Kostenlose Alternative zu Rindenmulch aus dem eigenen Garten
Wir haben vor Jahren eine Hecke gepflanzt. Normalerweise sollte man unter der Hecke eine dicke Schicht Rindenmulch aufbringen. Dies verhindert den Wuchs diverser anderer Pflanzen und schützt die Wurzeln der Hecke vor kalten Temperaturen. Einige Säcke Rindenmulch haben wir brav gekauft und aufgebracht. Aber irgendwann, als wir etwas merkwürdig aussehendes Rindenmulch-Material in den Händen hatten und es auch komisch roch, hat es zum Glück klick gemacht. Wir hatten eine Idee: Warum Rindenmulch kaufen, wenn im Garten doch durch den Grünschnitt einiges an „Abfällen“ anfällt, die man ebenfalls dort verteilen kann?

Das muss man sich erst trauen. Schließlich ist die Optik dann etwas anders und man fällt aus dem Rahmen. Wir sind doch alle gewöhnt, dass die Gärten perfekt aussehen müssen. Also haben wir uns von den Normen gelöst und einfach nach unserem Bauchgefühl gehandelt.

Beim Hecken- und Baumschnitt haben wir das angefallene Material ein wenig klein geschnitten und direkt hinter der Hecke verteilt. Das hat ziemlich gut funktioniert und mit dem Ergebnis sind wir bis heute sehr zufrieden. Optisch gefällt uns diese natürliche Variante deutlich besser als der Rindenmulch. Ich möchte nicht sagen, dass Rindenmulch keine Alternative ist, aber wenn es sich vermeiden lässt, würde ich lieber auf natürliche Kreisläufe aud dem eigenen Garten setzen. Gehört Rinde nicht besser in den Wald?

Wir haben zwei verschiedene Rindenmulch-Hersteller ausprobiert, die Farbe variierte – auch der Geruch. Ich habe ja zu Hause kein Labor, aber heute würde ich beim Kauf von Rindenmulch gut aufpassen. Meine Recherche ergab, dass Rindenmulch nicht gleich Rindenmulch ist. Oft kommt die Rinde aus anderen Ländern (das Produkt soll ja möglichst günstig sein), wie dort die Gesetzeslage in Bezug auf Behandlung mit Pestiziden aussieht, ist für den Verbraucher oft unklar. Ganz egal, ob erlaubte oder nicht erlaubte Pestizide zum Einsatz gekommen sind – ich will gar keine Pestizide in meinem Garten. Auch unter und hinter meiner Hecke nicht. Es gibt noch nicht einmal die klare Regelung, dass Rindenmulch aus Rinde bestehen muss. Bei NDR habe ich gelesen: „Er muss theoretisch nicht einmal aus Rinde bestehen, sondern könnte sich aus 100 Prozent Fremdstoffen zusammensetzen – Hauptsache, sie haben etwas mit Holz und Pflanzen zu tun.“

Ich stelle mir vor, wie die gefällten Fichten mit Pestiziden gegen Borkenkäfer behandelt werden, damit sie besser lagerfähig sind. Das landet doch dann alles in meinem Garten?!
Ein Thema ist auch der Cadmiumgehalt in Rindenmulch. Cadmium gehört zu den Schwermetallen und wird als sehr giftig eingestuft. Wenn man Cadmium in Form von Staub einatmet, könnte dies zu Schäden in der Lunge, Leber und Niere führen. Laut Tests, die ich gesehen habe, halten sich die meisten Hersteller an die Grenzwerte. Aber die Unterschiede sind groß. Cadmium kommt natürlicherweise in Rinde vor und je nachdem, wie sauer der Boden ist, variiert auch der Cadmiumgehalt in Rinde. Das ist für die Hersteller wohl auch nicht immer so einfach. Wenn wir jedoch richtig viel Rindenmulch im Garten ausbringen, machen wir unseren Boden ganz schön sauer. Das ist nicht gut, es sei denn, es ist gewollt.

Ich denke, dass man sehr wohl an vielen Stellen auf Rindenmulch verzichten kann. Klar, Rindenmulch zu kaufen, ist einfach und macht keine Arbeit. Seit vielen Jahren mulchen wir unsere Beete mit Grasschnitt, um sie im Sommer vor trockenen Perioden zu schützen – das ist ein sehr gutes und gartenverträgliches Mulchmaterial. Es funktioniert wunderbar und wird dieses Jahr genauso weiter gemacht. Grasschnitt hält natürlich nicht so lange, deshalb muss bei der Hecke auch etwas „stabileres“ her. Da sind doch „Gartenabfälle“ prima. Nachdem wir mit Ästchen gemulcht haben, sehe ich keinen Bedarf mehr, Rindenmulch zu kaufen – sogar die Plastikverpackung kann man sich somit sparen.
Viele Grüße, Deine Lisa.

Aktualisiert am 26. März 2025.
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