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Neuware wird einfach weggeschmissen! Wie aus Alt - Neu wird!

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Vermutlich haben bereits einige von euch mitbekommen, dass der große Onlinehändler Amazon zum Teil Retouren, aber auch neue Ware im Auftrag oder für den Eigenzweck, vernichtet. Kühlschränke, Waschmaschinen, Multimedia-Geräte oder Möbel werden - statt sie günstiger in Outlets zu verkaufen - entsorgt. Warum das gemacht wird? Nun ja, Amazon möchte nicht, dass die Preise schwanken. Kirsten Brodde von Greenpeace (Zitat von Golem.de) fordert Konsequenzen: "Wir brauchen ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware". Ich bin absolut dafür.

Schönes Zuhause mit wenig Konsum

Das Thema ging mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Man steckt ja nicht drin in den komplizierten Strukturen großer Unternehmen. Für alles gibt es sicher Gründe, nichts passiert einfach so. Ich habe mich bemüht zu verstehen, warum Amazon (und vermutlich auch andere Hersteller oder Händler) das tun. Machen sie sich eigentlich Gedanken darüber, welchen Fußabdruck sie auf dieser Welt hinterlassen? Spielt Geld für sie wirklich die wichtigste Rolle? Ich habe keine Antworten gefunden, da ich nicht hinter die Kulissen schauen kann. Aber ich hatte eine Lösung, die mir persönlich hilft. Deshalb schreibe ich diesen Beitrag. Jeder einzelne von uns kann etwas gegen die Verschwendung von Ressourcen tun. Und auch gegen den Massenkonsum.

1. Problem an der Wurzel anpacken

Wir alle konsumieren. Die Frage ist, wie und wie viel wir konsumieren. Wenn wir Werbung hören, sehen und lesen, bekommen wir schneller das Gefühl, nicht genug zu haben. Nicht gut genug zu sein. Nicht perfekt ausgestattet zu sein. Hätten wir die Werbung nicht gesehen, würden wir vermutlich die vielen Dinge einfach nicht haben wollen. Wir wüssten gar nicht, dass sie existieren. Da es an Werbung an jeder denkbaren Ecke nicht mangelt, habe ich bei mir zu Hause vor einiger Zeit die Werbebeschallung deutlich reduziert. Ich möchte möglichst wenig konsumieren und nur das kaufen, was ich auch wirklich brauche. Zum Beispiel hilft es schon enorm, auf dem Briefkasten den Aufkleber "Bitte keine Werbung!" zu platzieren und im Radio oder beim Fernsehen um- oder auszuschalten, sobald Werbung kommt. Ich weiß aber auch, dass die Sender sich durch Werbung finanzieren. Leider kommt an vielen Stellen Werbung, die gar nicht zu mir passt. Ich bevorzuge zum Beispiel nachhaltige Produkte. Ich interessiere mich ja dafür, schließlich blogge ich auch viel über Produkte und mache selbst Werbung. Ich habe irgendwann auch meine "Sender" angepasst. Die Informationsquellen, die ich mir heute anschaue, sind mit meinen Ansichten ähnlicher. Und im Vergleich zu Massenmedien gibt es dort angepasste Werbung, die mich bereichert.

Schönes Zuhause mit wenig Konsum

Bewusstsein entwickeln und erst kaufen, wenn etwas fehlt

Nicht alles, was ich sehe, brauche ich wirklich. Wenn ich gerade keinen Esstisch habe und zufällig in einem nachhaltigen Magazin eine Werbung für nachhaltige Möbel sehe, schaue ich dort vorbei. Spricht ja nichts dagegen, ist doch super, dass ich weiß, wo ich einen schönen und nachhaltigen Tisch bekommen könnte. So muss Werbung sein! Leider höre ich immer wieder, dass Menschen einfach mal so ihre gesamte Esszimmereinrichtung austauschen (und nicht nur). Warum? Weil sie sich satt gesehen haben. Das kann ich verstehen, ich brauche auch ständig Abwechslung. Aber es gibt Lösungen und Wege, die mit dem Nachhaltigkeitsgedanken gehen. Ich bemühe mich, folgende Regeln beim Neukauf einzuhalten. Bleiben wir beim Esstisch:

  • Ich würde einen Esstisch nur dann kaufen, wenn ich gar keinen habe.
  • Beim Design würde ich darauf achten, dass er möglichst zeitlos aussieht, eine flexible Größe hat und sich gut kombinieren lässt.
  • Ich achte sehr stark auf hochwertige Materialien. Vollholz z.B. lässt sich wunderbar erneuern. Den Tisch könnte man immer wieder abschleifen, bei Bedarf ölen oder sogar mit neuer Farbe auffrischen.
  • Gutes Design und eine hochwertige Qualität lässt Dinge sehr lange leben. Wenn der Tisch praktisch gebaut ist, kann ich ihn sehr individuell einsetzen - vielleicht nicht nur im Essbereich, wenn er dort plötzlich nicht mehr gut passt.
  • Habe ich mich satt gesehen oder passt der vorhandene Esstisch einfach nicht mehr in die neue Wohnung, würde ich ihn verkaufen oder verschenken. Erst dann wird ein neuer Esstisch gekauft! Ich habe es schon oft erwähnt: Ich bin ein Dauerkunde bei Ebay Kleinanzeigen. Ich verschenke Dinge (weil ich u.a. unseren Haushalt minimalisiere) an Flohmarkthändler oder Menschen, die weniger haben oder verkaufe Sachen, die ich nicht ohne Gegenwert loslassen kann. Sehr viele Dinge werden bei mir direkt vom Käufer abgeholt, die Anzeige ist in 2 Minuten erstellt und das ist sehr praktisch. Selbst für jede Kleinigkeit findet sich jemand, der sich darüber freut. So wird nichts weggeschmissen und ich freue mich, dass jemand die Dinge noch gebrauchen kann.
  • Ich würde nur dann Dinge entsorgen, wenn sie große Beschädigungen aufweisen und nicht mehr verschenkt oder repariert werden können. Ich habe festgestellt, dass jeder die Definition "kaputt" anders versteht. Es gibt Menschen, die suchen defekte oder kaputte Teile, weil sie bestimmte Ersatzteile benötigen oder Dinge reparieren möchten. So wurde unsere kaputte Waschmaschine bei uns kostenlos abgeholt, weil der neue Besitzer sie reparieren konnte. Alte Kleidung wird von kreativen Menschen upgecycelt.
Schönes Zuhause mit wenig Konsum

Die Kraft der Kombination!

Ich habe bereits erzählt, dass ich viel Abwechslung brauche. Bei uns zu Hause wird gefühlt alle zwei-drei Wochen irgendwo umgeräumt. Ich liebe es, Möbelstücke umzustellen, Dinge neu zu sortieren und neu zu gestalten. Zu meinen Gedanken passte unsere heutige Aktion im Kinderzimmer. Das war ein Zufall. Unsere Tochter wird immer größer und ihre Bedürfnisse verändern sich. Sie wünschte sich ein Himmelbett. Aus ihrem aktuellen Hochbett konnten wir in wenigen Minuten ein Himmelbett zaubern. Man muss es nur (natürlich mit Muskelkraft) um 180 Grad drehen. Aber das Design ist so, dass man anschließend ein Himmelbett bekommt. Ebenso haben wir vor einigen Wochen ein weißes Regal "gefunden". Es stand auf dem Gehweg, nicht weit von uns, und wartete darauf, verschrottet zu werden. Das Regal war noch top (nur eingestaubt) und wir haben eins gebraucht. Schön, dass wir es noch retten konnten. Durch leichte Umbaumaßnahmen im Kinderzimmer, die wir heute durchgeführt haben, konnten wir es komplett neu gestalten, ohne etwas gekauft zu haben. Hier kommt also noch eine Erkenntnis:

  • Wenn ich Veränderung benötige, könnte ich alleine durch neue Arrangements bzw. Kombinationen aus dem, was ich bereits zu Hause (oder im Kleiderschrank, etc.) habe, Neues schaffen. Das funktioniert bei mir sehr gut. Manchmal brauchen einfach Wände neue Farbe, das geht mit Bildern wunderbar. Alte Leinwände kann man mit weißer Farbe neu grundieren und dann wieder bemalen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man etwas besser lösen kann. Wie geht ihr die Sache an, wenn ihr etwas neu kaufen möchtet? Was macht ihr mit den vorhandenen Dingen? Ich freue mich über weitere Tipps! Eure Lisa.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 10. Juni 2018 veröffentlicht.

Jenni 10.6.2018 um 19:06
Liebe Lisa,
ich finde deinen Ansatz, wie du mit deinem Wunsch nach steter Veränderung in deinen vier Wänden umgehst, sehr schön.
Ich kenne das mittlerweile auch - dass man nach einigen Wochen immer mal wieder umräumt und gehe meist ähnlich vor wie du: Meist macht ein simples Umstellen der Dinge, die man bereits hat, schon total glücklich. Und falls das nicht der Fall ist, funktioniert das Umdekorieren mittels Wandbildern und anderen kleinen Basics auch sehr gut.
Den Skandal mit Amazon habe ich ebenfalls mitbekommen und musste sofort an die Praktiken von H&M denken, tonnenweise (teilweise ungetragene) Kleidung in den Hinterhöfen zu verbrennen.
Es ist traurig, eine Schande und zum Wütendwerden...
Liebe Grüße
Jenni
(www.mehralsgruenzeug.com)
Antworten
Lisa von ich lebe grün! 12.6.2018 um 10:45
Liebe Jenni,
schön, von dir zu lesen! Es macht mich auch alles ziemlich traurig und wütend. Mir ging es auch die letzten Tage nicht gut. Jetzt habe ich akzeptiert, dass ich nicht alles verändern kann. Aber ich kann das verändern, was direkt mit mir zusammen hängt. Also fange ich hier auch an. :-)
Liebe Grüße,
Lisa
Antworten
Andrea 10.6.2018 um 14:40
Leider ist das gerade wieder mal ein Amazon-Bashing, wie es im Buche steht. Das machen alle großen Händler so! Quelle gibt es seit einigen Jahren nicht mehr, aber als es sie noch gab, war das auch bei denen schon Standard. Leider.
Antworten
Lisa von ich lebe grün! 10.6.2018 um 15:09
Liebe Andrea,
genau, ich habe ja in den Klammern geschrieben, vermutlich machen das auch andere (hab leider auch keine Quellen für andere Händler), Amazon ist nun mal der größte Händler und da wird genauer geguckt bzw. man gerät schneller in die Medien, wenn etwas schief läuft.
Trotzdem, ob nur Amazon oder auch andere: Es macht die Sache leider nicht besser. :-( Ich kann nur hoffen, dass die Händler durch die Aufmerksamkeit doch überlegen, neue Wege zu gehen.
Liebe Grüße,
Lisa
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Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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