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Kann Hanf Baumwolle ersetzen?

Lisa Albrecht
Lisa Albrecht

Anmerkung der Redaktion: Dies ist ein Gastbeitrag von Elizabeth Thamm / Die Suche nach alternativen, nachhaltigen Rohstoffen in allen Lebensbereichen schreitet immer weiter voran. Insbesondere in der Textilindustrie wird versucht, das Bewusstsein der Menschen dafür zu wecken, dass sie genau darauf schauen sollen, welche Materialien ihre Kleidung eigentlich enthält. Wer macht das schon bei jedem Kleidungsstück? Mit ELZBAG möchte ich, Elisabeth (28, aus Berlin) persönlich einen kleinen Schritt in diese Richtung gehen und dafür auch andere begeistern. Dafür habe ich mein kleines Label neu erfunden und mir einen der traditionellsten textilen Rohstoffe ausgesucht – und das ist Nutzhanf. Darauf gekommen bin ich nach vielen Überlegungen, wie ich meine Produkte nachhaltiger produzieren kann. Zufällig studiert mein Freund Gartenbauwissenschaften und kennt sich daher mit Pflanzen generell sehr gut aus. Er brachte mich auf die Idee, Hanf als Rohstoff zu nutzen. Er wächst so gut wie überall. Vor allem im gemäßigten Klima und mit ausreichend Wasser – jedoch nur einem Bruchteil im Vergleich zu z.B. Baumwolle. Seine besonderen Eigenschaften machen ihn unglaublich attraktiv für jegliche Textilien. Da die Pflanzen sehr dicht wachsen und eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge besitzen, sind weder Pestizide noch Unkrautvernichter notwendig. Ein reiner Biostoff also.

Baumwolle oder Hanf - was ist besser?

Welche Vorteile bietet Hanf im Vergleich zu Baumwolle?

  • robust, strapazierfähig und langlebig
  • atmungsaktiv (wärmt im Winter, kühlt im Sommer)
  • allergikerfreundlich
  • keine Pestizide notwendig
  • ca. 10- bis 14-fach geringerer Wasserverbrauch als bei Baumwolle
  • pflegeleicht in Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung
  • von Natur aus Bio

Eine gute Alternative zu Baumwolle

Mit 33 Prozent macht Baumwolle, neben weiteren Natur- und Chemiefasern, den größten Teil der weltweiten Textilfaserproduktion aus. Problematisch sind dabei der hohe Gebrauch von Pestiziden und der Wasserverbrauch. Für eine Jeans werden zum Teil 8.000 Liter Wasser benötigt. Deshalb schwenken immer mehr Marken um zu Bio-Baumwolle, die nicht wie die Konventionelle 20-25 Mal pro Saison mit Pestiziden besprüht oder für den Transport mit Konservierungsstoffen behandelt werden muss. Kleidung aus zertifizierter Bio-Baumwolle ist etwas teurer, das hat jeder sicher schon mitbekommen. Dafür ist die Ernte aber auch sehr aufwendig und nicht so ertragreich, da sie per Hand erfolgen muss. Letztendlich rechtfertigt das die höheren Preise.

Baumwolle oder Hanf - was ist besser?

Wie Baumwolle oder ebenso Leinen, kann Hanf für alle möglichen Textilien eingesetzt werden. Er ist aber vielfältiger als man denken mag. Mittlerweile werden Häuser aus Hanf gebaut, Dämmstoffe daraus produziert, Lebensmittel und sogar Kosmetika hergestellt. Die Bandbreite scheint unendlich zu sein. Ich kenne keinen Rohstoff, der so vielseitig einsetzbar ist. Um jedoch die Nachhaltigkeit zu bewahren, muss Hanf beispielsweise schonend und natürlich gefärbt werden. Daher wird man selten knallige Farben finden. Auch Plastikverschlüsse und viel Schnick-Schnack an Taschen oder Kleidung sind hier einfach Fehl am Platz. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach viele Möglichkeiten, Dinge aus Hanf schlicht und gleichzeitig schön zu gestalten. Der Fokus für meine eigenen Produkte liegt daher zu Beginn auf Bettwäsche, da dafür keine aufwendigen Applikationen von Nöten sind, und einfache Taschen wie Turnbeutel.

Ist Hanf nicht auch eine Droge? Geringe Verbreitung von Hanf im Textilbereich

Für mich gibt es drei essentielle Gründe, warum Hanf vor allem im Textilbereich (noch) nicht so viel Anklang findet. Als Erstes wird er immer noch als Droge abgestempelt. Ein Großteil der Menschen, die das Wort Hanf hören oder lesen, denken sofort an etwas Böses. Sein schlechter Ruf, der ihm seit fast 60 Jahren anhängt, fängt erst langsam an zu bröckeln. Ein weiterer Grund mag sein, dass viele bei Hanf an „Öko“ denken – weite, lockere Hosen ähnlich wie Leinen – langweilige Designs und Farben, sowie rauer und kratziger Stoff. Wer jedoch mal eine Leinenhose, ein Shirt oder sogar Kleid getragen hat (ich habe mir und meinem Freund diese Dinge genäht), der weiß, wovon ich rede. Der Stoff ist unglaublich weich und angenehm auf der Haut. Selbst bei 30 Grad schwitzt man nicht. Oder auch die Leinenbettwäsche, die aktuell im Trend ist, ist ein Traum beim Schlafen. Und genau so fühlt sich Hanf an. Auch die Struktur des Stoffes ist ähnlich. Damit komme ich aber zum dritten Problem und das sind die Produktionskosten. Grundsätzlich ist der Anbau von Nutzhanf relativ günstig aufgrund der oben genannten Eigenschaften der Pflanze. Der Stoff wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg aus vielen Ländern verbannt, so dass es keine geeigneten Maschinen für die Ernte und Weiterverarbeitung mehr gibt. Diese zu produzieren ist sehr kostspielig und das Risiko zu hoch, dass die Nachfrage fehlt. Hier kommen wieder die ersten beiden Gründe ins Spiel. Es wird vermutlich noch eine ganze Weile dauern, bis das Thema Hanf im Textilbereich angekommen ist und angenommen wird.

ELZBAG goes Crowdfunding

ELZBAG goes Crowdfunding

Mit Elzbag möchte ich nun erreichen, dass das Thema populärer und Nutzhanf als anerkannter, alternativer Rohstoff etabliert wird. Um das zu erreichen und die erforderlichen Mittel für die teuren Stoffe zu bekommen, die ich vorerst aus dem nahen Ausland beziehen werde, nutze ich Crowdfunding. Mit Hilfe von Startnext soll das Projekt finanziert werden und jeder, der unterstützt, kann sich ein von mir handgenähtes Dankeschön aussuchen. Jeder Euro hilft. Daher freue ich mich, wenn ihr den Link teilt und an Freunde, Bekannte und Verwandte schickt. Mit ein wenig Glück könnten einige der Produkte rechtzeitig zum Weihnachtsfest fertig werden, so dass ihr ein tolles Geschenk für eure Liebsten habt! Alle Infos findet ihr auf Startnext.

Liebe Grüße,

Eure Elisabeth

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Dieser Beitrag wurde von Lisa Albrecht am 26. September 2016 veröffentlicht.

Lisa Albrecht

Lisa Albrecht

Gründerin & Autorin

Auf meinem Blog teile ich mit dir meine Erfahrungen und Gedanken, wie man ein Stück "grüner" Leben kann. Gesünder, leichter, harmonischer, bewusster und einfach glücklicher. Ich bin Mama einer Tochter und wir haben auch einen Familienhund. Ich liebe das Meer und mit Erdbeeren kann man mich leicht bestechen.

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ambrosia emporion 03.11.2016 um 23:08
Kann Hanf Baumwolle ersetzen? Diese Frage stellt sich mir nicht. Warum sollte Hanf auch Baumwolle ersetzen? Es sind beide tolle Materialien. Hanf ersetzt Kunsstoffe und Plastik z.B. in der Kleidung, Seile, Fischernetze, Einkaufsbeutel, Falsbeutel, Schuhsohlen, kleine SeifenSack / Beutel aus Hanf gearbeitet, dann haben Sie auch das Peeling inclusive, ohne Microplastik. und vieles mehr.
mehr Info auch unter http://ambrosia.emporion.es/leben-ohne-plastik.html
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