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Mehr Energie trotz vollem Bauch! Die Geschichte einer Veganerin

Ich bin sehr dankbar, dass ich durch meine Arbeit als Bloggerin bereits viele interessante Menschen kennengelernen durfte. Dazu zählt auch diese starke Frau, die mit ihrer Fröhlichkeit und Begeisterung sofort ansteckt, so dass man mit ihr gleich Pferde stehlen möchte. Wir haben uns über den Umstieg auf vegane Ernährung unterhalten. Das Interview habe ich für euch verschriftlicht. Viel Vergnügen beim Lesen!

Wer bist du, was machst du und was isst du?

Mein Name ist Sandra Schindler. Ich bin Kinderbuchautorin, aber noch nicht sehr lange. Ich hab mal als Übersetzerin angefangen, aber bin dann ins Lektorat gewechselt. Dadurch, dass ich so viel mit Texten zu tun hatte, habe ich irgendwann Lust bekommen, selber zu schreiben. Gerade ist mein erstes Buch Der kleine Milchvampir auf den Markt gekommen.

Seit fast drei Jahren ernähre ich mich vegan. Vorher hatte ich einige Jahre eine vegane Phase, aber von Käse, Quark und Joghurt wollte ich mich nicht trennen.

Mit dem Thema vegan habe ich mich zum ersten Mal beschäftigt, als ich mein erstes Kind stillte. Da denkt man automatisch über die Kühe und das Melken nach. Gerade wenn das mit dem Stillen besonders am Anfang nicht so angenehm ist. Und wenn man sich vorstellt, wie das bei Kühen ist, wenn sie einen geschwollenen Euter haben oder verletzt sind, dann kann man das nicht mehr einfach ausblenden. Das war der Zeitpunkt, als ich gesagt habe: Das mit der Milch kann ich nicht mehr verantworten.

Dann gab es noch so ein Schlüsselerlebnis: Ich habe meinen Geburtstag gefeiert und dafür 10 Kuchen gebacken. Dafür brauchte ich eine Unmenge an Eiern. Hinterher fing ich an, darüber nachzudenken: Musste das wirklich sein? Es ließ mich nicht mehr los und ich begann, mich mehr über das Thema zu informieren. So sind dann auch die Eier aus unserem Speiseplan verschwunden.

Anfang 2014 war ich mit meiner Familie und meinem Mann in einem veganen Hotel. Dort haben wir zeitgleich beschlossen, dass es ab sofort keine Ausrede und keinen Grund mehr gibt, nicht konsequent zu sein. Das ziehen wir jetzt durch! So schwer ist es nun auch wieder nicht. Es war für uns die logische Konsequenz aus der Entwicklung der Vorjahre.

Ich habe vorher schon knapp 30 Jahre vegetarisch gelebt. Vegan war einfach der nächste Schritt – obwohl ich vor ein paar Jahren noch gesagt hab, dass es nie so weit kommen wird, denn vegan wollte ich ganz bestimmt nicht werden! Aber irgendwie … je mehr man sich damit beschäftigt, umso logischer erscheint es einem. Zumindest ging es mir so.

Buchautorin Sandra Schindler über vegane Ernährung / Foto rechts: Ruth Frobeen, www.ruthfrobeen.de, Foto links: privat
Buchautorin Sandra Schindler über vegane Ernährung / Foto rechts: Ruth Frobeen, www.ruthfrobeen.de, Foto links: privat

Mir ging es ähnlich wie dir - eine vegane Ernährung klang total verrückt. Auch beim Stillen hatte ich die gleichen Gedanken. Ist deine Familie also komplett vegan?

Ja. Die Kinder ernähren wir zu Hause komplett vegan. Im Kindergarten habe ich es geschafft, sowohl Bio-Mahlzeiten für alle Kinder als auch eine vegane Ernährung für meine durchzusetzen. Es gab überhaupt keine Probleme, zumal wir eine ganz offene, experimentierfreudige Köchin haben.

Wenn wir unterwegs sind, versuche ich, immer etwas dabei zu haben. Manchmal gibt es Situationen, da funktioniert es aus diversen Gründen nicht so gut. Wobei ich sagen muss, dass ich ganz tolle Menschen kennengelernt habe, die sich sehr um uns bemühen und wegen uns auch die ersten veganen Backexperimente gestartet haben. Das finde ich sehr rührend.

Ich flippe aber jetzt auch nicht aus, wenn meine Kinder bei einem Kindergeburtstag oder so mal etwas nicht Veganes probieren wollen – ich will sie nicht zu Outsidern machen. Wenn ich es aber vermeiden kann, tue ich es natürlich. Ich hab jetzt schon öfter beobachtet, dass meine Kids neugierig ein Stück nicht-veganen Kuchen probieren, aber sich dann doch lieber für meinen mitgebrachten Schokokuchen entscheiden.

Welche kulinarische Entdeckung hast du in der veganen Küche gemacht?

Die größte Entdeckung war für mich tatsächlich der Ei-Ersatz. Ich habe da alle möglichen Sachen ausprobiert, von gekauftem Ei-Ersatz über Nussmus oder Johannisbrotkernmehl gemischt mit Maismehl. Aber dann habe ich mir das Buch Vegan für Naschkatzen von Claudia Bazinger besorgt (es ist immer noch mein Lieblingsbuch für vegane Torten und Kuchen) und sie macht Ei-Ersatz so, dass sie einfach Sojamilch nimmt und mit ein wenig Apfelessig verrührt. Das bindet genauso gut wie Ei und der Kuchen wird fluffig und locker.

Die andere Entdeckung war der Tofu. Ich kannte den früher nur aus der asiatischen Küche – eine ziemlich geschmacksneutrale Angelegenheit. Zu sehen, wie viel man aus Tofu zaubern kann, hat mich fasziniert.

Fotografie: Ruth Frobeen, www.ruthfrobeen.de
Fotografie: Ruth Frobeen, www.ruthfrobeen.de

Hast du eine gesundheitliche Veränderung gespürt, seit du vegan lebst?

Ja. Wenn ich total viel gegessen habe, merke ich es sehr stark. Ich fühle mich trotzdem noch leicht, obwohl mein Magen sowas von voll ist. Ich bin nicht so schwer und träge. Man kann dann trotzdem noch was unternehmen und ich habe immer noch Energie. Wobei ich teilweise auch nicht weiß, inwieweit das auch damit zusammenhängt, dass ich total auf Chiasamen stehe. Chia ist für mich wie für andere Leute der Kaffee. Ich bin keine Kaffee-Trinkerin, aber meine tägliche Portion Chia, die brauche ich schon, um wach zu werden. Ich habe sonst keine großen Veränderungen festgestellt, aber insgesamt fühle ich mich positiver und leichter.

Wie hat dein Umfeld eigentlich reagiert, als du vegan wurdest?

Die meisten haben ganz in Ordnung reagiert, zumindest haben sie sich nichts anmerken lassen. Probleme gab es eher im engeren Kreis, der ziemlich entsetzt über unsere Entscheidung reagierte. Diese krasse Entscheidung, die wir ohne Vorwarnung durchgezogen haben, hat schon einige überfordert bzw. überfahren. Es hat ein paar Monate gebraucht und dann hat sich das Ganze auch gegeben. Inzwischen können alle ganz gut damit umgehen.

Gab es auch mal eine unangenehme Situation wegen deiner veganen Lebensweise?

An eine richtig unangenehme Situation kann ich mich nicht erinnern. Das Einzige, was leicht unangenehm war, passierte mir vor Kurzem. Ich war mit einer größeren Gruppe essen. Da kamen wirklich den ganzen Abend kontinuierlich blöde Sprüche. Das bin ich gar nicht gewohnt. In meinem Umfeld sind die meisten sowieso entweder Vegetarier oder Veganer oder haben zumindest Verständnis für unsere Entscheidung.

In dieser speziellen Gruppe war das nicht so. Ich hätte den ganzen Abend damit verbringen können, mich zu rechtfertigen, aber ich hab mich dagegen entschieden, irgendwann nur noch milde gelächelt und mich der Meinung enthalten. Ich glaube, das ist das Beste, was du in so einer Situation machen kannst.

Buchautorin Sandra Schindler über vegane Ernährung

Welchen Fehler hast du am Anfang deiner veganen Karriere gemacht?

Ich kann mich tatsächlich an einen großen Fehler erinnern: Ich war anfangs so begeistert von meinen veganen Erleuchtungen, dass ich das dann auch ständig auf Facebook kundgetan habe. In der Zeit habe ich dann vermutlich die Hälfte meiner Facebook-Freunde verloren (lacht). Oder zumindest haben sie vermutlich meine Nachrichten nicht mehr abonniert. Das würde ich heute nicht mehr so machen. Ich empfinde es als wahnsinnig nervig. Heute achte ich darauf, dass das, was ich auf Facebook poste, gut gemischt und für alle interessant ist. Dieses radikale Posten auf Facebook kann ich gar nicht sehen, erst recht, wenn es grausame Nachrichten sind. Wobei ich zugeben muss, dass die grausamen Nachrichten, also ganz fürchterliche Bilder, bei mir für meinen Wandel ausschlaggebend waren. Dennoch: Wenn ich etwas poste, versuche ich, dass die Message positiv ist.

Was ich noch gelernt habe: Wenn mich jemand etwas zu dem Thema fragt, kann ich ganz gut einschätzen, ob da ehrliches Interesse dahintersteckt oder nicht. Früher konnte ich das nicht so gut und habe jedem bereitwillig einen Vortrag gehalten (lacht). Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich fühle erst mal vor und wenn ich erkenne, dass derjenige wirklich wissen möchte, warum ich vegan lebe, dann erzähle ich es gerne.

Mehr über die Kinderbuchautorin Sandra Schindler findest du auch auf ihrer Webseite.

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 16. November 2016 veröffentlicht.

Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und mit zwei Hunden ist unsere Familie aktuell komplett. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

Mehr über mich / Anfragen und Kooperationen
Jana 19.11.2016 um 13:17
Einen sehr schönen Blogpost hast du hier geschrieben liebe Lisa. Ich finde mich in vielen von Sandras Antworten wieder
↑ Antworten
Lisa von ich lebe grün! 20.11.2016 um 10:52
Liebe Jana,
danke dir! :-) Ging mir genauso!
Liebe Grüße von Lisa
↑ Antworten
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