuern, dass zur Zeit in großen Mengen vorhanden ist. Warum gesunde Bäume fällen, wenn sich die Fichtenstämme am Waldrand bereits türmen? Nun haben wir Fichtenbrennholz, das zwar weniger Wärme liefert, aber auch sehr günstig ist. Für die richtig kalten Tage haben wir noch einen eisernen Vorrat an Buchenholz. Das Fichtenholz brennt gut im Kaminofen. Es macht den Raum warm. Natürlich muss man etwas häufiger nachlegen, aber das stört uns nicht.

Brennholz: Spalten und richtig anfeuern

Das Holz vorbereiten für den Kaminofen

Geliefert werden recht große Scheite. Diese sind gut zum Aufstapeln. Ich spalte das Holz noch einmal, bevor es in den Ofen kommt. Das ist eine sehr meditative Tätigkeit, auf die ich mich jedes Mal freue. Dafür braucht man erstmal einen Hackklotz. Als wir unser Haus gekauft haben, stand hier noch ein alter Hackklotz herum, den ich einfach ein Stück abgesägt habe, so dass ich ihn wieder verwenden konnte. Ein guter Holzlieferant wird auf Nachfrage sicher bei der nächsten Brennholzlieferung einen Hackklotz mitbringen. Er sollte aus Hartholz bestehen, damit er möglichst lange hält. Eine Möglichkeit zum Unterstellen oder Abdecken des Hackkotzes verlängert seine Lebenserwartung zusätzlich.

Zum Spalten habe ich anfangs ein kleines Beil benutzt. Aber das war ein echter Kraftakt, wenn man bedenkt, dass ich trockenes Hartholz spalten musste. Nachdem ich meine erste Axt im Einsatz hatte, spürte ich deutlich, wie wichtig es ist, das passende Werkzeug zu haben. Seit dem ist das Holzspalten kein Problem mehr. Das Fichtenholz ist noch leichter zu spalten, denn es ist weicher. Lediglich die Astansätze sind manchmal etwas widerspenstig. Da hilft es, sich vor dem Spalten das Holzstück anzuschauen und seine Schwachstelle ausfindig zu machen. Das klingt komplizierter als es ist, denn man bekommt schnell eine Routine.

Anfeuern mit den richtigen Holzscheiten

Für das Anfeuern haben sich drei verschiedene Holzscheitgrößen als praktisch erwiesen. Die größeren Stücke kommen nach unten, die mittleren quer in die Mitte und ganz oben wieder quer die kleinsten Stücke mit einem Anzünder.

Weichholz bietet sich für die oberste Schicht besonders an, da es schneller Brennt. Kleine Abstände zwischen den Holzscheiten sorgen für eine gute Luftzufuhr, denn Feuer braucht Sauerstoff. Damit in der Anfangsphase genug Luft in den Ofen kommt, lasse ich die Tür für ein paar Minuten einen Spalt breit offen. Sobald das Feuer dann richtig Fahrt aufnimmt, schließe ich die Tür und öffne den Luftschieber, sowie den Aschekasten. Brennt das Feuer stärker, schließe ich zunächst den Aschekasten und später drücke ich den Luftschieber ein Stück rein. Das Feuer brennt dann nur noch mit Sekundärluft, was zu einer sauberen Verbrennung führt.

Abbrand im Kaminofen Hase Basilia

Abbrand im Kaminofen Hase Basilia

Fazit: learning by doing

Alle Empfehlungen sind schön und gut, aber eigene Erfahrungen sind sehr wichtig. Deshalb sollte man sich nicht scheuen, einfach loszulegen. Funktioniert etwas nicht, probiert man eine andere Technik aus. Wichtig ist, dass man offen bleibt und seine Erfahrungen sammelt. Das Feuermachen ist an sich wirklich nicht schwierig und heute stehen uns so viele Möglichkeiten zur Verfügung (es gibt auch elektrische Holzspalter, wer nicht selbst eine Axt schwingen möchte). Wir freuen uns jedenfalls jeden Tag über die angenehme, direkte Wärme und der Platz vor dem Kaminofen ist heiß begehrt.

Beitrag von Paul Albrecht am 3. Dezember 2020 veröffentlicht.

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