Nachhaltig Vegan Fair
Werbung

Wenn man nichts tut, bleibt man gesund?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Es ist Sonntag abend. Ich löffel meinen grünen Smoothie und merke, dass ich ständig unter Spannung bin. Ich habe kaum eine ruhige Minute Zeit, in der ich alles loslassen kann. Wann habe ich das letzte Mal einfach nichts gemacht? So richtig nichts. Was ist das überhaupt? Ich beginne nachzudenken. Ich gehöre absolut nicht zu den Typen, die einfach mal nichts tun. Ich kenne kaum Momente, wo ich einfach existiere. Die Vorstellung, einfach mal nichts zu tun, ist für mich fremd. Da haben wir es. Es ist Sonntag. Statt einfach mal nichts zu tun, oder zumindest damit zu beginnen, schreibe ich einen Artikel über das Nichtstun. Verrückt und absurd! Und du? Statt einfach mal nichts zu tun, liest du diesen Beitrag. Willkommen im Club! :-)

Nichtstun

Scheinbar ist doch etwas dran an diesem Thema. Wer viel arbeitet, sollte sich in regelmäßigen Abständen Ruhephasen gönnen. Wenn man über eine längere Zeit keine Erholung hat, macht der Körper einfach schlapp. Da wird einem eben geraten, eine Auszeit zu nehmen. Empfohlen wird tatsächlich gerne eine Zeit gar nichts zu tun, also nicht lesen, nicht Musik hören, eben nichts, was einen wieder mit Reizen überflutet. An sich - so meine Meinung - gibt es das Nichtstun gar nicht. Selbst wenn wir atmen, tun wir schon was. :-) Wenn man sich also einfach nur hinsetzt, in die Ferne guckt und tief ein- und ausatmet, tut man etwas. Ist das schon das Nichtstun? Selbst das fällt mir schwer. Ich vermute, es gibt genug Menschen auf diesem Planeten, denen es auch so geht wie mir. Ich bin eine Macherin. Einfach in die Ferne zu blicken ist zwar schön, aber nach einiger Zeit irgendwie langweilig. Ich würde anfangen, die Baumspitzen als neue Formen zu sehen und Figuren zu entdecken. Vielleicht kann ich tief in mir drin das Nichtstun deshalb nicht richtig annehmen, weil ich es mit dem Begriff Faulheit verbinde. Als Kind habe ich gelernt, dass faule Menschen nicht voran kommen. Also darf ich nicht faul sein. Die Gesellschaft, Freunde und natürlich das Elternhaus prägen stark in diese Richtung. Ich habe vor einigen Jahren überhaupt kein Gespür mehr dafür gehabt, wann ich Erholung benötige. Ich wollte immer viel schaffen, am Besten auch noch perfekt und stand mir selbst im Weg. Ich weiß, heute ist Sonntag - aber das ist ein ganz anderes Gefühl. Ich könnte mich jetzt ohne Probleme auf die Couch setzen. Oder etwas anderes machen. Ich muss das hier nicht schreiben, ich möchte aber. Ich denke, das ist ein gewaltiger Unterschied. Früher konnte ich diese Nuancen nicht unterscheiden. Alles war irgendwie Pflicht. Durch Achtsamkeit und viel Beobachtung weiß ich, dass ich jetzt einfach nur gerne arbeiten möchte - das ist eine bewusste Entscheidung. Ich mache das gerne und das tut mir gut. Wenn ich den letzten Satz geschrieben habe, wird es bei mir im Bauch kribbeln. Ich freuen mich, euch einen neuen Artikel zum Lesen zu geben und euch damit zu inspirieren.

Nichtstun

Das bereitet mir große Freude und deshalb schreibe ich. Ich merke, wie dabei jede Zelle in meinem Körper entspannt und wie viel ruhiger und entspannter ich werde. Ich glaube, würde ich mich jetzt unter Druck setzen, ich soll doch mal nichts tun - weil ich ja angeblich schon so viel gearbeitet habe - hätte das nicht funktioniert. Ich würde zwar auf der Couch sitzen und nichts tun, aber tief in mir drin würde es irgendwie kribbeln. Ich hätte keine wirkliche Ruhe, nur nach außen sähe ich aus, als ob ich tiefenentspannt wäre. Ich denke, jeder muss für sich selbst herausfinden, wann und wie er sich entspannen kann. Wichtig ist meiner Meinung nach zu lernen, wie man im Kopf abschalten kann. Für mich ist Schreiben oft eine meditative Tätigkeit. Auch jetzt, ich bin so vertieft in diesen Text und meine Gedanken, dass ich von außen nur wenig wahrnehme. Höre auf deinen Körper. Wann braucht er eine Pause, wann braucht er wieder Input? Wenn man eine Balance zwischen den beiden Polen findet, merkt man plötzlich selbst, wie harmonisch sich das im Inneren anfühlt.

Das könnte euch auch interessieren:

Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 7. Dezember 2016 veröffentlicht.