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Wissen wir wirklich, was wir da einkaufen?

Zugegeben, ich kaufe viel im Supermarkt ein. Unser tegut vor Ort hat eine gute Auswahl. Ich kriege dort viele Bio-Lebensmittel und nicht selten ist das Obst oder Gemüse sogar von demeter-Qualität. Natürlich gibt es dort auch Angebote, die in meinen Einkaufswagen wandern, über die ich mir nicht viele Gedanken mache. Auch wenn ich mich sehr bemühe, stets bio einzukaufen, greife ich aus logischer Abwägung ab und zu zum konventionellen Produkten. Was ist besser: Äpfel aus Deutschland oder lieber Bio-Äpfel aus Neuseeland? Was ist gesünder: Chia oder doch lieber Leinsamen? Kann man dem Etikett glauben, wenn man darauf "Champignons aus Deutschland" liest?

Buch

Als ich den kritischen Ratgeber von Katarina Schickling Besser einkaufen* (Herder Verlag) in den Händen hielt, wusste ich nicht recht, was mich da erwarten wird. Ich hatte ein wenig Angst, das Buch könnte eher die Gemüter erhitzen und wenig zur sachgemäßen Aufklärung beitragen. Jedoch hat mich bereits die Einleitung so gefesselt, dass ich den gesamten Vormittag nur mit dem Lesen des Buches verbracht habe. Ich habe es regelrecht verschlungen. Und obwohl ich mich privat schon länger mit dem "besseren Einkaufen" beschäftige, habe ich mich immer wieder beim Lesen des Buches erwischt, wie mein Mund auf ging oder ich den Kopf schüttelte.

Frisches Gemüse - gibt es beim Einkauf Unterschiede?

Katarina Schickling ist Journalistin und macht regelmäßig Fernsehdokumentationen über Ernährungsthemen. Ihre Erfahrung teilt sie nun in ihrem Buch "Besser einkaufen", auf eine sehr neutrale und sachliche Art und Weise. Man merkt, dass die Autorin wirklich viel gesehen hat und Details kennt, die einem Laie einfach verborgen bleiben. Wer hat schon die Möglichkeit, Betriebe zu besuchen und hinter die Kulissen zu blicken? Wer recherchiert schon stundenlang und studiert Gesetzestexte, um herauszufinden, warum die Gurke nicht krumm sein durfte? Sie hebt weder den Zeigefinger, dass z.B. der Fleischkonsum lieber komplett weggelassen werden soll, noch urteilt sie über Veganer, die sich für eine pflanzliche Ernährungsform entschieden haben. Das finde ich sehr sympathisch. Im Buch findet man eine kritische Auseinandersetzung mit allen Lebensmittel-Bereichen - somit ist es optimal für alle, ganz egal, welche Ernährungsform man im Alltag bevorzugt.

Buch

Welche Qualität wird gerne in Deutschland verkauft?

Im ersten Teil war ich beeindruckt, wie unser Lebensmittelmarkt überhaupt funktioniert. Als Katarina Schickling für Dreharbeiten auf dem Hamburger Großmarkt mit einem Großhändler sprach, wurde sie mit einer unschönen Tatsache konfrontiert. Das Obst und Gemüse, was in Deutschland im Handel landet, ist das, was andere Staaten in Europa nicht haben wollen. Ich wusste nicht, dass wir in Deutschland nicht bereit sind, mehr Geld für Obst und Gemüse auszugeben. Ich dachte, ich gebe schon überdurchschnittlich viel Geld aus - nur schmeckt das Obst und Gemüse einfach nicht besonders aromatisch. In Deutschland sind die Lebensmittelpreise im Vergleich zu anderen EU-Staaten sehr niedrig. Ein schönes Beispiel sind die Tomaten. In der Regel werden Tomaten für Deutschland zu früh geerntet, weil sie so haltbarer sind und es somit weniger Ausschuss gibt. Aromatische, also reif geerntete Tomaten, können nicht zum gleichen Preis wie zu früh geerntete im Handel verkauft werden. Also kommen wir gar nicht in den Genuss, aromatische Tomaten zu essen. Das, was nach Tomate riecht, sind in der Regel nur die Stängel. Sehr spannend ist auch der Unterschied zwischen dem bio und dem konventionellen Anbau. Wir bauen übrigens unsere Tomaten selbst an und ich kenne durchaus den typisch-aromatischen Geschmack. Tatsächlich schmecken aber die Tomaten (auch im Sommer) aus dem Supermarkt einfach nicht so intensiv. Die Sorten, die im Handel angeboten werden, müssen nun mal andere "handelskonforme" Eigenschaften aufweisen. Der Geschmack ist da zweitrangig.

Buch

Zusammenhänge beim Einkauf verstehen

Wenn man das Buch liest, versteht man endlich die Zusammenhänge, warum das, was wir im Supermarkt kaufen können, so viel kostet, so aussieht und so schmeckt. Ebenso kann man plötzlich nachvollziehen, warum auf den Verpackungen oft gemogelt wird und auch Zusatzstoffe so gerne eingesetzt werden. Ich denke, wenn wir wüssten, was wir da wirklich kaufen, würden wir es nicht mehr kaufen. Oder wir würden es zumindest öfter liegen lassen. Wie ihr wisst, esse ich keine tierischen Produkte. Aber ich fand es im zweiten Teil über "Eier, Fleisch und Milch" hoch interessant, wie unterschiedlich selbst ein Ei sein kann. Ebenso beeindruckt war ich von der Milchproduktion. Katarina Schickling weist nicht nur auf die Problemstellen hin, sondern zeigt Möglichkeiten auf, wie man denn noch besser und ethischer Einkaufen kann. Nach jedem Kapitel hilft eine Liste, beim nächsten Einkauf stärker darauf zu achten.

Im dritten Teil findet man spannende Einblicke, wo die Problemstellen beim Obst, Gemüse und auch Superfood liegen. Auch das Thema "Industrielle Verarbeitung" inklusive Brot und Fertiggerichte kommt nicht zu kurz. Das Buch lässt sich einfach lesen, man kann jederzeit quer einsteigen und jedes Mal nimmt man neue Erkenntnisse mit, die einem beim nächsten Einkauf helfen - ganz egal, ob man ein Mischköstler, Vegetarier oder Veganer ist.

Mein Fazit: Ich fand das Buch sehr hilfreich, der Einblick hinter die Kulissen hilft enorm, die Strategien des Handels zu verstehen und gleichzeitig einen für sich stimmigen neuen Weg des Einkaufens zu finden.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 13. März 2018 veröffentlicht.

Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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