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Wie die Pille meine Gesundheit gefährdete - Alternative Verhütung

Es ist eine übliche Praxis, dass bereits junge Mädchen beim ersten Gang zum Frauenarzt die Anti-Baby-Pille verschrieben bekommen. Nicht unbedingt als Verhütungsschutz, sondern als eine Therapieform bei Hautproblemen oder unregelmäßiger Blutung. Ja, die Pille ist ziemlich "sicher" und relativ einfach in der Anwendung. Und ja, die Pille kann auch bei Hautproblemen helfen - ebenso werden die Blutungen regelmäßiger, da der Körper komplett nach dem Rhythmus der Pille arbeitet. In diesem Beitrag will ich gar nicht erklären, warum das so ist. Auf den ersten Blick scheint das ja eine spannende Lösung zu sein. Man schluckt eine kleine Pille, genießt den Verhütungsschutz oder hat auch noch weitere sichtbare Vorteile. Das ist jedoch nur eine Seite. Ich habe sehr lange die Pille genommen und wollte die andere Seite der Wahrheit gar nicht erst hören. Damals war ich 17, als ich zum ersten Mal die Pille verschrieben bekam. Ich glaube, das war nicht unbedingt sehr früh, aber früh genug, um sich mit dem Präparat vertraut zu machen und quasi eins zu werden. Abgesetzt habe ich die Pille ca. 10 Jahre später. Ich vertrug meine Pille ganz gut, doch wusste ich damals nicht, dass ich meine Entscheidung später bereuen würde, die Pille so lange geschluckt zu haben. Nun, vieles sieht man erst im Nachhinein. Deswegen schreibe ich ja auch diesen Artikel, um meine Erfahrung weiter zu geben. :-)

Anti-Baby-Pille hat mich verändert

Mit der Pille bin ich ein anderer Mensch

Rückblickend betrachtet, würde die ich Pille meinem damaligen Ich nicht mehr empfehlen. Ich finde es heute schade, dass ich sie damals genommen habe. Denn die Nebenwirkungen, die ich angeblich nicht wahrgenommen habe, waren leider da. Sie kamen so schleichend und unauffällig, dass ich sie einfach als normal einstufte und in die Kategorie "Alltagsproblemchen" abheftete. Ich habe nicht wahrgenommen, dass diese Veränderungen in meinem Körper durch die Pille ausgelöst wurden. Erst nach dem ich sie wieder abgesetzt habe, merkte ich, was wirklich los war. Zusätzlich zu den Nebenwirkungen, veränderte die Pille meine Persönlichkeit. Ich war oft traurig und unzufrieden. Meine Stimmung wechselte ständig und ich konnte nicht so gut nachvollziehen, was eigentlich mit mir los war. Es wurde mit den Jahren immer stärker und so schleichend, dass ich mich mit dem Zustand richtig "angefreundet" habe. Aber so bin ich nicht! Ich fühlte mich sehr unwohl, habe jedoch nicht den Zusammenhang zu der Pille herstellen können oder wollen.

Körperliche spürbare Nebenwirkungen

Als ich anfing, die Pille zu nehmen, hatte ich immer wieder Zwischenblutungen. Die erste verschriebene Pille habe ich also nicht vertragen. Mir war auch immer mal wieder übel. Ebenso kämpfte ich mit Gemütsschwankungen und als Lösung wurde mir angeboten, eine andere Pille auszuprobieren. Ich nahm sie und vertrug sie tatsächlich viel besser. Nach so einem blöden Start mit der ersten Pille ist man total froh, endlich fitter zu sein und keine Zwischenblutungen zu haben. Während der gesamten Einnahme habe ich ein wenig zugenommen, ebenso hatte ich immer mal wieder Wassereinlagerungen. Dies fiel kaum ins Gewicht, da ich eh schon immer sehr schlank war. Ein-zwei Kilo mehr sieht man kaum. Ich habe auch eine üppigere Oberweite bekommen. Das Problem mit den Gemütsschwankungen war leider auch bei der zweiten Pille da, die jedoch, wie oben schon erwähnt, deutlich schleichender kamen. Neu waren starke Heißhungerattaken, ich wollte am Liebsten eine Tafel Schokolade auf einmal essen. Das ist definitiv nicht normal für mich gewesen. Libidoverlust war übrigens auch ein Thema. Stellt euch vor: Man bekommt in sehr jungen Jahren die Pille verschrieben und lebt von da an in einem "neuen Körper" - mit unterdrückter Sexualität, depressiver Verstimmung und weiteren Problemen. Man denkt, dass das normal ist - schließlich kennt man sich ja nicht anders und hat keinen Vergleich. In 10 Jahren ist bei mir natürlich viel passiert und nicht jede Sache, die ich hatte, möchte ich auf die Pille schieben. Hier zähle ich auch die Dinge auf, die mir noch im Kopf geblieben sind - was tatsächlich noch alles bei mir im Körper los war, weiß nur mein Körper selbst. Im Beipackzettel kann übrigens jede Frau nachlesen, welche Nebenwirkungen die Pille hat. Auch wenn ich es damals nicht wahrhaben wollte, hat mein Körper ganz schön unter der Pille gelitten.

Veränderungen durch die Pille

Neues Körpergefühl nach dem Absetzen der Pille

Unglaublich, was ich durchmachen musste, als ich die Pille abgesetzt habe. Nicht nur sehr starke Zyklusschwankungen kamen auf mich zu (damit hatte ich keine Probleme, auch früher nicht), sondern ich hatte richtige Angstzustände. Das war eine sehr schwere Phase in meinem Leben und ich musste richtig kämpfen, um wieder stabil zu werden. Nach ungefähr 6 Monaten war es deutlich besser, ungefähr zeitgleich mit einer regelmäßigen Periode. Der Zusammenhang mit dem Absetzen der Pille war sehr deutlich. Nach dem sich mein Körper wieder eingependelt hatte und einigermaßen normal funktionierte, merkte ich, was die Pille wirklich mit mir angestellt hat. Ich fühlte Dinge, die ich mit der Pille nicht wahrnehmen konnte. Ich fühlte mich nicht nur frei und wie ich selbst, sondern auch richtig ruhig. Die Ruhe in mir drin war sehr ungewöhnlich, denn der Eingriff der Pille in meine Psyche war wirklich nicht lustig.

Alternative zu Pille

Ich persönlich würde niemandem die Pille empfehlen. Ich bin dafür, dass man einen bewussten und gesunden Umgang mit seinem Körper lernt. Wenn man Probleme mit dem Zyklus oder der Haut hat, könnte man erstmal verschiedene andere Lösungen ausprobieren. Schließlich gibt es viele Wege, die nach Rom führen - völlig ohne Nebenwirkungen. Nach dem Absetzten der Pille wechselte ich zur NFP (Natürliche Familienplanung), die ist eine ebenso sehr sichere Methode (Pearl-Index: 0,26–2,2). Damit ihr einen Vergleich habt: Die Pille hat unterschiedliche Werte, einmal 0,1–0,9 (bei idealer Anwendung) und 1–12 (Praxiswert bei typischer Anwendung). Ein Kondom liegt bei 2–12. Die Werte habe ich aus Wikipedia: Verhütungsmethoden.

Veränderungen durch die Pille

NFP ist sowohl für Paare super, die schwanger werden wollen, als auch für diejenigen, die sich aktuell kein Kind wünschen. Ich habe mir das Buch Natürlich & Sicher: Das Praxisbuch gekauft und verhüte mit NFP bis heute mit Erfolg. Zwischendrin wurde ich gewollt schwanger und nach der Schwangerschaft verhüten wir weiterhin mit NFP. Das tolle an NFP ist, dass man dafür fast nichts benötigt. Außerdem hat sie keine Nebenwirkungen, zusätzlich lernt man sich selbst und seinen Körper kennen. Kostenlos ist sie auch. Bei mir ist die Methode so gut eingespielt, dass ich ganz genau weiß, wann ich schwanger werden kann. Ich weiß es sogar, ohne dass ich irgendwie "nachgucken" muss. Ich kenne heute meinen Körper so gut, dass das mehr als offensichtlich ist. Mehr Infos findet man auch auf der sehr übersichtlichen Webseite über NFP.

Mit diesem Beitrag wollte ich allen Mut machen, die mit ihrem Körper nicht mehr klar kommen und das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht sind das nicht so die "großen Dinge", aber die Summe machts. Ich finde es schade, dass ich den Schritt, die Pille abzusetzen, so spät gemacht habe - aber zum Glück habe ich ihn gemacht. 10 Jahre ist eine lange Zeit. Heute weiß ich, dass mein Gemüt und Körper anders sind. Die Pille greift einfach zu stark in die Abläufe des Körpers ein. Die Vorteile sind es nicht wert.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 18. Mai 2017 veröffentlicht.

Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und mit zwei Hunden ist unsere Familie aktuell komplett. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

Mehr über mich / Anfragen und Kooperationen
Eine begeisterte Leserin des Newsletters 19.5.2017 um 11:37
Ich verhüte seit Jahren mit einer Kupferkette (Gynefix) und bin sehr zufrieden. Es hat sogar dazu beigetragen, dass ich so gut wie nie unter Regelschmerzen leide. Die Kosten sind mit gut 300 EUR für ca. 4 Jahre im Vergleich zu herkömmlichen Verhütungsmitteln auch echt in Ordnung, finde ich. Und man braucht sich die ganze Zeit über um nichts zu kümmern. Seinen Körper lernt man dadurch zugegebenermaßen nicht besser kennen, aber es ist einfach wahnsinnig unkompliziert. Klar kann Kupfer auch Auswirkungen auf den Körper haben, aber zumindest ist das keine chemische Hormonkeule.
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 20.5.2017 um 17:05
Liebe eine begeisterte Leserin des Newsletters,
(ich freue mich sehr, dass dir unser Newsletter gefällt, dankeschön!) - sehr schön zu hören, dass du mit der Gynefix zufrieden bist! Sie ist tatsächlich eine spannende Alternative! Ich persönlich habe keine Erfahrung mit Gynefix. Danke für den Tipp!
Liebe Grüße,
Lisa
↑ Antworten
Conni 18.5.2017 um 22:01
Danke! Erst gestern habe ich entdeckt, was die Hormonspirale in mir anrichtet :( ich war schon am verzweifeln. Ich habe fast alle Verhütungsmittel durch, nach der Geburt kam laut Gyn nur die Hormonspirle in Frage, wie naiv ihm zu glauben (ich war zu dem Zeitpunkt noch völlig mitgenommen und habe mich quasi überreden lassen). Nun ärgere ich mich, denn 400eur für 5Jahre sind schon viel (für mich). Jeder sagt zwar, wegen der Gesundheit raus damit, aber da habe ich das Geld dann einfach mal in den Sand gesetzt.
NFP haben wir auch schon versucht, ich empfand eher nervig, das messen an jedem Tag und dann habe ich 2 jahre (nach Absetzen von nuva ring und Kinderwunsch) einen total unregelmäßigen Zyklus gehabt. Und erst als ich es aufgegeben hatte, der Stressfaktor wegfiel, zack-war ich schwanger :D
Jeder muss für sich die richtige Methode finden. Ich wäre froh, wenn es endlich mehr natürlich arbeitende Gyns geben würde!
Eine Frage noch, wenn Hormone abgesetzt werden, wäre es da nicht sinnvoll bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, um den Körper zu helfen? Mir graut es davor, wenn ich ehrlich bin, da man ja nicht weiß, wie der Körper reagiert.
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 19.5.2017 um 9:35
Hi Conni,
ja, da hast du vollkommen recht, jeder muss für sich die passende Methode finden. Ich würde auch sagen,... raus damit... auch wenn das Geld dann im Sand steckt. Kannst du es quasi als "Lehrgeld" betiteln, vielleicht ist es dann doch gut angelegt. :-) Hm... das Messen finde ich nicht nervig. Ich messe einfach im Bett, sobald ich wach bin. Das Dauert nun wirklich nur wenige Sekunden. Zu deiner Frage: Ich kann dir sie leider noch nicht beantworten. Vielleicht könnte ich dazu mal einen Experten befragen. Das wäre doch schön.
Liebe Grüße,
Lisa
↑ Antworten
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